Kommentar Gaydoul, bitte übernehmen!

  • Publiziert: 31.03.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Ernst Kindhauser

Das System Krueger scheint unerschütterlich. Trotz mittelmässigem Leistungsausweis. Trotz Ausschluss der Besten. Und trotz Risiko, dass ein weiterer historischer Sportanlass im nationalen Jammertal endet. So wie die Fussball-EM 08.

Es ist die Sorge um die Eishockey-WM, die uns in den vergangenen Tagen bewog, ein heisses Eisen aufzugreifen, das den Fans offenkundig unter den Nägeln brennt. Rund 7000 BLICK-Leser äusserten sich online zur K-Frage: Soll Krueger noch vor WM-Beginn abgelöst werden?

Das Votum ist eindeutig. Eine klare Mehrheit unserer Leser findet, Ralph Kruegers Zeit sei abgelaufen.

Was die Fans bewegt, lässt das System Krueger kalt. Anders ist dessen Reaktion nicht zu interpretieren.

Naticoach Krueger selbst verweigert jegliche Stellungnahme. Die Verbandsbosse schweigen. Ebenso die WM-Veranstalter, trotz mehr als schleppendem Kartenvorverkauf. Und die so genannt freien Schweizer Medien? Auch sie schweigen – wie gleichgeschaltet.

Man könnte auch anders. Man könnte die vorgebrachten Argumente diskutieren, diese verurteilen, vielleicht gar gutheissen. Man könnte öffentlich streiten. Und damit die Hockey-WM aus ihrem komatösen Zustand ins öffentliche Bewusstsein rücken. So wie offene Gesellschaften gewöhnlich mit Tabuthemen verfahren. Zum Vorteil aller.

Gesprächsverweigerung ist ein Zeichen maroder Systeme. Früher oder später gehen sie daran zugrunde. Ergo braucht das Schweizer Hockey eine starke Hand, die Abhilfe schafft und das System Krueger beseitigt. Wenn nicht vor, dann halt nach der WM.

Philippe Gaydoul, bitte übernehmen Sie!

play Ernst Kindhauser (Stv. Sportchef). (Romina Amato)

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