Nach insgesamt 28 Jahren als Spieler und Assistenztrainer muss Kloten-Legende Felix Hollenstein (47) die Flyers verlassen. Jetzt spricht er erstmals seit seinem Rauswurf letzten Freitag.
Finanziell haben die Kloten Flyers dank dem Millionen-Engagement von Philippe Gaydoul und Thomas Matter in letzter Minute die Kurve gekriegt. Nun lassen die neuen Kloten-Bosse keinen Stein auf dem anderen. Allen voran der neue CEO Wolfgang Schickli.
Der ehemalige Valora-Manager – Übername «Pitbull» – setzte letzten Freitag Klotens Kultfigur Felix Hollenstein (47) nach dem Training vor die Türe. Nach 28 Jahren als Spieler (4 Meistertitel) und zuletzt Assistenztrainer wurde «Fige» per sofort freigestellt.
Dies, nachdem die Eishockey-Legende sich mit viel Herzblut und Engagement für die Rettung der Kloten Flyers eingesetzt hat. Nicht zuletzt dank ihm, haben einige der wichtigen Spieler den Klub während der finanziell unsicheren Lage nicht verlassen. Ein harter Schlag für Hollenstein, den er zu verdauen hat.
Mit einigen Tagen Abstand äussert sich der Zürcher erstmals öffentlich zu seiner Entlassung. Wie geht es ihm? In Hollensteins Aussagen spürt man seine Gemütslage. «Ich bin sehr enttäuscht. Es tat weh, so gehen zu müssen», sagt Hollenstein zu Blick.ch. Sein Vertrag bei den Flyers wäre noch zwei Jahre bis 2014 gelaufen.
Hollenstein lässt sich rechtlich von Anwalt Valentin Landmann vertreten. Dieser meint: «Es ist überraschend gewesen, dass sich die Leitung des Vereins eine Zukunft ohne Felix Hollenstein wünscht. Mein Mandant will aber nur das Beste für den Verein und die Mannschaft, für die er jetzt 28 Jahre sich eingesetzt hat. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Klub einen einvernehmlichen Ausstieg finden. Es besteht kein Krach.»
Wie sieht Hollenstein seine Zukunft ohne die Kloten Flyers? «Ich werde sicher nicht heute oder morgen wieder etwas Neues anfangen. Ich muss die Entlassung jetzt zuerst verarbeiten. Das braucht einfach seine Zeit», sagt der langjährige Captain der Flyers.
CEO Schickli liess sich letzte Woche zu Hollenstein im BLICK so zitieren: «Auch in anderen Teams werden die Assistenten entlassen, wenn der Cheftrainer gehen muss. Es wird sich zeigen, ob unser Entscheid richtig war.» (rib)
Fussballtrainer und TV-Experte Hanspeter Latour (65) erklärt, was in einem Trainer bei einer Entlassung vor sich geht.
Eine Entlassung ist hart. Wie gingen Sie damit um, wenn es Sie jeweils traf?
Das freut einen natürlich nie. Aber ich muss sagen, dass man als Trainer damit rechnen muss, in jeder Sportart. Ich habe einen Job stets mit folgender Devise angetreten: Wenn mir jemand das Vertrauen im Verein schenkt, habe ich immer versucht, das Beste herauszuholen. War das Vertrauen nicht mehr da, habe ich es akzeptiert – ohne Groll oder Wut. Klar tut einem das Herz weh, wenn man so viele Jahre im selben Klub tätig war.
Im Sport herrschen in dieser Beziehung ähnliche Verhältnisse wie in der Wirtschaft.
Richtig. Wer als Chef die Verantwortung trägt, zahlt und befiehlt. Das ist ihr gutes Recht. Auch wenn jemand grosse Verdienste um einen Verein hat. Ob der Entlassungs-Entscheid richtig ist, stellt sich immer erst im Nachhinein heraus.
Hatten Sie nie Probleme, sich nach einem Rauswurf zu motivieren?
Ich bin nie in ein mentales Loch gefallen, gottlob. Ich habe auch nie gesagt, dass ich das zuerst verarbeiten muss. Wichtig ist, dass man offensiv agiert und nicht den Kopf hängen lässt.
Wie haben Sie das zustande gebracht?
Das persönliche Umfeld spielt dabei eine grosse Rolle. Man muss trotz einer Entlassung den Rückhalt seiner Familie und den Freunden spüren. Das war bei mir zum Glück immer der Fall. Schwierig wird es, wenn von jener Seite auch Druck aufgebaut wird. Dann stimmt die Balance im beruflichen und privaten Leben nicht mehr.
Ist eine Entlassung auch die Chance für einen Neuanfang?
Absolut. Wenn jemand so lange im Business tätig ist, hat er sich gewiss zu einer starken Persönlichkeit entwickelt. Das kann man als Chance nutzen für eine Veränderung, vielleicht auch für einen Branchenwechsel. (rib)
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fribourg | 50 | 163:123 | 99 |
| 2 | Bern | 50 | 169:117 | 92 |
| 3 | Zug | 50 | 172:154 | 91 |
| 4 | ZSC Lions | 50 | 152:131 | 89 |
| 5 | Davos | 50 | 170:152 | 81 |
| 6 | Lugano | 50 | 163:139 | 80 |
| 7 | Servette | 50 | 146:139 | 80 |
| 8 | Biel | 50 | 160:161 | 72 |
| 9 | Kloten Flyers | 50 | 151:137 | 69 |
| 10 | Ambri | 50 | 128:178 | 53 |
| 11 | Lakers | 50 | 139:207 | 53 |
| 12 | SCL Tigers | 50 | 117:192 | 41 |
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (17)