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Nur 24 Punkte in 19 Spielen – ZSC in der Krise Zoff SC Lions

  • Publiziert: 05.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Thomas Renggli

Demontiert vom Schlusslicht. Ausgebuht von den eigenen Fans. Bedrängt von Schrebergärtnern. Die ZSC Lions kassieren die Tiefschläge im Tagesrhythmus.

Nach der Blamage gegen Ambri (3:5) verlässt CEO Peter Zahner das Hallenstadion mit versteinerter Miene. Sportchef Edgar Salis liefert die Bankrotterklärung: «Da stand keine Mannschaft auf dem Eis. Ich bin zu wenig wortgewandt, um diese Leistung schönzureden.»

Was ist los mit den Lions? Mit jenen Spielern, die vor Jahresfrist sensationell die Champions League gewannen, Ende September die Chicago Blackhawks niederrangen und deren Team im Dezember zur Schweizer Mannschaft des Jahres gekürt wurde?

Zahner nimmt die Spieler in die Verantwortung: «Ich habe in der Kabine eine unmissverständliche Botschaft abgegeben. Und heute Morgen nachgedoppelt. Das bleibt aber intern.» Dann deutet der Aargauer doch an, in welche Richtung seine Garderobenpredigt zielte: «Man kann im Eishockey nicht erfolgreich sein, wenn Leidenschaft und Emotionen fehlen.»

Suchy und Seger fehlen

Der Abwärtstrend kommt nicht plötzlich. Stand das Team nach 27 Runden mit 58 Punkten an der Tabellenspitze, holte es – geblendet von der eigenen Bilanz – aus den letzten 19 Runden nur noch 24 Punkte. In der ohnehin (zu) dünn besetzten Defensive wirkten sich die Absenzen von Schlüsselspielern wie Suchy und Seger verheerend aus. Und Trainer Simpson bietet mit seinem vorzeitigen Bekenntnis zur Schweizer Nati Angriffsflächen.

Sinnbild der Krise ist aber Ryan Gardner. Letzte Saison noch ein Erfolgsgarant, wurde der Sturmhüne nach dem Vertragsabschluss mit dem SCB zur Hypothek und leistungsmässig zum Zwerg.

Apropos Gartenzwerg: Auf politischem Parkett stehen die Lions im Boxplay gegen den Familiengartenverein Altstetten/Albisrieden.

Dieser formierte diese Woche den Widerstand gegen das geplante Stadion. «Die zwölf städtischen Familiengartenvereine sind geschlossen hinter uns. Wir werden dem Gemeinderat eine Petition mit 6000 Unterschriften überreichen», sagt Arealchef Walter Zbinden kämpferisch.

Schrebergärtner wehren sich

«Wir haben uns 2001 erfolgreich gegen die Fussballplätze von GC gewehrt. Wir lassen uns auch jetzt nicht vertreiben.» Duran Pascual aus Santo Domingo liefert transatlantischen Support: «Ich werde mein neues Hobby nicht für ein Eisstadion aufgeben.»

Im Dilemma steckt dagegen Turi Kuonen. Er ist gleichzeitig flammender Anhänger der ZSC Lions und stolzer Besitzer eines Schrebergartens: «Wenn ich etwas pro ZSC sage, hören das die Gärtner nicht gern. Und wenn ich etwas zu Gunsten der Gärtner sage, versteht das im Hallenstadion niemand.»

So plädiert der Walliser für eine diplomatische Lösung: «Ich möchte hiermit Captain Mathias Seger zu einem Jass in unseren Garten einladen. Dann sieht er, wie schön es hier ist.» Vielleicht gar keine schlechte Idee. Denn schöner, als gegen Ambri zu verlieren, ist es in der urbanen Idylle allemal. Grüner Daumen hin oder her.

play Ist im Dilemma: ZSC-Fan Turi Kuonen (r). mit Gartennachbar Duran Pasqual. (Kathi Bettels)

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Eishockey

National League A

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40