Spengler Cup Sidelines Teil II Trulli, ein wahrer Promi am Spengler Cup

  • Publiziert: 02.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Alain Kunz
play Meeting auf 1500 Metern: Von links BLICK-Redaktor Alain Kunz, Carretta-Wirt Antonio Sellitto, Formel-1-Star Jarno Trulli… und Kunz junior, Noah. (ZVG)

Der Spengler-Cup ist vorbei. Jetzt kommen die Weltstars nach Davos. Trulli-trulla-Trullalala.

Das VIP-Village namens EisDome hat ausgedient. Die Mega-Konstruktion, die 250 000 Franken gekostet hat, wird wieder ins Unterland gekarrt. Wieder werden x Sattelschlepperfahrten nötig sein. Ist es ein Verlust? Will man Möchtegern-VIPs Gehör verschaffen, die motzten, dass sei gar kein echtes VIP-Zelt, weil alles berappt werden musste, nicht. Nun, für die „richtigen“ VIPs, die Über-VIPs, die Mega-VIPs gabs eine zweite Etage, die den Fussvolk-VIPs versperrt blieb. Dort musste das Portemonnaie nicht gezückt werden.

So ist das halt im Leben: Wer noch mehr hat, dem wird auch mehr gegeben. Aber, damit kein falscher Eindruck entsteht: Futterneid spricht keineswegs aus diesen Zeilen eines maximalen Fussvolk- und Büezer-VIPs, denn die meisten der Damen und Herren aus der Beletage machen den Spengler-Cup überhaupt erst möglich. Also verneigen wir unser Haupt. Und schreiben gar nicht erst von Kleti und Pleti, welche die untere Etage bevölkerten.

Und das Unwort Cervelat-Prominenz hacken wir schon gar nicht in den Labtop, da sich das nicht geziemt. Und ohnehin bald ein helvetisch unmöglicher Ausdruck sein wird. Stirbt die Cervelat tatsächlich aus, was zu befürchten ist, würde es wenig Sinn machen, weiterhin von Cervelat-Prominenz zu sprechen. In diesem Sinne plädieren wir für, sagen wir, Wienerli-Promis. Oder doch lieber Bratwurst-Promis? Nein, Cipollata-Promis!

Ein wahrer Promi

Egal. Unzweifelhaft nicht in diese Kategorie gehört Jarno Trulli. Der Formel-1-Pilot und Weingutbesitzer ist seit Jahren ein Davos-Afficionado. Mit einem Makel: Den Spengler-Cup liess er bisher aussen vor. Das hat der Toyota-Pilot heuer geändert. Erstmals beehrte er die Vaillant-Arena mit seiner Präsenz und war vom Gebotenen ganz angetan: „Ein tolles Spektakel!“

Gleich nach dem 5:3-Sieg von Dynamo Moskau über Team Canada gings zurück in sein Davoser Asyl, das Restaurant „La Carretta“. Dort traf sich der Rennfahrer mit BLICK online und prophezeite der Formel 1 im Soge der Weltfinanzkrise eine ganz, ganz schwierige Saison. Davon nahm er nicht einmal sein eigenes Team aus, obwohl Toyota der weltgrösste Automobilkonzern ist. „Es wird für alle ein hartes Jahr werden, auch für uns.“

Grosse Stücke hält Trulli auf Sébastien Buemi, der dieses Jahr den Schweizer Wiedereinstieg in die Luxusklasse des Autorennsports sicherstellen dürfte. „Bravo“ sei er, wie die Italiener zu sagen pflegen. „Sehr talentiert. Aber es wird sich weisen, wozu er in der Formel 1 imstande ist. Das ist schon eine andere Liga.“

Trullis Weine

Trulli sprachs und signierte ein paar Flaschen seiner Weine für Antonio Sellitto, den legendären neapolitanischen Wirt des Carretta. Sellitto hat schon alle Grossen des Sports getroffen und gar eine eigene Sportlerehrung ins Leben gerufen, die internationale Sportnacht in Davos. An der diesjährigen (und siebten) Austragung waren Cracks wie Philippe Senderos, Fabian Cancellara, Kjetil-André Aamodt, Sergej Aschwanden, Manuela Pesko, Massimo Busacca, Christian Stucki, Pierre Littbarski, Bruno Kernen, Rad-Weltmeister Alessandro Ballan, Ariella Käslin, Vreni Schneider, Paul Accola und Kubilay Türkyilmaz zugegen – um nur die wichtigsten zu nennen.

A propos Trullis Weine: Der Mann aus Pescara ist mit den Tropfen der Podere Castorani, für deren Spitzenprodukt „Jarno“ er mit seinem Namen bürgt, ein echter Botschafter des Montepulciano d’Abruzzo. Kann er auch problemlos sein, denn die zumeist biologisch produzierten und unfiltrierten Weine stehen für grossen Trinkspass.
Nun, den hatte auch Trulli an Silvester, denn nach der Blitzvisite im Carretta fuhr er gleich weiter nach Pontresina, wo er im Kreise seiner Familie in seinem Engadiner Haus den letzten Abend des Jahres 2008 verbrachte.

Der Service stimmt wieder

Zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag zu den Davoser Sidelines Nummer 1: Ein weiterer Besuch auf dem Fuxägufer ergab nach der Konstatierung des Ausbruchs der Service-Personal-Seuche ein weit erfreulicheres Bild: Die Lage hatte sich weitgehend beruhigt und die Tische wurden wieder fristgerecht abgeräumt. Womit auch die Schadenfreude der Konkurrenz auf dem Jakobshorn (Güggel), die den BLICK-online-Artikel in Massenmails verbreitete, als den weit schlimmeren Fauxpas dastehen lässt, als ein temporärer Service-Zusammenbruch an einem Ausnahmetag.

In diesem Sinne: Skol 2009!

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