Pechvogel bei den Löwen

  • Publiziert: 07.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel Allemann

ZSC-Trainer Harold Kreis muss seine Defensive erneut umstellen. Das Saisonende von Defensivsoldat Andri Stoffel trifft die Lions hart.

Die guten Nachrichten für die ZSC Lions: Sie haben am Samstag nicht nur die Finalserie ausgeglichen, sondern bekommen für das fünfte Spiel auch ihren produktivsten Verteidiger Beat Forster (5 Tore und 7 Assists in 13 Playoff-Spielen) zurück. Er hat seine beiden Spielsperren abgesessen.

Doch es gibt auch eine schlechte Nachricht: Für Andri Stoffel ist die Saison vorbei. In der Schlussphase knallte der Verteidiger in die Bande, als Goran Bezina ihn, im Kampf um den Puck, wegdrückte. Stoffel kugelte sich dabei die Schulter aus. Er ist nun während zwei bis drei Wochen rekonvaleszent.

Wohl kein Verfahren

Einzelrichter Reto Steinmann wird sich die Szene zwar anschauen, aber Bezina muss sich kaum vor einem Verfahren fürchten. Denn Absicht kann dem Servette-Captain nicht unterstellt werden.

Der Verlust von Stoffel schmerzt fast noch mehr als die zwischenzeitlichen Absenzen von Beat Forster und Severin Blindenbacher. Denn der Psychologie-Student spielt praktisch fehlerfrei. Er hat mit +8 die zweitbeste Plus-Minus-Bilanz bei den Lions in den Playoffs – hinter Ryan Gardner (+9). Und er zeigte im Final gegen die aufsässigen Servette-Stürmer vorzügliche Leistungen. So lobte ihn auch sein Verteidiger-Kollege Blindenbacher nach dem 3:2-Auswärtssieg der Zürcher am Donnerstag: «Andri war der beste Mann auf dem Eis.»

Der Pechvogel selbst sagte gestern traurig: «Dass ich ausgerechnet bei der Entscheidung nicht dabei sein kann, ist hart. Das Herz schmerzt weit mehr als die Schulter!»

Die Playoff-Finals meinen es nicht gut mit Stoffel. Während seinem ersten Final 2005 gegen Davos (1:4-Niederlage) zog er sich einen Kreuzbandriss zu – nun erwischte es die Schulter. Andri: «Holen meine Teamkollegen nun den Titel, würde das für vieles entschädigen!»

Der Unglücksrabe wird morgen auch die Reise nach Genf mitmachen, um seine Mannschaft vor Ort zu unterstützen. «Weiter Vollgas geben», ist Stoffels Rat. Bevor dies möglich ist, muss Trainer Kreis die Verteidigung neuerlich umbauen: «Der Ausfall von Stoffel tut weh. Nun müssen wir eine neue Variante für unsere Defensive finden.»

play Trauriger Abgang: ZSC-Verteidiger Stoffel kugelte sich die Schulter aus. (Keystone)

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