Lausannes Punkte-Garant Joël Genazzi «Manchmal übertreibe ich es»

Kein anderer NLA-Verteidiger skort öfters als Lausannes Überflieger Joël Genazzi. Kein Wunder. Der 28-Jährige ist gelernter Stürmer.

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NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 SC Bern 40 128:90 86
2 ZSC Lions 41 132:98 83
3 EV Zug 37 116:82 78
4 Lausanne HC 40 131:104 74
5 EHC Biel 41 120:117 58
6 HC Lugano 42 117:140 55
7 HC Davos 38 114:107 54
8 Genf-Servette HC 41 101:116 54
9 EHC Kloten 40 117:132 49
10 SCL Tigers 41 95:120 46
11 HC Fribourg-Gottéron 39 100:132 42
12 HC Ambri-Piotta 40 98:131 41

Eishockey

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Als Joël Genazzi vor sechs Jahren vom EHC Visp zu den SCL Tigers wechselte, war der Zürcher noch Stürmer. Durchzusetzen vermochte er sich allerdings nicht. Genazzi wurde bis in den vierten Block durchgereicht und fand sich letztlich gar als 13. Stürmer wieder. «Ich erhielt kaum Eiszeit. Bis sich in einem Drittel gleich zwei Verteidiger verletzten und mich Trainer John Fust kurzerhand in die Abwehr stellte», erinnert sich der heute 28-Jährige.

Wochenlang spielte Genazzi neben dem Kanadier Curtis Murphy. «Ich war erstmals überhaupt Verteidiger. Also brauchte ich jemanden, der mich besser machte. Kanadier kommunizieren auf dem Eis viel mehr, als wir Europäer. Ich machte, was mir Murphy sagte.» Genazzi fand an seiner neuen Rolle sofort Gefallen. Bis er im Emmental zum Joker mutierte.

Einmal wurde er als Stürmer eingesetzt. Dann wieder als Verteidiger. «Irgendwann wusste ich nicht mehr, was für ein Spieler ich eigentlich bin. Ich hatte meine Identität verloren.» Die fand er erst 2013 nach seinem Wechsel zu Lausanne wieder. Unter Heinz Ehlers spielte Genazzi ausschliesslich in der Abwehr. Und wird seither immer besser.

In der letzten Saison schoss der frühere Kloten-Junior die meisten Tore aller NLA-Verteidiger (11). Heuer steht er bereits nach 26 Spielen bei elf Treffern, ist mit 23 Punkten der produktivste Verteidiger der Liga – und dazu Topskorer seines Teams.

In den letzten drei Spielen traf Genazzi viermal, war gegen Kloten, die ZSC Lions und Fribourg gar Matchwinner. Trotzdem sagt er: «Manchmal übertreibe ich es und habe fast etwas zu viel Offensiv-Drang. Gegen Fribourg verlor ich zweimal die Scheibe. Goalie Cristobal Huet musste mich dann retten.»

Der 18-fache Internationale ist keiner, der sich zufrieden gibt. Er sagt: «Ich will immer besser werden und denke mehr an die schlechten, statt an die positiven Momente.» Noch heute gäbe es Situationen, die er anders meistern würde, wäre er nicht gelernter Stürmer. «Dafür haue ich im Gegenzug auch mal die Scheibe rein.»

Genazzi liebäugelte zwar mit einem Wechsel nach Skandinavien, hat seinen Vertrag in Lausanne kürzlich aber gleich um fünf Jahre verlängert. Er schwärmt vom Klub, den Möglichkeiten, den lauten Fans und von der Stadt. «Ich liebe Lausanne. Die Stadt ist wunderschön. Meine Mutter ist hier aufgewachsen. Meine Grosseltern lebten hier. Ich bin einfach nur begeistert.»

Das ist man am Lac Léman auch von Genazzi. Schlägt der Punkte-Garant auch heute im Auswärtsspiel gegen den HCD zu?

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
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