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Tessiner Duell: Jetzt gehts den Bettlern aus Ambri an den Kragen

Neue Voraussetzungen fürs dritte Tessiner Duell «Bettler gegen Millionäre»: Harmonie in Lugano. Machtkämpfe in Ambri.

Von Albert Fässler | Aktualisiert um 22:36 | 16.11.2009
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Vignette Statistik-Center National League A
Das Tessin steht Kopf. Und die Hockey-Schweiz lacht sich kaputt. Denn Ambri gegen Lugano ist im Tessin das Duell der Bettler gegen die Grossverdiener.

Dank den Finanzspritzen von Multimilliardär Geo Mantegazza kann Lugano aus dem Vollen schöpfen, jedes Jahr locker ein Budget von 15 Millionen Franken generieren und sich Spieler der höchsten Hubraumklasse wie Petteri Nummelin (geschätzte 750´000 Franken netto), Randy Robitaille (600´000 Franken netto) und Hnat Domenichelli leisten.

Im Vergleich dazu nagen die Leventiner fast schon am Hungertuch. Mehr als sieben bis acht Millionen Franken im Jahr darf der Trainings- und Spielbetrieb nicht kosten. Topskorer Erik Westrum ist mit geschätzten 300´000 Franken Nettolohn nicht mal halb so teuer wie Lugano-Star Nummelin.

Aebischer zeigt Herz


Rückblende. 11. September: Mit dem Start zur Hockeysaison 2009/10 sorgt Ambri für eine faustdicke Sensation. Die Bettler aus der Leventina schicken die Millionarios aus Lugano mit einer 6:3-Klatsche auf den Heimweg. Die Ambri-Fans sind im Ausnahmezustand – ihre Lieblinge grüssen von der Tabellenspitze.

6. Oktober: Im zweiten Derby führt Lugano 5:3, sieht wie der sichere Sieger aus. Ambri ist klinisch tot. Lugano-Goalie Aebischer hat aber offenbar ein Herz für die Armenhäusler. Nach zwei katastrophalen Fehlern stehts 5:5. Im Penaltyschiessen behält Ambri das bessere Ende für sich. Zweiter Sieg im zweiten Derby. Ambri feiert Ostern und Weihnachten am selben Abend.

Das Märchen endet


Aber auch das schönste Märchen geht irgendwann zu Ende. Ambri hat zuletzt zehn Niederlagen in Folge eingefahren und den Anschluss an die Playoff-Plätze definitiv verloren.

Diametral dazu die Entwicklung von Lugano. Der zeitweise hart kritisierte Trainer Johansson sitzt wieder fest im Sattel. Nach internen Querelen, diversen Krisensitzungen und Dutzenden von Einzelgesprächen haben sich die Stars zusammengerauft und sportlich die Kurve gekriegt. Sie grüssen seit Sonntag von einem Playoff-Platz. Natürlich ist Ambri nicht so stark und Lugano nicht so schwach, wie das im ersten Meisterschaftsdrittel den Anschein gemacht hat.

Kein Kollektiv mehr


Ihrer grössten Stärke haben sich die Leventiner aber gleich selber beraubt. Aus dem Kollektiv ist eine Gruppe Einzelkämpfer geworden.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Erik Westrum, der bei Trainer Laporte offenbar in Ungnade gefallen ist und trotz Vertrag bis 2012 abgeschoben werden soll.

Der Grabenkrieg hat sich von der Kabine Luganos in jene von Ambri verlagert. Die Bettler haben so keine Chance, ihren Husarenstreich zu wiederholen.
Ambri-Star Erik Westrum muss sich mit 300´000 Franken begnügen. (EQ)
Ambri-Star Erik Westrum muss sich mit 300´000 Franken begnügen. (EQ)
Grossverdiener: Luganos Petteri Nummelin kassiert 750´000 Franken Jahresgehalt. (EQ)
Grossverdiener: Luganos Petteri Nummelin kassiert 750´000 Franken Jahresgehalt. (EQ)
Das sagen Blick.ch-Leser
Matthias Marti, Grenchen - 08:55 | 17.11.2009
» Ambri holt heute wieder Punkte!! Den Klassenerhalt ist aber das grösste Ziel diese Saison!!
Lionel Werren, Baden - 08:54 | 17.11.2009
» Ambri per sempre, für immer! Dieser Klub ist magisch, mysthisch, auch rätselhaft. Leider haben sie nicht mal das Geld, den Trainer zu wechseln. Ich hoffe, es gibt einen Weg, dauerhaft Anschluss zu halten!
Dominique Höin, Ambri-Piotta - 08:44 | 17.11.2009
» Jeder der die Tessiner Derbys kennt weiss dass dort Ausnahme Zustände herrschen. Wehr glaubt das Ambri das heutige Spiel schon verloren hat wird hoffentlich heute Abend eines besseren belehrt. Die Valascia wird heute wieder zum bersten voll sein und obwohl wir am Sonntag unseren Unmut über die Leistung der Mannschaft lautstark zum Ausdruck brachten, werden heute die blauweissen Tifosi ihre Mannschaft wieder nach vorne peitschen. Ein blauweisses Herz bleibt immer Blauweiss.
Nuno Vyerbeeswax, Basel - 07:57 | 17.11.2009
» Geld ist nicht alles - forza Ambri!
Walter Weber, Bern - 06:37 | 17.11.2009
» Hier spricht ein eingefleischter SCB Fan! Ich hoffe ehrlich gemeint, dass sich Ambri aus dem Keller verabschieden wird, denn ich habe vor dem Verein und den Verantwortlichen in der Leventina sehr grossen Respekt. Es ist einfacher im Millionen Umfeld von Lugano, vom SCB, vom ZSC und im Medien unterstützten Davos gutes Eishockey zu bieten als in Ambri-Piotta! HUT AB!
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