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ZSC Lions sind Schweizer-Meister Meisterwahnsinn

  • Publiziert: 10.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel Allemann und Nicole Vandenbrouck

Dramatischer geht gar nicht! Die ZSC Lions sind die erste Mannschaft, welche im Penaltyschiessen den Titel holte.

Welch ein Wahnsinns-Finale! Zunächst lief alles gegen die ZSC Lions. Ihr bester Playoff-Skorer Jan Alston wurde bereits nach 74 Sekunden unter die Dusche gestickt – Stockschlag mit Verletzung gegen Martin Höhener!

Der ZSC geriet in Rückstand, Nervosität machte sich bemerkbar. Aber der ZSC fiel nicht um, sondern kam mit grandiosem Kampf zurück. Ryan Gardner glich diesen unfassbar intensiven Match aus. Und dann ein ständiges Hin und und Her. Mit Vorteilen für die Zürcher. Aber keiner Entscheidung. Auch nicht in der Verlängerung.

Das Penaltyschiessen machte Ari Sulander zum Helden

Das Penaltyschiessen musste entscheiden. Und machte Ari Sulander zum Meisterhelden. Er hielt alle drei Penaltys von Conz, Kolnik und Aubin – nachdem zuvor Dominco Pittis für die ZSC Lions getroffen hatte. Das Hallenstadion lag sich in den Armen – die Meisterparty konnte beginnen.

Die ZSC Lions haben die Gunst der Stunde genutzt. Ein Team, das im Lauf der Saison immer besser wurde und sich nach der Qualifikation schliesslich auf Rang 6 einreihte. Ehe es danach in den Viertelfinals Kloten keine Chance liess, in den Halbfinals den HCD dominierte und schliesslich auch die an Intensität kaum mehr zu überbietende Finalserie gegen Servette für sich entschied.

Der letzte und bislang einzige Klub, der nach der Qualifikation nicht den Top 4 angehörte und trotzdem Meister wurde, war Kloten. Die Flieger holten 1995 von 7. Rang aus noch den Titel. Dem Rivalen aus der Kantonshauptstadt gelang nun ein ähnlicher Husarenritt.
Dieser Meistertitel hat verschiedene Väter. Der wichtigste Faktor war die Ausgeglichenheit innerhalb Mannschaft. Die 12 Siege in den Playoffs wurden auf viele Schultern verteilt und durch unterschiedliche Rollen verkörpert.

Es brauchte Sulander, der in den entscheidenden Phasen stets eine Spur abgeklärter war als sein jeweiliges Gegenüber. Die Zürcher lebten aber auch von ihren drei Kreativ-Verteidigern Forster, Blindenbacher und Seger, welche mit ihren Vorstössen beim Gegner immer wieder für Verwirrung sorgten. Und im Sturm waren mit Spielern wie Wichser, Gardner, Sejna, Pittis, Monnet und Alston grosse Spielerpersönlichkeiten anzutreffen.

Zwei weitere Baumeister sind Trainer Harold Kreis und Sportchef Peter Iten. Kreis ist nach drei Jahren als Headcoach bereits zweifacher Meistertrainer und wäre gerne geblieben. Er wechselt nun aber zu Düsseldorf – nicht freiwillig.

Hallenstadion. - 10 700 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann, Wehrli/Wirth.
Tore: 6. Law (Aubin, Bezina/Ausschluss Alston) 0:1. 27. Gardner (Forster, Sejna) 1:1. - Penaltyschiessen: Pittis 1:0, Conz -; Adrian Wichser -, Kolnik -; Monnet -, Aubin -. - Strafen: 2mal 2 plus 5 Minuten plus Spieldauer (Alston) gegen die ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. -PostFinance- Topskorer: Adrian Wichser; Kolnik.
ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Seger, Schnyder; Leeger, Forster; Gardner, Adrian Wichser, Sejna; Alston, Pittis, Monnet; Krutow, Gloor, Lachmatow; Bastl, Lukas Grauwiler, Murovic; Kim Lindemann.
Genève-Servette: Mona; Mercier, Bezina; Gobbi, Keller; Höhener, Breitbach; Schilt; Conz, Trachsler, Deruns; Rivera, Meunier, Kolnik; Law, Aubin, Fedulow; Lüssy, Augsburger, Ruefenacht.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Stoffel (verletzt), Flüeler, Johner, und Pavlikovsky (alle überzählig), Genève-Servette ohne Cadieux, Savary, Vigier (alle verletzt), Julien Bonnet, Hecquet und Heynan (alle überzählig). - Pfosten-/Lattenschüsse: 41. Gardner, 69. Suchy. - 57. Timeout Genève-Servette. - Powerplay: ZSC Lions 0/4; Genève-Servette 1/3.

Sind die ZSC Lions ein würdiger Meister oder hätte Servette-Genf den Pokal verdient? Diskutieren Sie mit!

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40