Kruegers Team verliert nach Penalties Schweiz verzweifelt an Lettland

  • Publiziert: 30.04.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Peter Pflugshaupt

BERN - Was für ein Drama. Die Schweiz verliert im Penaltyschiessen gegen Lettland. Die Schweizer müssen jetzt gegen Schweden oder die USA punkten, sonst ist der Viertelfinal-Traum geplatzt.

Die Schweizer zündeten vom ersten Bully an ein offensives Feuerwerk. Jeannin schlug nach ziemlich genau einer Minute allein vor dem Tor über die Scheibe. Wick scheiterte dann im ersten Powerplay nach einer herrlichen Kombination über Sprunger und Lemm sträflich. Auch in der zweiten Überzahlsituation kamen die Schweizer zu Chancen. Das vermeintliche 1:0 durch Blindenbacher wurde zu recht wegen Torraum-Offsides aberkannt.

Die Schweizer überzeugten im Powerplay. An der blauen Linie kam der nachnominierte Weber neben Captain Streit zum Zug. Weber spielte schon im Startdrittel seines ersten Länderspiels verdammt abgeklärt und konnte mehrmals seine Feuerkraft unter Beweis stellen. In der 19. Minute hatte er Pech: Sein Hammer prallte vom Innenpfosten ins Spielfeld zurück. Es wäre der hochverdiente Ausgleich gewesen.

Lettland kam schon im ersten Drittel kaum zu Chancen. Das Schussverhältnis lautete 15:5 für die Schweizer. Doch die Letten nutzten ihre beste halt eiskalt aus. Dabei wurden die Schweizer für ihre Naivität und ihren Übermut bestraft. In Unterzahl suchten die Schweizer den Shorthander mit zu starker Vehemenz und wurden prompt bestraft. Ein Fehlpass von Seger nutzten Vasiljevs und Cipulius clever aus.

Es folgte ein fast 40 Minuten langer Sturmlauf auf das Tor der Letten. Nach 58 Minuten und 29 Sekunden erlöste uns der Davoser Andres Ambühl mit dem längst fälligen 1:1. Der verdiente Ausgleich! Nach 60 Minuten betrug das Schussverhältnis 39:18. Doch das nützte nichts. Es zählen nur die Tore – und da stand es 1:1.

Im Penaltyschiessen behielten die Letten die Ruhe und versenkten zumindest einen Penalty. Die Schweizer Wick, Lemm und Sprunger scheiterten allesamt.

Damit haben die Letten wie die Schweizer vier Punkte, dürfen aber noch gegen die Franzosen spielen. Wir müssen entweder gegen Schweden oder die USA punkten!

Gardner hielt mit gebrochener Hand durch

Wie Blick.ch schon vor dem Spiel vermeldete, spielte Ryan Gardner mit einem Mittelhandbruch, den er sich im Training zugezogen hat. Man merkte dem bulligen Stürmer die Verletzung zwar an, der Kanada-Schweizer zeigte nicht seine beste Leistung des Turniers. Trotzdem: Gardner biss durch, kam zu vielen Einsätzen im Powerplay und konnte sich auch einige Tor-Szenen gutschreiben lassen. Nur eben, zu einem Torerfolg kam auch der Handicapierte nicht.

Schweiz - Lettland 1:2 (0:1, 0:0, 1:0, 0:0) n.P.

PostFinance-Arena, Bern. – 9771 Zuschauer. – SR Baluska/Zalaski (Slk/Ka), Feola/Oskirko (De/Russ).

Tore: 16. Cipulis (Wassiljews, Nisiwijs/Ausschluss Yannick Weber) 0:1. 59. (58:29) Ambühl (Wick, Mark Streit/Ausschluss Sotnieks) 1:1 (ohne Torhüter). – Penaltyschiessen: Wick – (gescheitert), Nisiwijs 0:1; Romano Lemm – (gescheitert), Karsums -; Sprunger – (daneben). – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 11mal 2 Minuten gegen Lettland.

Schweiz: Martin Gerber; Yannick Weber, Mark Streit; Goran Bezina, Blindenbacher; Seger, Du Bois; Josi; Paterlini, Thomas Ziegler, Ambühl; Wick, Jeannin, Romano Lemm; Rüthemann, Gardner, Martin Plüss; Romy, Sprunger, Sannitz; Monnet.

Lettland: Masalskis; Redlihs, Skrastins; Galwins, Pujacs; Lawins, Sotnieks; Jerofejews, Bartulis; Ankipans, Sprukzs, Karsums; Cipulis, Wassiljews, Nisiwijs; Redlihs, Bersins, Darsins; Dserins, Cipruss, Sirokows.

Bemerkungen: Schweiz ohne Rüeger (Ersatztorhüter), Déruns, Philippe Furrer (beide überzählig) und Manzato (noch nicht angemeldet). – Tor von Blindenbacher annulliert (14./Torhüter- Behinderung von Romano Lemm). – Pfostenschüsse: Yannick Weber (19.), Wick (54.). – Timeout Schweiz (56:50). – Schüsse: Schweiz 40 (15-12-12-1); Lettland 21 (5-9-4-3). – Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/8; Lettland 1/4.

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