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Blick-Serie zur Hockey-Saison Marco Bührer: Die Meisterkralle

  • Publiziert: 09.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dino Kessler

BERN - Ein kühler Zürcher ist die Nummer 1 im Berner Tor – Marco Bührer, zweifacher Meistergoalie.

Die Zweifler und Nörgler im Dunstkreis des grössten Schweizer Sportklubs – Marco Bührer hat sie mit dem Titel 2010 alle in den Senkel gestellt. Nur im Zirkel der Fachleute, beim SCB selbst, hatte man auch nach verheerenden Resultaten im Playoff nie am Bülacher gezweifelt. Bührer: «Entscheidend war das Vertrauen in den eigenen Reihen. Der Verein hat mir immer den Rücken freigehalten.»

Aber war das wirklich notwendig? SCB-Sportchef Sven Leuenberger: «Marco stand nie zur Diskussion, die unqualifizierte Kritik kam immer aus der gleichen Ecke und hatte für uns keine Relevanz.»

Natürlich durfte sich Bührer in Krisenzeiten auch jederzeit auf sein Palmarès berufen: Meistergoalie im Frühling 2004. Aber Bührer ist kein Sprücheklopfer und kein Spasskellner, der die Massen mit spektakulären Tricks blendet. Seine Imagewerte werden auch deshalb nie die von SCB-Legende Renato Tosio erreichen.

Klar geriet auch Bührer in die Kritik, als der SCB zweimal in Serie die Playoffs durch die Hintertür verliess – aber grundsätzlich in Frage gestellt wurde er nie. «Wir hatten zwei Mal in Folge versagt, da mussten sich alle den Spiegel vorhalten lassen.»

Für Bührer hat sich mit dem Titelgewinn 2010 nicht viel, aber etwas Wesentliches verändert: «Die Gefühlslage während des Sommers war ganz anders als in den Jahren zuvor. Einfach schön.» Schön gross ist auch der Druck, der auf dem SCB lastet – trotz erfolgter Kurskorrektur. «Den Druck hast du beim SCB immer, auch wenn wir jetzt als Meister besonders gejagt werden.»

Wer wird die härtesten Angriffe auf die PostFinance Arena führen? Bührer: «Die ZSC Lions, Zug und der HC Davos sind für mich die ärgsten Widersacher. Gespannt bin ich auch auf den HC Lugano. Was in diesem Team vor sich geht, weiss man nicht so genau.»

BLICK-Tipp

1. SC Bern2. ZSC Lions3. Servette4. EV Zug5. Davos6. Kloten7. Lugano8. Fribourg9. Lakers10. Biel11. SCL Tigers12. Ambri

Kader SC Bern

Goalies
39 Marco Bührer (Alter: 30)
35 Olivier Gigon (31)

Verteidiger

2 Beat Gerber (28
3 Martin Stettler (26)
4 Dominic Meier (33)
5 Justin Krueger (23)
8 Joel Kwiatkowski (Ka, 33)
29 Philippe Furrer (25)
49 Andreas Hänni (31)
72 David Jobin (28)
77 Travis Roche (Ka, 32)

Stürmer
9 Simon Gamache (Ka, 29)
10 Tristan Scherwey (19)
11 Jean-Pierre Vigier (Ka, 33)
15 Brett McLean (Ka, 32)
20 Etienne Froideveaux (21)
24 Caryl Neuenschwander (26)
26 Marc Reichert (30)
28 Martin Plüss (33)
32 Ivo Rüthemann (33)
51 Ryan Gardner (32)
88 Roland Gerber (26)
89 Pascal Gerber (21)
92 Joel Vermin (18)
96 Christian Dubé (33)

Trainer
Larry Huras (Ka, 55)

Team-Check

Trainer
Larry Huras (Bild) ist wie geschaffen für den Job in der Hauptstadt. Wer bemängelt, dass sich der Kanadier gerne zur Schau stellt, vergisst, dass Sport in erster Linie Unterhaltung ist. Huras hat bereits in seiner ersten Saison alles auf einen Nenner gebracht. Warum sich das jetzt ändern sollte, wissen nicht einmal die ärgsten Berufspessimisten in den Berner Gassen.

Transfers
Der Meister hat heftig in die Zementindustrie investiert: Justin Krueger und Joel Kwiatkowski (Bild) sollen in der Defensive Mörtel anmischen, die Raumplanung übernimmt nach Roman Josis Abgang Travis Roche. Die bereits bestechend starke Offensive wird durch Ryan Gardner ergänzt. Der freundliche Riese (1,98 m) steht nach einer schwachen Saison beim ZSC und dem Out in der Nati auf dem Prüfstein.

Sorge
Ryan Gardner (Bild) ist ein "nice guy“. Aber nette Typen garantieren keine Punkte. Findet Gardner den Tritt nicht, wird sein Salär (900 000 Franken brutto) in der Garderobe zum Problem. Dann wird sich mancher Leistungsträger fragen, warum er nicht auch fast eine Million kassiert. Nette Typen hats in Bern ein paar.

Hoffnung
Mit Scherwey hat die Nachwuchsförderung zuletzt einen Leistungsträger produziert – auch wenn dieser Scherwey ein echter Rüpel ist. Mit Joel Vermin (18, Bild) steht der Nächste bereit: Tempo, Leidenschaft und technische Perfektion sind seine Markenzeichen. Und die Gegner können aufatmen: Vermin ist kein Rüpel.
play Marco Bührer. (Keystone)

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Eishockey

National League A

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40