Tiger-Trainer Christian Weber wirft so schnell nichts aus der Bahn. Auch ein drohender Ausverkauf nicht?
BLICK: Herr Weber, laufen Ihnen die Spieler davon?
Christian Weber:
Ich hoffe doch stark, dass alle den Tigers treu bleiben und nicht flüchten wollen.
Wie nehmen Sie die Abwanderungsgelüste von Oliver Setzinger auf? Findet ein Ausverkauf statt? Der Klub hat das leicht irritiert zur Kenntnis genommen. Mehr gibt es nicht zu sagen, ausser dass er einen gültigen Arbeitsvertrag hat, wie alle anderen auch. Ein Ausverkauf hätte bereits im Sommer stattfinden können. Die Verträge vieler Topspieler laufen Ende Saison aus, natürlich wird da schon jetzt die Jagd auf sie eröffnet.
Dann sind viele Spieler mit ihren Gedanken schon bei anderen Klubs? Nein, das Gefühl habe ich nicht. Unser Geschäftsführer Ruedi Zesiger hat mit jedem Spieler Gespräche geführt. Die Botschaft der Leistungsträger war klar. Sie wollen sich momentan voll auf die Tigers konzentrieren.
Wie ist die mentale Verfassung Ihrer Truppe? Die knappen Niederlagen nagen am Selbstvertrauen und der mentalen Stärke. Nun liegt es an uns Trainern, das Team aufzurichten.
Und wie genau wollen Sie das anstellen? Mit Einzelgesprächen. Aber natürlich braucht es auch ein Erfolgserlebnis. Doch trotz der schwierigen Situation ist die Stimmung in der Mannschaft gut. Jetzt müssen ich und meine Assistenten die positive Einstellung vorleben und vorwärts schauen. Obwohl und gerade weil wir gewusst haben, dass es diese Saison für uns ums Überleben geht.
Ist Ihre mentale Verfassung denn noch positiv? In all den Jahren habe ich mir eine dicke Haut zugelegt, mich wirft nichts so schnell aus der
Bahn.
Ausser es würde bei den SCL Tigers zu einem Exodus kommen? Mit diesem Gedanken will ich mich gar nicht befassen.