Sulander, Blindenbacher, Gardner und Co.: Was ist bloss mit den Helden aus der Hockey Champions League los?
Noch zwei Pleiten gegen den HC Fribourg und die Saison geht für die ZSC Lions bereits in den Viertelfinals zu Ende. Und das einen Monat nach dem Gewinn der Champions Hockey League. Dem grössten Erfolg der Vereinsgeschichte.Was ist mit den Zürchern in dieser Zeit geschehen? Die Leistungen einiger Leistungsträger sind so tief in den Keller gefallen wie die Aktien der
UBS. Beispiel Ryan Gardner: Er war beim Gewinn des Meistertitels und in der Champions League der Kopf der Mannschaft. Doch ohne seinen verletzten Stammcenter Adi Wichser stolpert der Flügelstürmer hilflos umher, anstatt dem Team in dieser Phase eine Hilfe sein zu können. Beispiel Severin Blindenbacher: In der Champions League spielte er Abend für Abend auf dem Niveau eines NHL-Verteidigers. Am Samstag leitete ausgerechnet der talentierteste und beste Zürcher Verteidiger mit einem haarsträubenden Fehler die 0:3-Niederlage gegen
Freiburg ein. Beispiel Mathias Seger: In der Champions League war er ein überragender Teamcaptain gewesen. Deshalb hat BLICK für ihn einen Stammplatz in der Nati gefordert. Kämpferisch ist ihm auch jetzt kein Vorwurf zu machen, doch sein Glanz ist plötzlich verloren gegangen. Beispiel Jean-Guy Trudel: In der Champions League errang er den Titel des Topskorers. Am Samstag sollte er anstelle von Peter Sejna für offensive Impulse und Tore sorgen. Das Gegenteil war der Fall: Die ZSC Lions warten nach zwei Playoff-Partien noch immer auf das erste Stürmertor. Beispiel Jan Alston: In den letzten Jahren waren seine Leistungen bis zu den Playoffs jeweils nicht über alle Zweifel erhaben, ehe er in der entscheidenden Phase der Meisterschaft einen Gang höher schaltete. Nun ist es genau umgekehrt. Beispiel Ari Sulander: Er ist zwar an den beiden Pleiten gegen Gottéron unschuldig, aber womöglich ist der MvP der Champions League nun trotzdem das Opfer. Falls der dreifache Meistergoalie seinen Platz für Lukas Flüeler räumen muss, damit drei ausländische Stürmer eingesetzt werden können, um so die
Chemie im Team entscheidend zu verändern.Die Gründe für diesen Kurszerfall? Diese Frage ist schwer zu beantworten und es gibt wohl nicht nur einen Grund. Klar ist aber: Retten können sich die ZSC Lions nur noch, wenn sie die Emotionen zurück ins Spiel bringen. Und zwar sofort!