«Ich habe schöne Erinnerungen mit ihm» Sean Simpson über den Tod seines Vaters

  • Publiziert: 11.05.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Nicole Vandenbrouck

Erst kurz vor dem Abflug in die Slowakei erfuhr Nati-Coach Sean Simpson vom Tod seines Vaters Ron (84). Der Kanadier zog die WM dennoch durch.

Als emotional wird er beschrieben. Als einer, der seine Gefühlslage ungefiltert nach aussen trägt. Deshalb litt Nati-Trainer Sean Simpson in den letzten, schwierigen Tagen gleich doppelt.

Der 51-Jährige musste mit einem Schicksalsschlag umgehen, von dem bloss das engste Nati-Umfeld wusste: Nur wenige Stunden vor dem Abflug an die WM in die Slowakei erreichte Simpson die traurige Nachricht aus Kanada, dass sein Vater im Alter von 84 Jahren gestorben war.

Ron Simpson hatte schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, trotzdem traf sein Tod unseren Nati-Coach wie ein Schlag, weil er nicht damit gerechnet hatte. «Denn noch am Vortag telefonierte ich mit meiner Mutter und fragte sie, wie es meinem Dad geht. Alles war gut», erinnert sich Simpson.

Vorbereitet auf den Verlust hatte er sich trotzdem so gut wie irgend möglich. «Ich habe aber gehofft und dafür gebetet, dass es nicht in dieser Zeit passiert. Doch für den Fall, dass mein Vater während des Turniers gehen muss, war mit meiner Familie abgesprochen, dass ich die WM durchziehe. Er hätte auch gewollt, dass ich meine Verantwortung wahrnehme», weiss Simpson, der seinen Dad das letzte Mal im Februar sah.

In Kosice angekommen, vertraute der Kanadier dem Team sowie dem Staff die traurige Nachricht an. Mit dem innigen Wunsch, den Tod des Trainer-Vaters für sich zu behalten. «Für diese Loyalität und Unterstützung bin ich allen so dankbar», sagt Simpson, «die Spieler und Staffmitglieder halfen mir durch diese intensive und schwierige Zeit.»

Und der turbulente WM-Alltag lenkte den Nati-Trainer ab, liess ihm keinen Raum zur Verarbeitung und Trauer. «Einzig in Momenten, in denen ich alleine war, wars hart für mich», gesteht Simpson.

Die schönen gemeinsamen Erinnerungen bleiben. «Bei meinem Meistertitel mit Zug war mein Dad live dabei. Dass er im Teambus mit uns von Davos heimfahren durfte, davon sprach er immer wieder voller Stolz», erzählt Simpson, der sich nun die Zeit nimmt, um der Trauer und den Emotionen Platz zu geben.

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