Missglückter Auftakt in die Zwischenrunde für die Schweizer Hockey-Nati. Wie schon 2010 verliert das Simpson-Team gegen Norwegen mit 2:3.
Déjà-vu für die Schweizer Hockey-Nati an der WM in der Slowakei. Zum Auftakt der Zwischenrunde verliert das Simpson-Team wie schon an den Titelkämpfen 2010 gegen «Exot» Norwegen mit 2:3 und erfährt im Kampf um die Viertelfinal-Quali einen herben Dämpfer.
Schon nach 31 Sekunden wandert Luca Sbisa auf die Strafbank. Und in der 9. Minute kassiert Tobias Stephan nach einem nicht unhaltbar scheinenden Schuss von der blauen Linie das 0:1. Fünf Sekunden vor Drittelsende geht eine lange Serie zu Ende. Skroders Tor ist der erste Gegentreffer, den die Schweiz in der Simpson-Ära in Unterzahl kassiert.
Zur Spielmitte erzielt Thibaut Monnet in Überzahl den Anschlusstreffer (29.). Die Schweizer kommen nun besser ins Spiel, doch im Tor der Norweger wächst Lars Haugen über sich hinaus. Weitere Tore fallen im Mitteldrittel nicht. Immerhin: Weil ein Norweger eine Strafe fasst, kann die Schweiz zu beginn des Schlussabschnitts in Überzahl agieren.
Mit einem herrlichen Querpass lanciert Rekord-Nationalspieler Mathias Seger Thibaut Monnet, doch die aufopfernd kämpfenden Norweger, die mit nur fünf Verteidigern in die Partie gehen, werfen sich in den Schuss des ZSC-Stürmers. Doch die Schweizer drücken weiter auf den Ausgleich.
Und laufen in einen Konter, kassieren durch Kristian Forsberg das vorentscheidende 1:3 ( 43.). Durch den fünften Verteidiger-Treffer an dieser WM bringt der Zuger Diaz (48.) noch einmal die Hoffnung zurück. Im Schlussfurioso trifft Lötscher den Aussenpfosten und Monnet schiesst einen Norweger ab. Ein Tor gelingt nicht mehr.
Sean Simpson, der von seinem Team einen Sieg verlangt hatte, macht seiner Mannschaft trotz der Niederlage keinen Vorwurf. «Ich kann nichts Negatives über meine Mannschaft sagen, die Spieler haben in den 40 Minuten alles getan, um den schwachen Start zu korrigieren». Es sei nie einfach, auf diesem Niveau einen Rückstand aufzuholen.
Norwegen hält damit bereits bei fünf Punkten und kann schon mit dem Einzug in den Viertelfinal liebäugeln. Coach Roy Einar Johansen: «Es wurde das erwartet harte Spiel für uns, die Schweiz hat eine sehr gute Mannschaft. Drei Punkte – das macht uns sehr glücklich».
Für die Schweiz wird der Weg in den Viertelfinal damit länger und beschwerlicher. Das Simpson-Team braucht nun Punkte gegen Schweden oder die USA. «Jetzt müssen wir eben stärkere Gegner schlagen, so einfach ist das», sagt Martin Plüss gegenüber dem «Schweizer Fernsehen». Nächster Gegner ist am Sonntag ab 16.15 Uhr Schweden. (D.K./sh)
Russland verhindert Blamage
Russland liegt gegen Dänemark mit 0:2 hinten. Doch ein Hattrick von Sergej Sinowjew (Salawat Ufa) verhindert nach der Niederlage gegen Deutschland eine weitere Pleite der «Sbornaja». Und für die Russen besteht weiter Hoffnung auf prominente Verstärkung: Superstar Alexander Owetschkin hat nach dem Aus seiner Washington Capitals in den NHL-Playoffs zugesagt, an die WM zu reisen. (sh)
Österreich und Lettland vor Abstieg
Österreich und Lettland stehen an der WM in der Slowakei vor dem Abstieg in die Division I. Zum Auftakt der Abstiegsrunde besassen die Österreicher beim 2:7 gegen Weissrussland ebenso keine Chance wie Lettland, das gegen Slowenien mit 2:5 den Kürzeren zog. Bei den Weissrussen, die in der Vorrundengruppe der Schweizer enttäuscht hatten, dominierte vor allem die Formation um Starstürmer Andrej Kostizyn. Kostizyn erzielte wie seine Linienkollegen Alexander Kulakow und Jewgeni Kowyrschin je einen Treffer und zwei Assists. Für Österreich wäre es der vierte Abstieg in den letzten sieben Jahren. Lettland gehört seit 1997 (und damit ein Jahr länger als die Schweiz) der A-Gruppe an. (Si)
Schweiz - Norwegen 2:3 (0:2, 1:0, 1:1)
Steel Arena, Kosice. – 2820 Zuschauer. – SR Odins/Orszag (Lett/Slk), Schrader/Scheljanin (De/Russ). – Tore: 9. Holos (Bonsaksen, Mathis Olimb) 0:1. 20. (19:55) Skroder (Holos, Mathis Olimb/Ausschluss Beat Gerber) 0:2. 29. Monnet (Sprunger, Seger/Ausschluss Hansen) 1:2. 43. Forsberg (Holtet) 1:3. 48. Diaz (Rüthemann/Ausschluss Hansen) 2:3. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 7mal 2 Minuten gegen Norwegen.
Schweiz: Stephan; Diaz, Sbisa; Philippe Furrer, Julien Vauclair; Du Bois, Beat Gerber; Seger; Gardner, Martin Plüss, Rüthemann; Lötscher, Trachsler, Simon Moser; Sprunger, Ambühl, Bieber; Romano Lemm, Rubin, Monnet.
Norwegen: Haugen; Tollefsen, Bonsaksen; Holos, Ask; Koivu; Roymark, Fredriksen, Skroder; Mathis Olimb, Bastiansen, Spets; Ken Andre Olimb, Holtet, Hansen; Lorentzen, Martinsen, Forsberg.
Bemerkungen: Schweiz ohne Bezina (verletzt), Stancescu, Manzato (beide überzählig), Gobbi (nicht eingesetzt) und Genoni (Ersatztorhüter). Schweiz ab 59:02 ohne Torhüter. Timeout Schweiz (59:55). – Schüsse: Schweiz 41 (10-15-16); Norwegen 25 (12-8-5). – Powerplay: Schweiz 1/6; Norwegen 1/3.
Kurztelegramme
Russland – Dänemark 4:3 (1:2, 2:0, 1:1)
Orange Arena, Bratislava. – 9204 Zuschauer. – SR Baluska/Persson (Slk/Sd), Carnathan/Tillerkvist (USA/Sd). – Tore: 10. Sinowjew (Nikulin, Saripow) 1:0. 12. Hardt (Starkov) 1:1. 20. (19:46) Bodker (Hersby/Ausschluss Artjuchin) 1:2. 31. Sinowjew (Morosow, Saripow) 2:2. 35. Sinowjew (Saripow, Morosow) 3:2. 46. Artjuchin (Kornejew, Kalinin) 4:2. 48. Hardt (Starkov) 4:3. – Strafen: 2mal 2 plus 10 Minuten (Artjuchin) gegen Russland, 3mal 2 Minuten gegen Dänemark.