Deutschland nah an der Sensation Russland trifft im Final auf Tschechien

  • Publiziert: 22.05.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

Beinahe gelingt den Deutschen die Sensation gegen die Russen. Schliesslich heisst der WM-Final aber Russland - Tschechien.

Erstmals seit Einführung der K.o.-Phase vor 18 Jahren stehen sich die Erzrivalen Russland und Tschechien im WM-Endspiel gegenüber. Die Russen haben die Möglichkeit, ab 20.30 Uhr in Köln den dritten Titel in Serie einzufahren, für die Tschechen wäre es das erste WM-Gold seit 2005.

Die Finalteilnahme des Teams von Slawa Bykow ist eine hart erkämpfte Angelegenheit. Gastgeber Deutschland wehrt sich gegen den klaren Favoriten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Bis zur Spielhälfte führt der mutige Schweizer Viertelfinal-Bezwinger dank einem Rebound-Tor von Marcel Goc in doppelter Überzahl nicht einmal unverdient 1:0, ehe NHL-Star Jewgeni Malkin ausgleicht (32.).

Den spielentscheidenden Fehler leistete sich Philip Gogulla. Der Viertlinien-Flügel, der mit seinem Tor am Donnerstag die Schweiz eliminiert hat, spielt auf der gegnerischen blauen Linie einen verhängnisvollen Querpass. Den folgenden Konter schliesst Pawel Dazjuk von den Detroit Red Wings 110 Sekunden vor Schluss zum 2:1 ab.

Im ersten Halbfinal gleicht Tschechien gegen Schweden erst acht Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit durch Verteidiger Karel Rachunek (verdientermassen) zum 2:2 aus. Die Schweden bringen eine zweimalige Führung nicht ins Ziel und müssen sich dem Dauerdruck des Gegners kurz vor Schluss beugen.

Tschechien gewinnt nach torloser Verlängerung zum zweiten Mal innert weniger als 48 Stunden nach dem Sieg im Viertelfinal gegen Finnland das Penaltyschiessen. Die Legionäre Lukas Kaspar (Kärpät Oulu) und Jan Marek (Metallurg Magnitogorsk) behalten die Nerven und treffen zum Sieg.

Tschechien hat damit die erste Medaille seit WM-Silber 2006 auf sicher, Schweden kann im Spiel um Bronze zum siebten Mal in zehn Jahren Edelmetall gewinnen.

Der zweite Finalist wird ab 18.00 Uhr zwischen Gastgeber Deutschland und Titelverteidiger Russland ermittelt. (Si/sme)

Russland - Deutschland 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)

Kölnarena. – 18 734 Zuschauer (ausverkauft). – SR Baluska/ Levönen (Slk/Fi), Arm/Kalivoda (Sz/Tsch).

Tore: 16. Marcel Goc (Schütz, Ehrhoff/Ausschlüsse Kulemin, Jemelin) 0:1. 32. Malkin (Gontschar, Kowaltschuk) 1:1. 59. Dazjuk 2:1. – Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Kulemin) plus Spieldauer (Kulemin) gegen Russland, 4mal 2 Minuten gegen Deutschland.

Russland: Koschetschkin; Kornejew, Grebeschkow; Gontschar, Kalinin; Nikulin, Jemelin; Atjuschow, Kulikow; Suschinski, Sergej Fedorow, Owetschkin; Malkin, Dazjuk, Kowaltschuk; Koslow, Tereschtschenko, Frolow; Afinogenow, Anissimow, Kulemin.

Deutschland: Zepp; Ehrhoff, Dietrich; Krueger, Sulzer; Holzer, Braun; Nicolai Goc, Butenschön; Schütz, Marcel Goc, Rankel; Wolf, Ullmann, Müller; Felski, Barta, Kreutzer; Tripp, Hospelt, Gogulla.

Bemerkungen: Deutschland ohne Hager (verletzt) und Assistenztrainer Ernst Höfner (gesperrt). Pfostenschuss Malkin (3.). Holzer verletzt ausgeschieden (12.). Timeout Deutschland (58:30), Deutschland danach ohne Torhüter.

Schweden - Tschechien 2:3 (1:1, 1:0, 0:1 0:0) n.P.

Kölnarena. – 13 437 Zuschauer. – SR Looker/Savage (USA/Ka), Dedjulia/Valach (WRuss/ Slk).

Tore: 9. Harju (Karlsson, Omark/Ausschluss Klepis) 1:0. 18. Mojzis (Kaspar, Rolinek) 1:1. 32. Engqvist (Martensson, Ekman Larsson) 2:1. 60. (59:52) Rachunek (Voracek) 2:2 (ohne Torhüter). – Penaltyschiessen: Magnus Johansson – (gehalten), Kaspar 0:1; Omark 1:1, Marek 1:2; Martensson – (gehalten). – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Schweden, 6mal 2 Minuten gegen Tschechien.

Schweden: Gustavsson; Magnus Johansson, Jonathan Ericsson; Karlsson, Hedman; Bäckman, Ekman Larsson; Gunnarsson; Andersson, Persson, Backlund; Harju, Engqvist, Omark; Marcus Nilsson, Martensson, Pääjärvi Svensson; Pettersson, Wallin, Nylander.

Tschechien: Vokoun; Rozsival, Mojzis; Nemec, Caslava; Rachunek, Blatak; Jagr, Vampola, Klepis; Marek, Rolinek, Voracek; Kaspar, Cervenka, Novotny; Kvapil, Koukal, Hubacek.

Bemerkungen: Schweden ohne Weinhandl (verletzt). Timeout Tschechien (59:15). Tschechien von 58:14 bis 59:52 ohne Torhüter.

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