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Vier von jenen Durchschnitts-Verteidigern, deren Verträge Ende Saison auslaufen – und um deren Gunst die Klubs buhlen: Marc Leuenberger (SCB) ... (Keystone)
Wer für die nächste Saison auf der Suche nach kreativen, spielstarken Schweizer Verteidigern ist, muss bald einmal kapitulieren. Der Markt ist ausgetrocknet. Oder wie es ein Sportmanager inoffiziell ausdrückte: «Es ist ein Skandal.» Chris McSorley, Genfs allmächtiger Manager und punkto Transfers ausgefuchst, drückt es so aus: «Wer in der Lage ist, einigermassen rückwärts zu fahren, kann sich eine goldene Nase verdienen.»
Ein Novum? Nein. Verteidiger, welche neben defensiven Qualitäten auch noch über einen Vorwärtsgang inklusive kreativem Touch verfügen, waren, sind und bleiben eine Rarität. Nicht nur in der Schweiz.
Severin Blindenbacher (25), Abwehrturm und Spielgestalter der ZSC Lions, ist nicht nur in der Schweizer NLA, sondern auch in Schweden ein gefragter Mann. CEO Peter Zahner hofft trotzdem, den Zuschlag des Zürchers zu erhalten. «Sonst», sagt Zahner, «müssen wir im Klub unsere Ausländer-Strategie überdenken.»
Natürlich gibt es einige Verteidiger, deren Vertrag Ende Saison ausläuft. Sie entsprechen allerdings nicht in jedem Fall dem Anforderungsprofil. So werden selbst durchschnittlich talentierte Abwehrleute zu begehrten Objekten und verlangen dann mehr als 300 000 Franken Jahreslohn. Oder: Bettler werden wie Fürsten bezahlt.
Spieler wie Zugs René Back (nächste Saison bei Davos) oder Rapperswil-Jonas Patrick Fischer (kehrt zum EV Zug zurück), verfügen über internationale Erfahrung und gelten deshalb schon als Ausnahmen.
An der Ausbildung liegt es nicht
Woran liegts? Wird bei den Junioren schlecht ausgebildet? «Nein», sagt HCD-Coach Arno Del Curto. «Aber vielleicht werden bei den Junioren gute Verteidiger zu wenig geschätzt. Die Jungen wollen nach vorne rennen und Tore schiessen, nicht verteidigen.» Dabei sei es eine der schönsten Aufgaben, ein Spiel gestalten zu können, mit präzisen Pässen einen Angriff einzuleiten», sagt der Engadiner.
Del Curto hat auch schon ehemalige Nati-Stürmer zu Verteidigern umfunktioniert: Gian-Marco Crameri und Patric Della Rossa. Dies müsste allerdings viel früher passieren, nicht erst dann, wenn die Karriere am Ausklingen ist. Der SCB macht es gerade jetzt mit Thomas Ziegler so. Aber einen Nati-Stürmer zum Verteidiger umpolen – das kann sich nicht jeder Klub leisten. Luca Sbisa (18), NHL-Rookie bei den Philadelphia Flyers, wurde beim EV Zug schon vor Jahren zum Abwehrspieler umfunktioniert. Dank Ausbildner Leo Schumacher, der damals spielstarke Verteidiger suchte.
Dass sich das Problem nicht aus der Welt schaffen lässt, indem das Ausländer-Kontingent erhöht wird, haben die Manager inzwischen eingesehen. Der Antrag von SCB-Chef Marc Lüthi (im BLICK) wird inzwischen nicht mehr von genügend Klubs unterstützt.
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | EV Zug | 50 | 173:131 | 98 |
| 2 | HC Davos | 50 | 155:117 | 98 |
| 3 | HC Fribourg-Gottéron | 50 | 156:120 | 94 |
| 4 | Kloten Flyers | 50 | 158:117 | 91 |
| 5 | SC Bern | 50 | 153:130 | 87 |
| 6 | HC Lugano | 50 | 152:150 | 79 |
| 7 | ZSC Lions | 50 | 136:129 | 77 |
| 8 | EHC Biel | 50 | 114:128 | 68 |
| 9 | Servette Genf | 50 | 117:126 | 67 |
| 10 | SCL Tigers | 50 | 124:166 | 52 |
| 11 | HC Ambri-Piotta | 50 | 102:153 | 49 |
| 12 | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 99:172 | 40 |