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Gekonnt trifft Ronnie Rüeger mit dem Queue den weissen Spielball. Er trifft die Kugel leicht unter der Mitte, damit sie zurückläuft und nicht mit der roten Kugel in die Tasche fällt. Alles klappt genau so wie geplant. Rot fällt, Weiss rollt auf die bestmögliche Position für den nächsten Stoss. So zielstrebig und vorausschauend wie im Billard plant er auch sein Leben.
Der Kloten Flyers- und Nati-Goalie hatte früher daheim im Elternhaus fast täglich mit seinem Bruder Billard gespielt. Jetzt kommt er kaum noch dazu.
Teilzeitjob im Marketing
Der bald 36-Jährige hat keine Zeit mehr dafür. Auch andere Freizeitbeschäftigungen wie Golf oder Ausfahrten mit seiner Harley müssen zurückstehen. Im Moment gibts für ihn fast nur Arbeit. Rüeger bereitet sich für die Zeit nach seiner Karriere vor.
Der erste Schritt dazu machte er vor zwei Jahren, als er vom HC Lugano zu den Kloten Flyers wechselte. «Im Tessin habe ich die Freizeit in vollen Zügen genossen. Es war eine tolle Zeit.» Bei seinem Stammklub in Kloten bekam er die Gelegenheit, neben seinem Goalie-Job auch noch in der Marketing-Abteilung zu arbeiten.
Nach dem Training gehts jeweils gleich ins Büro. Dort arbeitet er an diversen Projekten mit. Sei es, ein Golfturnier zu organisieren, Familientage bei den Spielen oder spezielle Aktionen mit Schulklassen. «Ich lerne viel und die Arbeit macht auch echt Spass», sagt Rüeger. Er glaubt, dass für jeden Eishockey-Profi ein 20-Prozent-Nebenjob machbar sei.
Karriere als Stürmer?
Das würde einigen Spielern nach ihren Karrieren die Rückkehr ins normale Berufsleben erleichtern, meint Rüeger. Noch steht nicht fest, wann er zurücktritt. Zwei, drei Saisons möchte er schon noch spielen. Doch er überlässt nichts dem Zufall. Damit der Übergang dann optimal klappt, besucht er an zwei Abenden pro Woche noch eine Marketing-Schule. Letzte Woche hat er die eidgenössische Diplom-Prüfung abgelegt.
In welcher Funktion er später bei den Flyers arbeiten wird, weiss er noch nicht genau. «In der Marketing-Abteilung gefällts mir», sagt Rüeger. Was er sicher weiss ist, dass er bei den Senioren weiter auf dem Eis stehen wird. Rüeger: «Aber nicht mehr als Goalie sondern als Stürmer. Ich will dann wieder mal Tore erzielen.» Sagts, und versenkt lässig die nächste Billard-Kugel.