Alter Bekannter am Spengler Cup Riga-Coach Rautakallio: «Ich hatte fast Heimweh»

DAVOS PLATZ - GR - 13 Jahre in der Schweiz haben bei Pekka Rautakallio (58) Spuren hinterlassen. Der finnische Riga-Coach spricht von Heimweh.

  • Publiziert: 30.12.2011, Aktualisiert: 10.01.2012
  • Von Angelo Rocchinotti

Händeschütteln da, Schulterklopfer dort: Pekka Rautakallio (58) ist am Spengler Cup ein gefragter Mann. So wird der Finne am Donnerstag, dem freien Tag, vor dem Training mit Riga von HCD-Coach Arno Del Curto zu sich in die Kabine eingeladen.

Und als Rautakallio dann mit seinem Team auf dem Eis steht, ruft ihn Team-Canada-Masseur Andy Hüppi – die beiden kennen sich aus der Zeit bei Rapperswil-Jona – auf einen Schwatz auf die Strafbank.

«Ich freue mich riesig, alte Freunde wieder zu sehen», sagt Rautakallio. Der ehemalige NHL-Verteidiger (258 Spiele für Atlanta und Calgary) liess Ende der 80er-Jahre seine Aktiv-Karriere in Rapperswil-Jona ausklingen.

Später führte er die St. Galler als Trainer gleich auf Anhieb in die NLA und coachte auch Bern und die ZSC Lions, ehe er 2006 in Ambri gefeuert wurde.

«Der bitterste Moment in der Schweiz. Es kann nicht sein, dass immer der Trainer die volle Verantwortung übernehmen muss», sagt der Finne.

Seit diesem Sommer betreut er Dinamo Riga. «Ich habe viele Offerten aus der KHL ausgeschlagen. Die langen Reisen mit dem Flugzeug schreckten mich ab. Dieses ewige Warten am Flughafen ist todlangweilig», erzählt Rautakallio.

«Weil mich die KHL aber trotzdem reizte und die lettische Hauptstadt nur 50 Flugminuten von Helsinki entfernt liegt, habe ich die Herausforderung angenommen.»

Als «Rocky» – so nannten sie ihn in der NHL – mit seinem Team im Bus von Kloten an den Spengler Cup fuhr, kamen Heimatgefühle auf.

«Ich merkte, was mir in den letzten Jahren fehlte: Die Berge, der Schnee und die Sonne. Für mich ist es ein Nachhausekommen und die Schweiz meine zweite Heimat. Ich hatte fast etwas Heimweh», sagt er.

Rautakallio erinnert sich auch an seine erste Spengler-Cup-Teilnahme 1974. Damals als Spieler für die finnische B-Auswahl.

«Weil die Eishalle noch nicht stand, spielten wir auf der offenen Kunsteisbahn. Die Spiele mussten mehrfach unterbrochen werden, weil es schneite.»

Rautakallio verteidigte mit Timo Nummelin – dem Vater von Luganos Petteri. «Timo war nicht so offensiv wie Petteri», erinnert sich Rautakallio. Für die Finnen resultierte der dritte Rang. Dies will Rautakallio heuer mit Riga toppen.

Einen ersten Schritt dazu, kann er am Freitagabend mit einem Halbfinal-Sieg machen.

play Pekka Rautakallio wurde vom HC Ambri-Piotta entlassen. (Blicksport)

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