BERN – Die Schweizer schlagen im entscheidenden Spiel die USA mit 4:3 nach Verlängerung. Aber der Siegestreffer durch Roman Wick kommt 13 Sekunden zu spät. Die Schweiz ist an der Heim-WM gescheitert.
Das Schweizer Nationalteam hat an der Heim-WM zum zweiten Mal seit 2003 die Viertelfinals verpasst. Die Equipe von Ralph Krueger gewann zwar in Bern zum Abschluss der Zwischenrunde gegen die USA 4:3 nach Verlängerung, hätte aber nach 60 Minuten siegen müssen.
Die Szenerie wirkte am Ende fast grotesk. Die Schweizer Hymne ertönte. Spieler wurden geehrt, die Fans bejubelten das Team im Chorus. Aber freuen mochte sich keiner der Sieger. Der Frust sass tief. Wick traf 13 Sekunden zu spät, nicht nach 59:59, sondern nach 60:13 Minuten.
Zwei Führungen verspielt
Zweimal erarbeitete sich die Schweiz eine Führung, zweimal konterten die Amerikaner. Als Romano Lemm kurz nach Spielmitte mit seinem zweiten Turnier-Tor zum 2:1 traf, wähnten die über 10000 Supporter das Glück endlich auf der Seite der Gastgeber. Obschon die US-Boys den zweiten Abschnitt deutlich beherrschten (17:4 Schüsse), führten die aufopfernd kämpfenden Schweizer.
Schweizer ohne Glück
Mit Lemms Treffer wechselte das Momentum gleichwohl nicht die Seite – vom Glück begünstigt waren die Schweizer schon während des gesamten Turniers nie. Ein Beleg dafür sind jene Sekunden vor dem zweiten Ausgleich der Nordamerikaner: Thomas Zieglers Schuss prallte vom Pfosten zurück, das unmittelbare Break endete mit Higgins 2:2.
Fehlgriff von Gerber
Dass ausgerechnet der zuvor starke Keeper Martin Gerber das Comeback der US-Equipe mit einem Fehlgriff ermöglichte, passte irgendwie ins schiefe Bild; die Vorgeschichte zum 2:3 ebenfalls. Im Schweizer Boxplay wertete der Referee eine harmlose Intervention Jeannins als Foul. Die unverhoffte Offerte schlug Ron Hainsey nicht aus. Zwölf Sekunden vor der zweiten Pause markierte der Atlanta-Verteidiger sein zweites Tor und den 3:3-Ausgleich.
Damit haben sich die USA und Lettland als letzte Teams für die Runde der besten acht qualifiziert.
Kanada doch noch bezwungen
Im zweiten Abendspiel bezwang Finnland zwar Kanada mit 4:3 nach Penaltyschiessen, hätte aber nach 60 Minuten gewinnen müssen, um den Gruppensieg zu holen.
In den Viertelfinals, die am Mittwoch und Donnerstag ausgetragen werden, kommt es der Reihe nach zu folgenden Paarungen: Russland – Weissrussland, Finnland – USA, Kanada – Lettland und Schweden – Tschechien. (Si/msc)
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Sprunger im Inselspital
Für Julien Sprunger, der gegen Schweden überzählig gewesen war, dauerte die Partie gegen Kanada bloss sieben Minuten. Sprunger wurde von David Backes brutal in die Bande gecheckt. Der Stürmer von Fribourg-Gottéron wurde mit Verdacht auf eine Nackenverletzung ins Berner Inselspital überführt. Sprunger musste vom Eis getragen werden. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. Nach kurzfristigen Lähmungserscheinungen in den Fingern und Füssen kann er nun wieder alle Gliedmassen bewegen. Folgeschäden seien nach der ersten MRI-Untersuchung nicht zu befürchten, sagte Nationaltrainer Ralph Krueger.
Schweiz - USA 4:3 (1:0, 1:3, 1:0, 1:0) n.V.
PostFinance-Arena, Bern. -- 10 317 Zuschauer. -- SR Orszag/Piechaczek (Slk/De), Bouguin/Kicha (Fr/Ukr).
Tore: 10. Ambühl (Blindenbacher, Streit/Ausschlüsse Backes, Brown) 1:0. 26. Hainsey (Pavelski/Ausschluss Paterlini) 1:1. 32. Lemm (Jeannin) 2:1. 36. Higgins (Ballard) 2:2. 40. (39:48) Hainsey (OSullivan/Ausschlüsse Ambühl, Jeannin) 2:3. 50. Plüss (Du Bois, Rüthemann) 3:3. 61. (60:13) Wick (Seger) 4:3.
Strafen: 7x2 Minuten gegen die Schweiz,
4x2 plus 5 Minuten (Backes) plus Spieldauer (Backes) gegen die USA.
Schweiz: Gerber; Streit, Weber; Blindenbacher, Bezina; Du Bois, Seger; Josi; Wick, Jeannin, Lemm; Paterlini, Ziegler, Deruns; Rüthemann, Plüss, Ambühl; Sprunger, Sannitz, Monnet; Romy.
USA: Esche; Hainsey, Suter; Johnson, Liles; Niskanen, Ballard; Bogosian; Brown, Backes, Blake; Okposo, OSullivan, Oshie; Pavelski, Higgins, Shannon; Stafford, Stempniak, Wilson; Foligno.
Bemerkungen: Schweiz ohne Rüeger (Ersatzgoalie), Gardner (Handverletzung), Furrer (überzählig). 8. Sprunger mit Verdacht auf Nackenverletzung ausgeschieden. Schweiz ab zweitem Drittel ohne Blindenbacher. Pfostenschüsse: 35. Ziegler; 38. Higgins. 59. Blake. Schweiz ab 58:30 bis 59:48 und ab 59:55 ohne Goalie. 29. Tor der USA annulliert wegen hohen Stocks. Schüsse: Schweiz 25 (10-3-11-1). USA 23 (6-13-4-0). Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/3, USA 2/4.
Kanada - Finnland 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:0) n.P.
Kloten-Arena. -- 5970 Zuschauer. -- SR Bulanow/Vinnerborg (Russ/Sd), Feola/Gordenko (USA/Russ).
Tore: 5. Pihlman (Sami Kapanen, Immonen) 0:1. 8. Salmela (Jarkko Ruutu, Komarov) 0:2. 17. Spezza (St. Louis, Weber/Ausschluss Kukkonen) 1:2. 38. Niko Kapanen (Antti Miettinen, Niskala/Ausschluss Doan) 1:3. 39. Heatley (Roy, Weber/Ausschluss Sami Kapanen) 2:3. 50. Heatley (Spezza, St. Louis/Ausschluss Vahalahti) 3:3. -- Penaltyschiessen: Stamkos 1:0, Immonen 1:1; St.Louis 2:1, Sami Kapanen -; Spezza -, Jarkko Ruutu 2:2; Immonen -, Roy -; Jarkko Ruutu 2:3, St. Louis 3:3; Jarkko Ruutu -, St. Louis -; Hyvönen 3:4, Stamkos.
Strafen: 11x2 Minuten gegen Kanada,
6x2 Minuten gegen Finnland.
Kanada: Roloson; Hamhuis, Weber; Doughty, Phillips; Vlasic, Coburn; Schenn; Fisher, Zajac, Horcoff; Heatley, Spezza, Roy; St. Louis, Stamkos, Doan; Upshall, Lombardi, Upshall.
Finnland: Rinne; Nummelin, Mikko Lehtonen; Kukkonen, Niskala; Jaakola, Salmela; Niinimaa; Antti Miettinen, Niko Kapanen, Hagman; Sami Kapanen, Immonen, Pihlman; Hyvönen, Hytönen, Vahalahti; Jarkko Ruutu, Santala, Komarov.
Bemerkungen: 34. Lattenschuss Hyvönen.
60. (59:52) Timeout Finnland, bis 60:00 ohne Goalie.
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