Schweizer verlieren 0:2 gegen Schweden Jetzt braucht Hockey-Nati Schützenhilfe

  • Publiziert: 08.05.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dino Kessler aus Kosice

KOSICE - Guter Wille allein reicht nicht: Schweden gewinnt gegen die Schweiz 2:0. Jetzt müssen wir auf die Franzosen hoffen – eine schlimme Situation.

Frankreich muss gegen Norwegen gewinnen – und wir gegen die USA: Alles nach 60 Minuten. Den Sieg gegen die USA können wir bewerkstelligen, auch wenn die Amerikaner gestern James van Riemsdyk von den Philadelphia Flyers als Verstärkung geholt haben.

Aber helfen uns die Franzosen wirklich? Orélien «Jimmy» Omer, Materialchef der Französischen Nationalmannschaft und bei Servette, sagt zum helvetischen Hilfsbegehren nur ein Wort: Nein.

Wäre auch bizarr, wenn wir von den Franzosen Hilfe erwarten würden: Sie feiern seit dem verhinderten Abstieg und dem Abschluss der Vorrunde konsequent und heftig.

Die Rotweinvorräte im Mannschaftshotel in Kosice sind schon erschöpft, in den letzten Tagen haben sie sich den Weisswein vorgeknöpft, gewinnen können sie nichts mehr. Wenn wir allerdings auf die Hilfe der Franzosen angewiesen sind, um den Viertelfinal zu erreichen, ist zuvor vieles falsch gelaufen.

Gegen die Schweden sehen wir sehr gut aus – aber mehr nicht. Die Hoffnungen zerschellen nach dem harten Slapshot Backlunds in Genonis kurze Ecke in Einzelteile, ab Spielmitte spürt man, dass ein einziges Tor diese Partie entscheiden wird.

Simpson: «Wir können nicht enttäuscht sein, wir haben gut gespielt. Nach zwei Dritteln war allen klar, dass hier wohl ein einziges Tor entscheiden würde.»

Peter Popovic (Assistenzcoach Schweden): «Die Schweizer waren wirklich stark, wir mussten in der Defensive gehörig arbeiten, um sie auf Distanz zu halten.»

Banditen in Bratislava

Ausgeraubt wurden nur die Dänen in Bratislava: Während sich die Spieler am Samstag mit den Deutschen duellierten, plünderte eine dreiste Diebesbande im Hotel Tatra die Zimmer der Delegation – die Banditen räumten die Zimmer kurzerhand leer. (D.K.)

Weissrusslands Staatspräsident schaltet sich ein

Nach dem Sturz in die Abstiegsrunde kam der Marschbefehl: Der weissrussische Verbandschef Jewgeni Worsin wurde von Staatspräsident Alexander Lukaschenko aus Kosice abgezogen und zum Rapport nach Minsk zitiert. Der Despot ist Eishockeyfan und hat die Messer gewetzt: Bis zur Heim-WM 2014 soll Weissrussland zu den Topnationen gehören, Rückschritte gehören nicht zur präsidialen Strategie und sind bei Strafe verboten. (S.R./D.K.)

Schweden – Schweiz 2:0 (0:0, 0:0, 2:0)

Steel Arena, Kosice. – 5941 Zuschauer. – SR Bulanow/Odins (Russ/Lett), Hribar/Semjonow (Sln/Est). – Tore: 48. Backlund (Kronwall) 1:0. 60. (59:28) Backlund 2:0 (ins leere Tor). – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Schweden, 7mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schweden: Fasth; Petrasek, Gunnarsson; Erixon, Kronwall; Fernholm; Pääjärvi, Patrik Berglund, Thörnberg; Loui Eriksson, Persson, Nilsson; Tedenby, Silfverberg, Krüger; Sjögren, Wallin, Backlund.

Schweiz: Genoni; Diaz, Sbisa; Philippe Furrer, Julien Vauclair; Beat Gerber, Du Bois; Gobbi, Seger; Bieber, Martin Plüss, Rüthemann; Lötscher, Gardner, Simon Moser; Sprunger, Ambühl, Monnet; Stancescu, Trachsler, Rubin.

Bemerkungen: Schweden ohne Ericsson, Grossman und Ekman Larsson; Schweiz ohne Bezina (alle verletzt), Romano Lemm, Manzato (beide überzählig) und Stephan (Ersatztorhüter). Pfostenschüsse Tedenby (25.) und Loui Eriksson (51.). Schweiz von 58:55 bis 59:28 ohne Torhüter. – Schüsse: Schweden 33 (9-14-11); Schweiz 31 (7-11-13). – Powerplay: Schweden 7/0; Schweiz 5/0.

Tschechien - Russland 3:2 (2:0, 0:1, 1:1)

Orange Arena, Bratislava. – 9308 Zuschauer. – SR Reiber/Sterns (Sz/USA), Arm/Dedjula (Sz/WRuss).

Tore: 15. (14:01) Voracek (Rolinek, Skoula) 1:0. 16. (15:52) Jagr (Plekanec) 2:0. 32. Tereschenko (Atjuschow, Radulow/Ausschluss Plekanec) 2:1. 44. Plekanec (Penalty) 3:1. 56. Saripow (Kalinin, Sinowjew) 3:2.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Tschechien, 8mal 2 Minuten gegen Russland.

Österreich und Slowenien steigen ab

Mit Österreich und Slowenien steigen die beiden Aufsteiger nach einem Jahr wieder ab. Die Österreicher, die zum vierten Mal in sieben Jahren den Gang in die B-Gruppe antreten müssen, verlieren das entscheidende Spiel gegen Lettland 1:4.

Die Slowenen gehen im zweiten «Final» der Abstiegsrunde gegen Weissrussland gleich mit 1:7 unter. Die beiden Teams werden nächstes Jahr an der A-WM in Schweden und Finnland durch Kasachstan und Italien ersetzt. (Si)

Tschechien schlägt Russland

In der Neuauflage des WM-Finals von 2010 behält Tschechien erneut die Oberhand gegen Russland. Der Weltmeister besiegt die «Sbornaja» mit 3:2, ist nach wie vor ungeschlagen und steht bereits jetzt als Gruppensieger fest.

Bei den Russen kam Alexander Owetschkin erstmals an dieser WM zum Einsatz. Der Superstar der Washington Capitals konnte dem Spiel allerdings noch nicht den gewünschten Stempel aufdrücken. (yap)

Ranglisten (je 4 Spiele)

Gruppe F

1. Kanada 10 (20:9) *
2. Schweden 10 (16:7) *
3. USA 7 *
4. Norwegen 5
5. Schweiz 3
6. Frankreich 1

Gruppe E

1. Tschechien 12 *
2. Finnland 8 *
3. Deutschland 8 *
4. Russland 6 *
5. Dänemark 2
6. Slowakei

* für Viertelfinals qualifiziert

Abstiegsrunde

Slowenien – Weissr. 1:7
Lettland – Österreich 4:1

Rangliste (je 3 Spiele)
1. Lettland 6
2. Weissrussland 6
3. Österreich 3
4. Slowenien 3

Österreich und Slowenien steigen ab.

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