Ausdrucken Weiterleiten
 

Die Patinoire St-Léonard ist das heisseste Stadion

Die BLICK-Eishockey-Redaktion begleitet Sie mit einem Blog durch die Playoffs.

Aktualisiert um 13:14 | 24.03.2009

Die Patinoire St. Léonard toppt alles (22.3.)

(Mc Freddy Photo Presse)
(Mc Freddy Photo Presse)

Welches Schweizer Hockeystadion löst die heissesten Emotionen aus? Das Hallenstadion? Pffft. Die PostFinance Arena? Guter Witz. Die Kolping Arena? Ähem… Es ist natürlich die Patinoire Communale in Fribourg, auch bekannt als St. Léonard.

Unter der Bedingung natürlich, dass Gottéron gerade einen Lauf hat, so wie jetzt. Aber wenn das Feuer einmal brennt, kommt man sich da vor wie in einem der alten Stadien in der kanadischen Pampa: Es ist eng, es ist laut, der Nachbar schmeckt nach Fritten und Hot Dogs, an der Decke hängen die Leibchen der Helden von einst. Die Gefahr, von einem fehlgeleiteten Befreiungsschlag getroffen zu werden, ist beängstigend hoch, man muss darauf hoffen, dass es den Sitznachbar erwischt.
Das Feuer brennt in Fribourg. Beim Klub, der traditionell lieber vorwärts spielt als zu verteidigen, weil in der Defensivarbeit nichts Konstruktives zu finden ist.

Selbstverständlich kannte der Verein während der Glanzzeiten der beiden russischen Artisten Slawa Bykow und Andrei Chomutow auch nur diesen einen Weg: kompromisslose, bedingungslose Offensive.
Selbst in der Verteidigung fanden sich Künstler, die wie zurückgezogene Stürmer auftraten und die beiden Russen in ihren Angriffsbemühungen unterstützten: Man denke nur an die Geniestreiche von Patrice Brasey oder Fredy Bobillier, die immer wieder Wege fanden, Bykow und Chomutow mit fruchtbaren Ideen zu beliefern statt – wie viele andere – ausschliesslich vom Können der beiden Superstars zu profitieren.
Dass Gottéron trotz der beiden Russen und drei Finalteilnahmen (92 gegen Bern, 93 und 94 gegen Kloten) keinen Meistertitel gewonnen hat, ist ein Witz, eigentlich fast schon eine Realsatire.

Für viele ist der Grund für den fehlenden Titel, dass Fribourg zu dieser Zeit keinen Spitzentorhüter hatte. Bern hatte Tosio, Kloten hatte Pavoni. Fribourg hatte Dino Stecher.
Gottéron-Insider schürfen jedoch tiefer. Dem Goalie die Schuld zu geben, sei nur an der Oberfläche gekratzt, der wahre Grund liege beim Trainer, der von seinen Antipoden regelmässig ausgecoacht worden sei.
Bern hatte Bill Gilligan, Kloten hatte Conny Evensson. Fribourg hatte Paul-André Cadieux.

Sollte sich Fribourg gegen Davos für den Final qualifizieren, stehen die Chancen gut für die Copains, endlich den ersten Meistertitel einzufahren. Sie haben den besten Goalie der Liga und einen ausgefuchsten Coach: Sébastien Caron und Serge Pelletier.
Es wäre dann auch der vierte Kübel für Gil Montandon (43), den einzigen Spieler der NLA, der seit der Einführung der Playoffs (1985/1986) jede NLA-Saison bestritten hat.
Vielleicht will es das Schicksal, dass Andrei, der Sohn des Zaren Slawa, 15 Jahre nach der grössten Niederlage seines Vaters die Geschichte des Vereins umschreibt. (Dino Kessler)

Die Auferstehung:

Ambri war schon totgesagt – doch totgesagte leben länger. Ambri gewinnt in Biel 2:0, gleicht in der Serie aus, holt sich den Heimvorteil zurück und tankt mächtig Selbstvertrauen.
Generaldirektor Jean-Jacques Aeschlimann, selbst gebürtiger Bieler, versucht exklusiv auf Blick.ch direkt im Anschluss an das Spiel vom Samstag in Biel die «Renaissance» von Ambri zu erklären.
Am Dienstag geht’s mit Spiel fünf in der Valascia weiter… und die Spannung steigt!

Jean-Jacques Aeschlimann im Interview (21.3.)


Wer wird neuer SCB-Trainer (20.3.)
Marcel Jenni im Handy-Video (20.3.)


Marcel Jenni äussert sich zur WM-Teilnahme (20.3.)

Marcel Jenni (35) spielt so stark wie nie und ist die überragende Spielerpersönlichkeit der Kloten Flyers in diesen Playoffs. Noch ein Sieg fehlt den «Fliegern» und dann steht Jenni mit ihnen im Playoff-Final. Für Kloten wäre es die erste Final-Teilnahme nach 13 Jahren.

Im Handy-Interview (oben) verrät der Stürmer, was nun zu tun ist, damit der erste Matchpuck am Samstag in Zug verwertet werden kann.

Und er spricht über seine persönliche Verfassung und über ein mögliches Comeback in der Nati. (Marcel Allemann)

Den Plüschtieren geht’s an den Kragen (19.3.)

Match 3 im Halbfinal-Duell zwischen Davos und Gottéron. Die Bündner Bergluft hat die Fribourger in dieser Saison erst zu einem Sieg (2:1 nach Penalty) angetrieben, die restlichen vier Gastspiele gingen verloren – zuletzt der erste Halbfinalmatch mit 1:4.

Trotzdem bereiten sich die Saanestädter immer gleich auf die Auswärtsspiele in Davos vor und reisen bereits am Vorabend an. In einer Playoff-Woche sind die Spieler so fast rund um die Uhr zusammen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einer rund vierstündigen Car-Fahrt trafen die Fribourger um 18 Uhr im Hotel in Davos ein. Ein Meeting um 19.15 Uhr stimmte die Mannschaft auf die heutige Partie ein, bevor ein Abendessen in einem Restaurant den Abschluss des Tages bildete. Davor, dazwischen oder danach vertreiben sich die Akteure die Zeit mit Kartenspielen (vor allem die kanadische Fraktion) oder Fernsehschauen.

Gut für den Teamgeist seien solche frühen Anreisen, lassen die Spieler unisono wissen. Und der viel zitierte Teamgeist ist es ja, der den Fribourgern schon so manche Überraschung ermöglichte. Dass das heutige Warm-up nicht «in den eigenen vier Wänden», sondern in der Vaillant-Arena stattfindet, sei dabei nicht störend, versichern sie.

Nebst dem Teamspirit zählt bei Gottéron aber vor allem noch eines: die Symbolik. Vor dem Playoffstart konnten sich die Spieler ein Army-Shirt mit einem Aufdruck kreieren. «Don´t be afraid to be a champion» prangt auf der Brust. In diesem Shirt laufen die Spieler ein oder tragen es sogar unter der Ausrüstung. Im untenstehenden Video präsentiert Alain Reist das Shirt!

Eine besondere Rolle in der Kabine spielen Plüschtiere! Beim letztjährigen Viertelfinal-Coup gegen den SC Bern nahm dieser «Brauch» seinen Anfang. Nach jedem Sieg wurde einem Teddybären ein Körperteil abgerissen. Fürs Halbfinale gegen Servette fand man keinen Plüsch-Adler – und scheiterte.

Im diesjährigen Viertelfinal gegen die ZSC Lions musste ein Plüsch-Löwe dran glauben. Nach jedem Sieg musste er ein Bein lassen, als Triumph wurde der verbliebene Kopf auf einem Stock spazieren geführt. Und jetzt sind vier Plüsch-Steinböcke an der Reihe: Einem fehlt seit Dienstag bereits der Kopf. Adrien Lauper, der nach 46 torlosen Spielen wieder mal einen Treffer gelandet hatte, durfte ihn abreissen.

Wer wird heute zum Matchwinner und darf dem nächsten Steinbock an den Kragen? (Nicole Vandenbrouck)

Ein Blick auf die NLA-Skorerliste (18.3.)

Die aktuelle Skorerliste spricht eine klare Sprache. (Blick.ch)
Die aktuelle Skorerliste spricht eine klare Sprache. (Blick.ch)

Beim Blick auf die Skorerliste der NLA-Playoffs müsste das Herz des Natitrainers eigentlich einen Gang höher schalten: 4 Schweizer in den Top 5 – ein Rekordwert von historischen Ausmassen? Oder nur eine Propagandalüge des offiziellen Verbandstatistikers?

Anlass für eine saftige Polemik liefert die Momentaufnahme der momentan besten Punktesammler allemal – drei von vier dieser Schweizer mit der Lizenz zum Treffen sind für die Nationalmannschaft tabu – auch wenn sich der Fan für die WM im eigenen Land vor allem Spektakel und ein forsches, inspiriertes Auftreten wünscht.

Das Verhältnis zwischen Nati-Trainer Ralph Krueger und dem genialen Sturmduo Reto Von Arx / Michel Riesen ist schon seit Jahren so weit unterkühlt, dass an ein Comeback nicht mehr zu denken ist. Ein Zustand, der eigentlich unhaltbar ist.

Anders sieht es bei Marcel Jenni aus. Der Zürcher, einst ein Problemkind in Klub und Nationalmannschaft, hat den Weg in die persönliche Stabilität gefunden. Und damit in letzter Konsequenz einen Leistungsstandard erreicht, von dem andere nur träumen.

Der Vielseitige spielt eine Traumsaison für die Kloten Flyers, steckt Provokationen locker weg und die Pucks elegant ins Tor.

Trotzdem ist Jenni für die Nationalmannschaft kein Thema mehr, auch wenn sich «Schöggi» öffentlich zu seinen Ansprüchen auf einen Platz bei den besten der Schweiz bekennt.

Vor Jahren distanzierte sich der ehemalige Schweden-Legionär von Kruegers Philosophie der gesicherten Defensive. Nach der letzten WM will Jenni aber einen Paradigmenwechsel in Kruegers System entdeckt haben. Ein Jenni in der Nati wäre wieder möglich, man müsste ihn nur fragen.

Während sich die Verlierer aus den Reihen des SCB und der ZSC Lions ab dem nächsten Montag auf der Lenzerheide ihre Wunden lecken, beeindrucken Jenni & Co. weiterhin mit ihren Leistungen auf höchstem Niveau im Rennen um den Meistertitel.

Sollte man die alten Zöpfe nicht einfach abschneiden und im Sinne einer möglichst leistungsfähigen Nationalmannschaft für die Heim-WM alles aufbieten, was Rang und Namen hat? (Dino Kessler)

Wenn Trainer in Not geraten (17.03.)

Grenzenloser Jubel beim EV Zug.
Grenzenloser Jubel beim EV Zug.

Im Sinn von sportlichen Überraschungen und des medialen Spektakels wäre es, wenn Fribourg und Zug in diesem Jahr den Playoff-Final bestreiten und Last-Minut-Playoff-Teilnehmer EVZ anschliessend Meister werden würde.

Im Sinn der Förderung einer Leistungsgesellschaft wäre es dagegen, wenn Kloten und Davos den Playoff-Final erreichen und die Zürcher, welche zuvor bereits die ganze Saison an der Spitze mitspielten, den Meisterpokal holen würden.

Auch dürften die nicht mehr direkt beteiligten Trainer und Klubverantwortlichen heimlich den Kloten Flyers oder zumindest Davos die Daumen drücken. Denn wie wollen sie ihren Spielern in der nächsten Saison während 50 Quali-Runden Beine machen, ohne dabei belächelt zu werden, wenn ein Team aus der zweiten Tabellenhälfte Meister wird? Das würde für jeden Übungsleiter zu einer Knacknuss.

Als Meister ZSC Lions im vergangenen Herbst während einigen Partien schwach spielte, hatte Trainer Sean Simpson dafür überhaupt kein Verständnis. Man könne nicht jede Saison von Rang 6 aus Meister werden, argumentierte er damals. Doch was soll Simpson in Zukunft noch sagen, wenn man sogar als Siebter oder Achter Meister werden kann? Er käme in Erklärungsnotstand.

Würde der EV Zug Meister, wäre das sogar eine Gefahr für den NLA-Modus. Denn die Qualifikation würde automatisch massiv abgwertet. Und es gäbe nur noch einen Weg, um sie wieder aufzuwerten: Zurück zu 44 statt 50 Quali-Runden – dann wäre der EVZ für seine katastrophale erste Saisonhälfte bestraft worden und nun gar nicht in den Playoffs. (Marcel Allemann)

Bröckelt Fribourgs Teamspirit? (15.03.2009)

Lange Gesichter bei den Fribourgern. (Keystone)
Lange Gesichter bei den Fribourgern. (Keystone)

Nach vier Siegen in Serie im Viertelfinal gegen die ZSC Lions ist Fribourg gestern auf dem auf 1´560 Meter über dem Meer gelegenen harten Davoser Boden der Realität gelandet. Nach neuntägiger Spielpause war es zwar keine komplette Bruchlandung – doch von Gottérons zuvor unvergleichlichem Team-Spirit war nach dem Match nicht mehr viel übrig.

Nach einem solchen Dämpfer reagieren alle Spieler verschieden.

Aggressiv – wie die beiden Fribourg-Verteidiger Birbaum und Seydoux, die im Kabinengang ihre Stöcke in die Ecke schmissen, wütend gegen die Türe traten und so ihrem Frust freien Lauf liessen. Seydoux hatte auch allen Grund dazu…

Professionell – wie Andrej Bykow, der einzige Torschütze der Drachen, der auch als einer der wenigen Akteure den wartenden Medien Red und Antwort stand.

Trotzig – wie Torhüter Sébastien Caron, der jegliche Aussage verweigerte. Wie übrigens auch Defensiv-Hüne Shawn Heins.

Nun gut, der Kanadier kam gerade aus der Garderobe des Schiedsrichters, als ihn die Journalisten abfangen wollten. Dort hatte sich Heins bei Ref Danny Kurmann für seine Stinkefinger-Entgleisung Richtung Publikum entschuldigt.

Damit hatte er sich nach Spielende gemäss Reglement noch eine Matchstrafe eingebrockt und wäre somit am Dienstag gesperrt. Dies ärgert den 35-Jährigen wohl mehr als sein gebrochenes Wort. Heins hatte dem Fribourg-Präsidenten versprochen, in diesen Playoffs keine Fünf- oder Zehn-Minuten-Strafe zu kassieren. Daran hielt er sich zwar auch gestern, spielte körperbetont, schoss aber nie übers Ziel hinaus. Für ihn deshalb unbegreiflich, dass er nun für seinen ungefährlichen Fingerzeig eine Matchstrafe aufgebrummt bekommt.

Professionell verhielt sich Trainer Serge Pelletier, der sich nach seinem Besuch bei den Schiedsrichtern stoppen liess. Und sogar noch irgendwie charmant erklärte, dass einige seiner Spieler einfach zu wenig Engagement aufs Eis gebracht hätten. Den Betreffenden wird er dies auch persönlich verklickert haben.

Nach diesen Szenen nach der ersten Niederlage der Fribourger in den Playoffs stellt sich nun die Frage, ob der Team-Spirit der Drachen einigen Dämpfern standhalten wird. Oder auf dem steinigeren Bündner Weg Richtung Final bröckelt. (Nicole Vandenbrouck)

Jubel im Emmental!


Tigers schaffen Liga-Erhalt (13.3.)

Auch in dieser Saison, im elften Anlauf, reichte es den Tigers nicht in die Playoffs. Die Langnauer mussten wieder in den sauren Playout-Apfel beissen.

Nach dem Sieg gegen den EHC Biel müssen die Tigers wenigstens nicht in die Overtime des «Playout-Finals», den bestreiten Aufsteiger Biel und Liga-Sorgenkind Ambri-Piotta.

Die Tigers-Fans feierten ihr Team nach dem Sieg gegen Biel in Game Seven euphorisch (Video oben). «Dänu» Steiner, Publikums-Liebling und Toptorschütze der Tigers verabschiedet sich exklusiv auf Blick.ch von den Fans in den Sommer (Video unten).

Kurz vorher hatte Steiner noch Biels Jéremy Kamerzin verprügelt. Das ist so üblich in Langnau nach dem letzten Saison-Spiel. 2008 hatte der damalige Tigers-Topskorer Josh Holden Ambris Erik Westrum verprügelt. (Peter Pflugshaupt)

Daniel Steiner bedankt sich bei den Fans (13.3.)


Spannung auf italienisch (13.3.)

Teleclub ist die Nummer 1 im Eishockey. Das Schweizer Fernsehen besitzt seit drei Jahren nur noch die Zweitrechte an der Meisterschaft und zumindest das Deutschschweizer Fernsehen behandelt Eishockey auch wie einen Zweitklassensport.

So war es in dieser Saison bereits während der Champions-Hockey-League, als SF die ersten drei Runden verpennte und erst danach auf die Welle der Euphorie aufsprang. Und so ist es auch jetzt in den Playoffs.

Von den ersten beiden Playoff-Runden kann der Teleclub exklusiv berichten, so will es der Vertrag mit der Liga. Doch ab Spiel 3 darf jeweils auch das Schweizer Fernsehen einen Match auswählen, den es live übertragen kann.

Im Tessin und der Romandie hat man damit leben gelernt und macht von diesem Recht auch rege Gebrauch. Anders sieht es in der Deutschschweiz aus, SF 2 und SFInfo glänzten während den Playoffs vor allem durch Abwesenheit.

Das sensationelle Ausscheiden der beiden publikumsträchtigen Titelfavoriten ZSC und SCB ging still und leise ohne Livematch über die Bühne. Dagegen durfte man auf dem Westschweizer Kanal den spektakulären entscheidenden Sieg von Fribourg über den ZSC bestaunen und auf dem Tessiner Kanal die an Spannung nicht mehr zu überbietende Serie zwischen Davos und Lugano mitverfolgen.

Glücklich darf sich daher schätzen wer Hockeyfan ist und gleichzeitig der französischen und italienischen Sprache mächtig ist.

Natürlich sorgte die Ignoranz des Deutschschweizer Fernsehens für Reaktionen. Bei den Medien treffen regelmässig Beschwerde-Mails von erbosten Eishockeyliebhabern ein – auf der Intenet-Plattform Facebook werden sogar Gruppen wie «Mehr Eishockey auf SF» gegründet.

Auch dem Hockeygott scheint das Vorgehen des Schweizer Fernsehens zu missfallen, er strafte es postwendend ab. Als die Leutschenbach-Equipe nämlich am Donnerstag aus ihrem Dornröschenschlaf erwachte und für Spiel 7 erstmals live einstieg, bekamen sie mit dem Davoser 7:1-Sieg nämlich den bislang langweiligsten Hockey-Abend der diesjährigen Playoffs vorgesetzt. (Marcel Allemann)

HCD-Trainer Del Curto nach dem 7:1-Sieg über Lugano (12.3.)


Die harten Berner müssen her (11.03.)

Hätten die Zuger gegen die «harten Berner» im Stile eines Gaetano Orlando eine Chance gehabt? (Keystone)
Hätten die Zuger gegen die «harten Berner» im Stile eines Gaetano Orlando eine Chance gehabt? (Keystone)

Der SC Bern kämpft gegen die gleichen Windmühlen wie der FC Bayern in der Bundesliga. Wohl weht in Deutschland ein anderer Wind, wenn es um Abrechnungen mit dem Rekordmeister geht, aber grundsätzlich gilt für beide Vereine: Macht den Sport berechenbar und gewinnt.

Analog zu den Verhältnissen in Deutschland freut sich in der Schweiz ein gutes Dreiviertel der Hockeygemeinde, wenn der SCB ein Spiel verliert oder – wie in den beiden letzten Jahren – als überlegener Qualifikationssieger in der ersten Playoffrunde scheitert.

Aber die Schweiz sollte stolz sein auf diesen SC Bern; ökonomisch erfolgreich und straff organisiert zeigt der Zuschauerkrösus dem Rest der Schweiz, wie man auch im Sport erfolgreich wirtschaftet. Die Parallelen zwischen FCB und SCB enden erst beim sportlichen Erfolg. Das bayerische Grundgefühl «mia san mia» (wir sind wir) adaptiert der Klub mit Grandezza in den Sport, weil man mit 21 Titeln Rekordhalter ist.

Der SCB rennt dem Erfolg hinterher; dass die ZSC Lions in dieser Saison den gleichen Rückschlag hinnehmen mussten, ist erstens nicht vergleichbar und zweitens kein Trost für die Berner. Die Zürcher waren als Titelverteidiger und Champions-League-Sieger mit den Gedanken schon beim Schnorcheln auf den Malediven; und wenn der Kopf in den Standby-Modus gewechselt hat, folgen Arme und Beine im Gleichschritt.

Aber was ist das Problem der Berner? Warum vergeigt eine Mannschaft, die zwei Mal in Folge die Qualifikation gewinnt, auf fast schon groteske Weise die Playoffs?

Den Bernern fehlt ein charismatischer Leader auf dem Eis. Simon Gamache ist ein begnadeter Techniker, aber keine Führungsperson. Martin Plüss, der wohl beste Einzelspieler mit Schweizer Pass, vermag wohl die Fans, aber nicht sein Team mitzureissen.

Der SC Bern war immer dann am besten, wenn die Gegner schon bei der Autobahnausfahrt Wankdorf ein leichtes Ziehen in der Magengegend verspürten. Das war so, als Alan Haworth, Ville Siren, Gates Orlando, Andreas Beutler oder Yves Sarault den Bernern den Marsch dirigiert haben. Diese Archetypen des «harten Berners» standen nicht nur für gnadenlose Kompromisslosigkeit gegenüber ihren Gegnern, sondern vor allem gegen sich selbst.

Die Berner waren mit einem Zuschauerschnitt von mehr als 16´000 Fans (noch) in einer komfortablen Lage. Aber ewig währen wird der bedingungslose Zuspruch der Berner Fans nicht. Es gilt, Sorge zu tragen zur Anhängerschaft. Was ganz sicher nicht mehr passieren darf, ist, dass die stolzen Berner so gedemütigt werden wie zuletzt vom EV Zug. Die Berner wurden nicht nur geschlagen, sie wurden vom Eis geprügelt. Drei Mutzen mussten quasi bewusstlos vom Eis gekarrt werden.

Die Vergangenheit zu bemühen, kann langweilig werden. Aber man muss es trotzdem erwähnen: Mit einem der alten Kämpen (siehe oben) in der Aufstellung hätte sich der SCB niemals so demütigen lassen. (Dino Kessler)

Van Boxmeer muss weg

Sind seine Tage als SCB-Coach gezählt? John Van Boxmeer scheiterte erneut in den Viertelfinals. (Keystone)
Sind seine Tage als SCB-Coach gezählt? John Van Boxmeer scheiterte erneut in den Viertelfinals. (Keystone)

Der SCB ist nach 2006 und 2008 zum dritten Mal innert vier Jahren als Qualifikationssieger schon in den Viertelfinals gescheitert. Das ist für den Liga-Krösus schlicht unwürdig.

Nach dem ersten Scheitern 2006 machte SCB-General Marc Lüthi Tabula rasa und entliess Trainer Suhonen und Sportchef Triulzi. Es wirkte! Eine Saison später erreichte Bern mit dem neuen Führungs-Duo Leuenberger/Van Boxmeer den Final und unterlag erst im letzten Spiel mit dem knappsten aller Resultate.

Leuenberger und Van Boxmeer sind jetzt zwei Mal nacheinander kläglich gescheitert. Sie haben es nicht fertig gebracht, aus einem Haufen guter Spieler eine schlagkräftige Playoff-Mannschaft zu formen, die Meister wird. Zu viele Häuptlinge beanspruchen eine Führungsrolle und Eiszeit, zu wenige Indianer machen die Arbeit.

Die bittere Erkenntnis: Aus der grösste Talent-Summe resultiert noch nicht automatisch die beste Mannschaft.

Die logische Konsequenz? Lüthi muss Leuenberger und Van Boxmeer entlassen! Nur so hat der SCB nächstes Jahr eine Chance auf den Meistertitel. Und das ist ja der selbsterhobene Anspruch des SCB. Wer hohe Ziele hat, muss bei Misserfolg auch Konsequenzen ziehen. Leuenberger hat nun mit den Transfers von Dominic Meier, Martin Stettier und Caryl Neuenschwander endlich ein paar mutige Indianer nach Bern geholt. Leider ein Jahr zu spät!

Indianer holen ist ein guter Anfang, aber es reicht nicht. Es müssen gleichzeitig Häuptlinge «entsorgt» werden. Neben Patrik Bärtschi, der Bern in Richtung Zürich verlässt, ist Simon Gamache Kandidat Nummer 1. Der blonde Engel hat jetzt zum zweiten Mal in Folge bewiesen, dass er einfach kein Playoff-Spieler ist. Darum müsste er eigentlich zu den SCL Tigers wechseln. (Peter Pflugshaupt)

SCB: Abid vor Playoff-Debüt (9.3.)

«Kettenhund» Ramzi Abid wird von der Leine gelassen.

Der SCB spielt heute um seine letzte Chance, in den Playoffs zu bleiben. Und die Mutzen lassen Kettenhund Ramzi Abid (28) von der Leine! Dies bestätigte SCB-Sportchef Sven Leuenberger gegenüber Blick.ch.

Der Kanadier mit schottischen und tunesischen Wurzeln wurde vor zwei Jahren zum SCB geholt, um Yves Sarault, das Kampfkraftsymbol schlechthin, zu ersetzen.

Doch Abid konnte den Ansprüchen nicht gerecht werden. Das hat auch damit zu tun, dass Abid in seiner ersten Saison-Vorbereitung derartig rumpelte, dass ihn der SCB mit einem Prügelverbot an die Kette legen musste.

Jetzt wird er wieder losgelassen. Abid war während der Saison meistens überzählig. Ob er ausgerechnet heute, im entscheidenden Spiel, seine Leistung bringen kann, wird sich zeigen!

Neben Ramzi Abid spielen heute Abend die Söldner Keith Carney, Martin Gelinas und Travis Roche, der sich von seiner fiebrigen Grippe so weit erholt hat, dass er auflaufen kann. (Peter Pflugshaupt)

Del Curto nach der 4:5-Heimpleite (8.3.)


Dino Kessler bloggt mit seinem Team während der Playoffs. Der BLICK-Eishockeychef ist bei der Viertelfinal-Serie Davos – Lugano dabei. (BLICK-Sport)
Dino Kessler bloggt mit seinem Team während der Playoffs. Der BLICK-Eishockeychef ist bei der Viertelfinal-Serie Davos – Lugano dabei. (BLICK-Sport)
Marcel Allemann.
Marcel Allemann.
Nicole Vandenbrouck. (BLICK-Sport)
Nicole Vandenbrouck. (BLICK-Sport)
Peter Pflugshaupt.
Peter Pflugshaupt.

Ihre Meinung

Schreiben Sie uns hier ihre Meinung zu den Playoffs.

Das sagen Blick.ch-Leser
röme, zürich - 14:30 | 23.03.2009
» @schratti, du machst gerade das genau gleiche wie es der blick tut. du betitelst die gegner von kloten als "schwach" wie kommst du auf diese Idee? was kloten bisher geleistet hat (8 siege in serie u.a. gegen angstgegner zug und gegen ex-vizemeister) ist ganz sicher nicht zu verachten. würde mich freuen wenn fribourg ins final kommen würde (aufgrund der tollen fans) aber da müsst ihr euch warm anziehen, liebe freunde.
gilou 85, freiburg - 14:17 | 23.03.2009
» @herzog andi nur eine Frage: Warst du schon mal im St. Léonard? Wenn nicht, dann weist du auch nicht was ein Hexenkessel ist!!!!!
Herzog Andi, Egg - 11:49 | 23.03.2009
» Der Ralf Krueger kostet uns nicht nur wichtige Punkte an einer WM wegen seiner Personalpolitik (Jenni, Riesen und Von Arx), sondern gehört mit seinem horrenden Salär auch noch zu den Abzockern. Nach eigenen Aussagen von Anders Eldebrink in einem Interwiew (NZZ oder Tagi), bezieht er nämlich kein Salär als Assistenztrainer von Schweden.....
Herzog Andi, EGG - 11:38 | 23.03.2009
» In Sach heissen Stadien werden meiner meinuzng nach Äpfel mit Birnen verglichen. Das St.Léonard kann höchstens mit der Valascia oder dem einer Herti Halle etc. verglichen werden, da es dort bedeutend mehr Steh- als Sitzplätze gibt. Ein Eisstadion Davos oder eine Kolping Arena haben bedeutend mehr Sitzplätze als Stehplätze.
Lazzarini, Samedan - 10:32 | 23.03.2009
» Eines ist klar, der Erfolg von Gottéron hat nichts mit Glück zu tun, sondern die super Arbeit und Handschrift des Serge Pelletier. Die Stimmung im Hexenkessel St. Leonard ist einizartig, da kann ein Lugano oder Ambri bei ausverkaufter Halle die Fribourger nicht übertrumpfen, von uns Davoser Fans nicht zu erwähnen, lach. Bin seit jahrzehnten HCD Fan, ein MUSS als Davoser oder Engadiner, die Stimmung in Davos ist leider und wirklich ein Armutszeugnis und mutiert zu einer Predigt in der Kirche, zwinker. Zur Ausgangslage: Bin mir nicht sicher ob dieses Davos nochmals zurückkommen kann, aus meine Sicht wärs natürlich super, dieses Fribourg kann ein Gegner dermassen zermürben das kein Kraut daran gewachsen ist was der Verdienst des ganzen Teams hervorzuheben ist. AdC plädiert immer für den Teamspirit und hat das in den letzten jahren immer eindrucksvoll bewiesen, nur Gottéron zelebriert es noch besser, habe in den vergangenen jahren kein Team mit einem derart wahnsinnig hohem Teamspirit gesehen. Wenn Fribourg es schafft in den Final zu kommen, wird auch Kloten daran scheitern und Gottéron Meister werden. Man hat es gegen den ZSC und uns HCD gesehen, es war kein Glück auf seiten der Freiburger zu erkennen, ok im Spiel gegen den ZSC hatten die Zürcher Pech mit zwei drei Stangenschüssen, nur ein bisschen Glück brauchts auch um Erfolg zu haben. Von der Spielerischen Klasse her war schon der ZSC besser und im HF auch der HCD, ABER, Serge Pelletier ist ein sensationeller Trainer und betreibt das Coaching hervoragend. Wie gesagt, sollte Gottéron den Final erreichen werden sie auch die spielerischen überlegenen und schnelleren Klotener zermürben können und Kloten könnte noch auf die Welt kommen, wenn es dann zur Sache geht, was Kloten im VF und HF gegen Servette und Zug nie am Limit machen musste. Noch ist aus Davoser Sicht nichts entschieden, sollten wir ausscheiden möchte ich Gottéron herzlichst gratulieren, den wer diese Serie gewinnt wird Meister.
Marktplatz