Erfolgreiche WM-Titelverteidigung Russland ist Weltmeister!

BERN – Russland besiegt im WM-Final Erzrivale Kanada mit 2:1. Und so ist auch die Schweiz etwas Weltmeister.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
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Mit dem knappen 2:1-Sieg über Erzrivale Kanada in der ausverkauften PostFinance-Arena von Bern verteidigt Russland erfolgreich seinen WM-Titel vom Vorjahr. Den Siegestreffer erzielt Radulow im Mitteldrittel. Für den Sieg muss der russische Bär aber hart arbeiten. Am Schluss geht der Gameplan von Coach Slawa Bykow auf. Teamleader und WM-MVP Ilja Kowaltschuk zeigt ein brillantes Spiel und führt seine Equipe zum Sieg.

Schlagabtausch auf höchstem Niveau

Kanada übersteht das Start-Spektakel Russlands unbeschadet, zeigt seine unglaubliche Effizienz und geht in der 6. Minute kaltblütig in Führung. Torschütze Jason Spezza verwertet einen herrlichen Pass von Shane Doan. Die Russen scheinen kurzzeitig geschockt, nehmen dann aber wieder Anlauf. Das zweite Powerplay nutzt der Titelverteidiger zum Ausgleich: Atjuschow zieht in der 13. Minute von der blauen Linie ab, und Saprikin lenkt den Puck unhaltbar ins Netz. Der kanadische Keeper Dwayne Roloson ist chancenlos.

Die Russen brillieren in der Folge mit Tempo und Technik, aber die Cracks aus dem Mutterland des Eishockeys halten dagegen, lassen sich nicht aus der Reserve locken und lauern weiter auf Kontermöglichkeiten.

Die Hockey-Fans in der Arena in Bern und die Zuschauer vor den TV-Bildschirmen kommen bei diesem WM-Knüller voll auf ihre Kosten. Die Intensität des Spiels ist kaum zu überbieten.

Kanadier dominieren Mitteldrittel – Radulow erzielt Siegestreffer

Die Nordamerikaner kommen nach der ersten Pause geladen aus der Kabine, geben Vollgas und setzen sich für lange Zeit in der gegnerischen Zone fest. Russland scheint aus dem Tritt geraten zu sein. Kanada dominiert die erste Hälfte des Drittels nach Belieben.

Schliesslich bemerkt die Leaderfigur der Russen, Ilija Kowaltschuk, dass etwas getan werden muss und führt den Puck, mit seiner brillianten Technik und Übersicht, mehrmals im Alleingang ins kanadische Drittel. Und prompt geht Russland in der 35. Minute mit 2:1 in Führung. Bei einem Break lässt Radulow die kanadischen Verteidiger ins Leere laufen, zieht in den Slot und lässt Keeper Roloson keine Chance.

In der Folge entwickelt sich ein Schlagabtausch auf höchstem Niveau. Aber Radulows Treffer bleibt der einzige des Mitteldrittels.

Zwei Mal in Serie WM-Final gegen Erzrivalen verloren

Im Schlussdrittel müssen die Russen hart arbeiten, um den Vorsprung zu verteidigen. Kanada versucht alles, um den Ausgleich zu erzielen. Aber zu zwingenden Chancen kommen die Ahornblätter nicht. Russland zerstört immer wieder erfolgreich den Aufbau des Gegners und kann gefährliche Konter lancieren. Erst gegen Ende des Spiels kommen die Kanadier zu guten Möglichkeiten, aber der russische Keeper Bryzgalow wehrt alles ab.

Am Schluss jubeln die Russen und holen die Goldmedaille ab. Nicht unverdient. Die Kanadier werden ihren vergebenen Chancen vom Mitteldrittel nachtrauern. Zwei Mal in Serie im WM-Final gegen den Erzrivalen verloren – ein grosser Dämpfer für die stolze kanadische Eishockey-Seele. (msc)

Kowaltschuk MVP der WM

WM 2009 in der Schweiz.

Allstar-Team (von den Journalisten gewählt). Torhüter: Andrej Mesin (WRuss). -- Verteidiger: Shea Weber (Ka), Kenny Jönsson (Sd). -- Stürmer: Ilja Kowaltschuk (Russ), Marty St. Louis (Ka), Steve Stamkos (Ka).

IIHF-Auszeichnungen. Wertvollster Spieler (MVP): Kowaltschuk. -- Bester Torhüter: Mesin. -- Bester Verteidiger: Weber. -- Bester Stürmer: Kowaltschuk.

Schweiz 2010 gegen Kanada

Nach dem Ende der WM in der Schweiz sind auch die Schweizer Vorrundengegner am Titelkampf 2010 in Deutschland (7. bis 23. Mai) bekannt. Die Schweizer treffen in der Gruppe B auf Silbermedaillen-Gewinner Kanada, Lettland und Aufsteiger Italien. (Si)

Russland - Kanada 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)

PostFinance-Arena, Bern. – 11454 Zuschauer (ausverkauft). – SR Orszag/Rönn (Slk/Fi), Blümel/Feola (Tsch/USA).

Tore: 6. Spezza (Doan, Shea Weber) 0:1. 13. Saprykin (Atjuschow, Kalinin/Ausschluss Coburn) 1:1. 35. Radulow (Gorowikow, Saprykin) 2:1. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Russland, 3mal 2 Minuten gegen Kanada.

Russland: Brysgalow; Nikulin, Proschkin; Kalinin, Atjuschow; Twerdowski, Wischnewski; Grebeschkow, Kornejew; Morosow, Tereschenko, Kowaltschuk; Radulow, Saprykin, Gorowikow; Frolow, Sinowjew, Pereschogin; Mosjakin, Kurjanow.

Kanada: Roloson; Shea Weber, Hamhuis; Doughy, Vlasic; Phillips, Coburn; Schenn, Kwiatkowski; Zajac, Fisher, Horcoff; Heatley, Spezza, Doan; St. Louis, Stamkow, Derek Roy; Upshall, Lombardi, Colby Armstrong.

Bemerkungen: Russland ohne Saripow (verletzt), Woltschenkow, Scherdew, und Koschetschkin (alle überzählig), Kanada ohne White (verletzt), Harding und Neal (alle überzählig). – Timeout Kanada (59:33). – Schüsse: Russland 17 (8-5-4); Kanada 38 (11-16-11). – Powerplay-Ausbeute: Russland 1/3; Kanada 0/2.

Die Schlussrangliste

1. Russland
2. Kanada
3. Schweden
4. USA
5. Finnland
6. Tschechien
7. Lettland
8. Weissrussland
9. Schweiz
10. Slowakei
11. Norwegen
12. Frankreich
13. Dänemark
14. Österreich (Absteiger)
15. Deutschland (als Gastgeber für WM 2010 gesetzt)
16. Ungarn (Absteiger)
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