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Erstmals klare Nummer 1 Reto Berra auf dem Prüfstand

  • Publiziert: 02.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Michael Krein

BIEL - In der letzten Saison vertraute Biel auf ein Goalie-Duo: Reto Berra und Pascal Caminada sollten die Last gemeinsam schultern. Doch nun ist Berra die Nummer 1.

Ähnliches hatte Berra vor zwei Jahren schon in Davos erlebt: Dort zog er gegen Leonardo Genoni den Kürzeren, obwohl ihn die Experten im Vergleich mit seinem Konkurrenten im Vorteil sahen. In wichtigen Momenten flatterten bei Berra meist die Nerven. Erst im Playoff-Final 2009 kam Berra zum Handkuss, als er von Arno Del Curto in den entscheidenden Partien gegen die Kloten Flyers aufgestellt wurde – und das Vertrauen rechtfertigte.

Biel-Trainer Kevin Schläpfer traut Berra den nächsten Schritt zu: Erstmals soll er als klare Nummer 1 eine ganze Saison bestreiten. Im letzten Jahr konnte er sich erst in der zweiten Saisonhälfte Profil verschaffen, bei der Operation «Ligaerhalt» war er dann der grosse Rückhalt der Seeländer.

Quasi als Rückversicherung weiss Schläpfer mit Marco Streit (ex Lakers) einen NLA-erfahrenen Mann in der Hinterhand.

Schläpfer: «Streit wird Berra mit Rat und Tat zur Seite stehen – und dazu noch einen gesunden Konkurrenzkampf auslösen.»

Für Berra ist diese Konstellation neu: Bislang hatte er sich den Posten jeweils mit einem gleichaltrigen Kollegen geteilt. Berra sagt: «Ich verstehe mich sehr gut mit Marco Streit, seine Tipps und seine Erfahrung können für mich von grossem Wert sein.»

Die Mischung Jungstar und Routinier kommt für Schläpfer gar dem Idealfall gleich: «Sollte Berra mal einen schwarzen Tag erwischen, haben wir mit Streit eine gute Alternative zur Hand.»

Für Berra wird die Saison wegweisenden Charakter haben, weil er erstmals das volle Vertrauen seines Trainers geniesst – und rechtfertigen muss. Und in Biel setzt man auf seine Leistungen, um erstmals seit dem Frühling 1993 wieder in den Playoffs dabei zu sein. Damals scheiterte Biel im Viertelfinal am späteren Meister Kloten.

Team-Check

Der Trainer

Kevin Schläpfer hat die Bieler in den letzten beiden Jahren gleich zweimal in extremis gerettet. Jetzt steht die «Lebensversicherung» bereits beim Saisonstart an der Bande. Geht das gut? Der Verwaltungsrat hat hohe Erwartungen: Schafft Schläpfer auch noch ein Playoff-Wunder, wird er in Biel ein Denkmal erhalten.

Transfers

Mit Ahren Spylo und Alain Miéville, der Truttmann ersetzen soll, wird die Offensive verstärkt. Die Torproduktion (nur die Lakers und Ambri trafen weniger oft) dürfte sich im Vergleich zum Vorjahr steigern. Auf der Torhüterposition erhält Berra mit Streit einen erfahrenen Kollegen als Backup-Goalie.

Sorge

In der Defensive fehlt es an Routine, einzig Martin Steinegger bringt Erfahrung mit. Biel startet erstmals ohne «gelernten» ausländischen Verteidiger in die Saison. Stürmer Curtis Brown, der bereits letzte Saison sporadisch als Verteidiger eingesetzt wurde, wird nun definitiv die Arbeit in der Defensive übernehmen. Kann Brown die Erwartungen als neuer Verteidigungsminister erfüllen?

Hoffnung

Gegenüber der ersten Saison konnten sich die Seeländer zuletzt steigern und lange um einen Playoff-Platz kämpfen. Unter Ruhnke wurden Leader wie Bordeleau und Fata zu stark forciert – in der Schlussphase fehlte die Energie. Unter Schläpfer soll die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden.

BLICK-Tipp

1.
2.
3.
4.
5. HC Davos
6. Kloten
7. Lugano
8.
9. Lakers
10. Biel
11.
12. Ambri

Kader EHC Biel

Goalies
20 Berra Reto (Alter: 23)
35 Streit Marco (34)

Verteidiger
37 Brown Curtis (Ka, 34)
54 Fröhlicher Joël (28)
8 Gossweiler Manuel (27)
96 Kparghai Clarence (25)
32 Schneeberger Noah (22)
81 Seydoux Philippe (25)
40 Steinegger Martin (38)
84 Trunz Adrian (26)
95 Wellinger Thomas (22)

Stürmer
26 Bärtschi Deny (28)
17 Bordeleau Sébastien (Ka, 35)
93 Ehrensperger Gianni (25)
23 Fata Rico (Ka, 30)
52 Gloor Kevin (27)
92 Haas Gaëtan (18)
61 Lötscher Kevin (22)
11 Miéville Alain (24)
88 Nüssli Thomas (28)
21 Peter Emanuel (26)
18 Spylo Ahren (Ka, 26)
12 Tschantré Mathieu (26)
48 Wetzel Philipp (25)
6 Zigerli Manuel (21)

Trainer
Kevin Schläpfer (40)

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Eishockey

National League A

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40