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Hooligan-Experte zum Zuger Urteil «Es könnte zur Katastrophe kommen»

  • Publiziert: 11.12.2009
  • Von Dino Kessler
play Christoph Vögeli, Sicherheitsexperte bei Swiss Icehockey. (Keystone)

Hätten die Zuger Sicherheitsleute die ZSC-Hooligans stoppen können? Nein, sagt Christoph Vögeli von Swiss Ice Hockey.

Das Verbandssportgericht gibt dem Rekurs der ZSC Lions statt – und beschuldigt das Sicherheitspersonal des EV Zug, nicht rasch genug gehandelt zu haben. BLICK sprach mit Christoph Vögeli, Sicherheitsexperte bei Swiss Ice Hockey und Leiter der nationalen Zentralstelle Hooliganismus bei der Stadtpolizei Zürich.

Herr Vögeli, hätte das Zuger Sicherheitspersonal den Spielabbruch verhindern können?

Ich kenne die Verhältnisse in Zug nicht. Grundsätzlich gilt: Ist es verhältnismässig, in einen Fanblock einzudringen? Ich würde ungeschultem Sicherheitspersonal nie empfehlen oder befehlen, so zu handeln.

Wäre es in Zug verhältnismässig gewesen, in den ZSC-Fanblock einzudringen?

Wie gesagt, ich war nicht vor Ort. Aber grundsätzlich sind solche Interventionen abzulehnen. Das sollten nur Spezialisten mit Ausbildung im unfriedlichen Ordnungsdienst und entsprechender Ausrüstung sowie Erfahrung mit gewaltbereiten Fans tun.

Was könnte passieren?

Die Fans wissen nicht, was auf sie zukommt, könnten es als Provokation auffassen. Es könnte zur Katastrophe kommen. Die Aufgabe der Sicherheitsleute ist es, die Leute zu beruhigen oder zu evakuieren. Und Brandkörper dürfen nur von ausgebildeten Feuerwehrleuten gehandhabt werden. Vor allem, wenn deren Zusammensetzung nicht bekannt ist.»

So geht es weiter

Der EV Zug beschloss gestern in einer Dringlichkeitssitzung, das zweitinstanzliche Urteil (Spielwertung mit 0 Punkten und 0 Toren für den EV Zug und die ZSC Lions) des Verbandssportgerichts anzufechten. Nun muss sich erneut ein dreiköpfiges Schiedsgericht mit diesem Fall befassen und entscheiden. Es bleibt spannend.

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Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40