Neben dem Resultat zählt auch das Auftreten – Sean Simpson hat an der WM in Finnland den Kredit verspielt.
Kann man das sportliche Versagen der Schweizer Nati an Trainer Simpson festmachen? Man kann nicht nur, man muss das tun. Es gibt keine Alternative zur Brachiallösung – der Kanadier muss ersetzt werden.
Das Resultatbulletin ist dabei nur ein Teil der Problematik: Zwei Mal hintereinander den Viertelfinal zu vergeigen, gehört nicht zur Vorwärtsstrategie von Swiss Ice Hockey. Der letzte negative Eindruck wird durch die Tatsache verstärkt, dass Simpson in Helsinki eine erstklassige Mannschaft zu Verfügung hatte.
Vier NHL-Spieler – so viel Prominenz hatte selbst Ralph Krueger nie zur Verfügung. Und trotzdem stolperte die Mannschaft über den Kieselstein Frankreich, der Weg in den Viertelfinal war damit verbaut.
Neben dem Versagen auf dem Eis ist Simpson auch für eine seltsame Aussenwirkung verantwortlich. Und die beginnt bereits bei Assistenten und Beratern: Warum benötigt ein Trainer mit Simpsons Erfolgsgeschichte Koryphäen wie Andy Murray oder Lance Nethery in seiner Entourage?
Simpson wurde von Swiss Ice Hockey engagiert, weil man explizit auf seine Meinung, seine Erfahrung und sein Können baute.
Simpson selbst sähte dann mit seiner Nervosität, fragwürdigen Entscheidungen und der präventiven Flucht in Ausreden schon vor Turnierbeginn Unsicherheit in der Mannschaft.
Er sprach von einem Mammutprogramm, kurzen Erholungsphasen und einem schwierigen Spielplan – den Fakten also, die bei einem Turnier für alle Gültigkeit haben.
In der Beurteilung von Simpsons Erfolgsbilanz war das Glas deshalb schon vor dem ersten Puckeinwurf halb leer – eine ungünstige Ausgangslage. Einen Grund dafür gab es nicht. Die Gründe für seine Entlassung hat Simpson gleich selbst geliefert.
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