Ein Grosser tritt ab SCB-Goalie Bührer hört auf

Jetzt ist es definitiv. Nach 15 Saisons, drei Meistertiteln und 800 Spielen für den SC Bern ist Schluss. Marco Bührer beendet Ende Saison seine Karriere.

Immer informiert - Abonnieren Sie den BLICK Sport Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK Sport News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Newsletter erhalten?

Top 3

1 Heute geht der Eishockey-Cup los Beim SCB und den Tigers läuten die...
2 Wegen Verletzungs-Misere SCB reist mit Junioren zum Cup-Spiel!
3 Verletzungspech bei Davos Dino Wieser 6 bis 12 Wochen out!

NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Lausanne HC 8 27:12 20
2 ZSC Lions 9 22:15 18
3 EV Zug 8 23:21 16
4 EHC Biel 8 28:15 15
5 EHC Kloten 8 25:23 15
6 Genf-Servette HC 8 22:21 12
7 SC Bern 8 20:21 12
8 HC Davos 8 24:26 12
9 HC Lugano 8 23:27 10
10 HC Ambri-Piotta 9 20:29 8
11 HC Fribourg-Gottéron 8 18:26 7
12 SCL Tigers 8 14:30 2

Eishockey

National League A

teilen
teilen
41 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Am 13. November 2015 bestreitet Marco Bührer beim 2:5 gegen Lausanne in der PostFinance-Arena sein 800. Spiel für den SCB. Nach vierzig Minuten muss der Goalie mit Schmerzen am Fuss vorzeitig vom Eis. Und fünf Tage später, am Tag des Trainerwechsels, folgt gar die Hiobsbotschaft: Bührer muss unters Messer. Vorzeitiges Saisonende. Und keine weiteren Auftritte mehr im SCB-Dress. Im Sommer kommt HCD-Keeper Leonardo Genoni.

Seine Zukunft lässt Bührer stets offen. Bis jetzt. Der 36-Jährige sagt zu BLICK: «Ich werde meine Karriere Ende Saison beenden. Ich hatte eine tolle Zeit in Bern, schaue gerne zurück, bin stolz und dankbar.»

Bührer sagt, er habe nie mit sich gerungen. Sein Körper hätte ihm die Antwort geliefert. «Im Mai hatte ich Rückenprobleme. Dann stoppte mich eine Lungenentzündung. Und schliesslich waren da die Schmerzen im Fuss, die mich schon länger plagten», so der dreifache Meister-Goalie. «Ich wollte nirgends unterschreiben und schauen, ob es dann funktioniert. Spiele ich, will ich zuverlässig sein.»

Wegen der Entzündung am Fuss verpasste Bührer vier Wochen der Vorbereitung und musste beim Saisonstart Ersatz Janick Schwendener Platz machen. Bührer versuchte es mit acht verschiedenen Einlagen im Schuh. «Einer passte zwar, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schmerzen wieder kamen.» Die Ursachen für die Probleme? «Es hat mit der Position zu tun, wie ich im Schuh stehe. Es liegt am Hallux und am hohen Fuss. Die Probleme hätten schon früher kommen können.»

Nach der Operation muss Bührer seinen Fuss zwei Wochen lang hochlagern. Danach kann er ein paar Meter gehen. «Jetzt muss ich wieder lernen, richtig zu gehen und abzurollen. Wenigstens kann ich den Alltag wieder normal bewältigen und seit zwei Wochen wieder Auto fahren.»

Mit Bührer tritt ein Grosser ab. Der ehemalige Kloten-Junior kam 2001 als Nachfolger Renato Tosios zum SCB, führte die Mutzen 2004, 2010 und 2013 zum Meistertitel sowie im letzten Jahr zum Cup-Sieg. Der Zürcher feierte 95 Shutouts und hielt im Januar 2013 sein Tor während 269 Minuten und 9 Sekunden rein. Das ist Schweizer Rekord.

Für die Nati kam Bührer zu 81 Einsätzen, nahm an vier Weltmeisterschaften und bei Olympia 2006 teil.

Bührer schaut sich jedes SCB-Heimspiel im Stadion an. Wehmut komme dabei nicht auf. «Beim ersten Spiel war ich sehr emotional. Der Puls war höher, als auf dem Eis», sagt er. «Manchmal gehe ich alleine an die Spiele, setze mich einfach irgendwo hin. Manchmal komme ich mit Kollegen.»

Ein zweites Standbein hat sich Bührer bereits gesichert. Er arbeitet bei der Rom Treuhand, macht im Herbst eine Weiterbildung zum eidgenössischen Treuhänder. «Dann versuche ich, etwas Abstand zum Hockey zu gewinnen. Noch aber will ich nahe am Team sein. Die Jungs werden mir dann wohl am meisten fehlen.»

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 27.01.2016
teilen
teilen
41 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Marc  Grouven 22.01.2016
    Ein "Fliegenfänger" aus Zürich beim "SCB" war nie eine Option die gut war, so wie auch das ganze Management und die "Staren" lassen zu Wünschen übrig !!!!
  • Hans  Scheidegger 22.01.2016
    Genauso wie Renato Tosio entwickelte sich auch Marco Bührer zu einer Identifikationsfigur in der ganzen Region Bern. Er war und ist ein wichtiger Eckpfeiler des SCB. Seine Ruhe und sein Selbstvertrauen strahlte jeweils positiv auf die ganze Mannschaft aus. Man konnte sich auf seine Zuverlässigkeit verlassen. Er respektierte auch die Gegner. Trotz seines grossartigen Könnens und seiner zahlreichen Erfolge ist er stets bescheiden geblieben. Alles Gute für die Zukunft, Marco Bührer!
  • Theo  Froideveaux 22.01.2016
    Schade, dass eine so grossartige Karriere auf diese Art und Weise zu Ende geht. Danke Marco. du warst ein Super-Goalie und hast den SCB in deiner Aktivzeit mitgeprägt. Ich hoffe, dass Chole Marc noch etwas Kleingeld in die Hand nehmen wird, um dir einen anständigen Abschied im Stadion zu bereiten. Du hast es verdient. Merci für alles.
  • Patrick  Meier 22.01.2016
    Herr Bührer, ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und hoffe, dass Sie auch beim neuen Job so erfolgreich sein werden.
    • Besser  Wisser aus Neuchatel
      22.01.2016
      Wie ganz Wenige der Profis hatte Bührer schon seit fast eh und je einen Teilzeitjob bei Rom Treuhand. Daher auch die Bescheidenheit. Mit dem Job konnte er sicher besser abschalten als die Jungen, welche neben den Trainings und den Spielen nur am Zocken sind!
  • M.  Häberli 22.01.2016
    Danke Marco, du warst immer ein Musterprofi!!! Solche Leute braucht der SCB