Halbfinal gegen Finnland Russland dreht Spiel gegen Rivale Kanada

  • Publiziert: 12.05.2011, Aktualisiert: 02.01.2012

Welch spektakuläre Partie. Vize-Weltmeister Russland schlägt Olympiasieger Kanada 2:1. Im WM-Halbfinal trifft die «Sbornaja» auf Finnland, das Norwegen eliminiert.

Innert 192 Sekunden wenden die Russen den WM-Viertelfinal gegen Rivale Kanada. Alexej Kaigorodow setzt in Unterzahl zu einem unwiderstehlichen Sololauf übers komplette Eisfeld an und netzt zum 1:1-Ausgleich ein (50.).

Wenig später passt Alexander Radulow von hinter dem kanadischen Gehäuse in den Slot. Dort steht Ilja Kowaltschuk goldrichtig, der mit seinem ersten WM-Treffer das 2:1 für Russland erzielt (53.).

Kanada, bisher ohne Niederlage durchs Turnier gekommen, wirft in den Schlussminuten nochmals alles nach vorne. Aber der Treffer von Jason Spezza (26.) bleibt der einzige, den die Kanadier an diesem Abend erzielen. Obwohl sie die Partie über weite Strecken dominieren.

Mit hängenden Köpfen verlässt der Olympiasieger das Eis. Wie bereits im Vorjahr an der WM in Deutschland (2:5-Pleite) scheitert er bereits im Viertelfinal an den Russen. Der Weltmeister von 08 und 09 bekommt es nun im Halbfinal mit den zähen Finnen zu tun.

Finnland dank starkem Powerplay


Mit äusserst effektivem Powerplay nimmt Finnland bei der Eishockey-WM in der Slowakei mit dem 4:1-Sieg gegen Norwegen Kurs auf die Medaillen. Drei Überzahltore erzielt der Weltmeister von 1995 im Viertelfinal gegen das Überraschungsteam aus Norwegen.

Damit stehen die «Suomi» erstmals seit 2008 (Bronze) wieder im Halbfinal an einer Weltmeisterschaft. Die Norweger, die mindestens den sechsten Platz sicher haben, verbuchen trotz des Ausscheidens ihr bestes WM-Ergebnis seit Rang 5 vor 49 Jahren.

Die «Wikinger» bitten vor 8947 Zuschauern in Bratislava den Favoriten über ein Drittel lang die Stirn. Zunächst haben sie durch Mads Hansen (18.) und Lars-Erik Spets (19.) zwei hochkarätige Chancen zur Führung. Das 1:0 erzielt dann Ken Andre Olimb mit einem verwandelten Penalty (24.).

Die Finnen reagieren mit drei Powerplay-Toren innerhalb von neun Minuten. Jarkko Immonen (27./36.) und Tuomo Ruutu (29.) drehen das Spiel. Jani Lajunen (39.) sorgt für die Entscheidung, als ein Spieler jeder Mannschaft auf der Strafbank sass. (Si/yap)

Kanada - Russland 1:2 (0:0, 1:0, 0:2)

Orange Arena, Bratislava. – 9300 Zuschauer. – SR Kurmann/Larking (Sz/Sd), Arm/Dedjulia (Sz/WRuss). – Tore: 26. Spezza (Pietrangelo) 1:0. 50. Kaigorodow (Ausschluss Artjuchin!) 1:1. 53. Kowaltschuk (Radulow, Kalinin) 1:2. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Kanada, 5mal 2 Minuten gegen Russland.

Kanada: Bernier; Burns, Phaneuf; Schenn, Methot; Pietrangelo, Colaiacovo; Gragnani; Nash, Spezza, Neal; Clutterbuck, Zajac, Ladd; Eberle, Duchene, Kane; Tavares, Skinner, Stewart; Vermette.

Russland: Barulin; Atjuschow, Tjutin; Nikulin, Jemelin; Kornejew, Kalinin; Kulikow; Radulow, Tereschenko, Kowaltschuk; Morosow, Sinowjew, Saripow; Kuljomin, Kaigorodow, Artjuchin; Afinogenow, Gorowikow, Owetschkin; Tarassenko.

Bemerkungen: Kanada ohne Scalzo (überzählig), Russland ohne Nabokow (verletzt). Pfosten/Latte: Tavares (5.), Stewart (30.), Nikulin (42.).

Finnland - Norwegen 4:1 (0:0, 4:1, 0:0)

Orange Arena, Bratislava. – 8947 Zuschauer. – SR Persson/Piechaczek (Sd/De), Schulz/Scheljanin (De/Russ). – Tore: 24. Ken Andre Olimb 0:1 (Penalty). 27. Immonen (Granlund, Niskala/Ausschluss Bonsaksen) 1:1. 29. Ruutu (Mikko Koivu, Pesonen/Ausschluss Ask) 2:1. 36. Immonen (Granlund, Välivaara/Ausschluss Martinsen) 3:1. 39. Lajunen (Komarov, Jakkola) 4:1. – Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Finnland, 9mal 2 Minuten gegen Norwegen.

Finnland: Vehanen; Lepistö, Salmela; Niskala, Välivaara; Vaananen, Puistola; Kukkonen, Jakkola; Pyörälä, Mikko Koivu, Ruutu; Aaltonen, Kapanen, Komarov; Granlund, Immonen, Pesonen; Pihlström, Nokelainen, Lajunen.

Norwegen: Haugen; Tollefsen, Bonsaksen; Ask, Holos; Eerikki Koivu; Röymark, Frederiksen, Skröder; Mathis Olimb, Bastiansen, Spets; Holtet, Hansen, Ken Andre Olimb; Lorentzen, Martinsen, Forsberg.

Bemerkungen: Timeout Norwegen (58:51), danach ohne Torhüter.

Neuer Job für Suhonen

Alpo Suhonen kehrt noch einmal als Trainer an die Bande zurück. Der 63-jährige Finne, der zuletzt als Sportchef und Berater bei den Kloten Flyers gearbeitet hat, wird neuer Trainer des slowakischen Erstdivisionärs Banska Bystrica. Suhonen war der erste europäische Headcoach in der NHL (Chicago); in der Schweiz trainierte er Ambri, die ZSC Lions, Kloten (zweimal Meister) und Bern. (Si)
play Ein finnischer Fan: Werden wir ihn auch im Halbfinal sehen? (Reuters)

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