Alle Liveticker Live-Center

Die BLICK-Eishockey-Serie vor dem Saisonstart David Aebischer: Pionier im Palmen-Paradies

  • Publiziert: 01.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dino Kessler

LUGANO - TI - Erst obenauf, dann untendurch. David Aebischer will mit dem «neuen» Lugano wieder ganz nach oben.

David Aebischer war unser Held bei der Heim-WM 1998, der Schweizer Pionier in der NHL und der erste Schweizer Stanley-Cup-Sieger (mit Colorado 2001).

Was dann folgte, war ein Absturz in Raten: Im Frühling 2006 wurde er nach Montreal transferiert, im Sommer 2007 nach Phoenix weitergereicht und dort umgehend ausgemustert. Im Herbst 2007 kam der Fribourger in die Schweiz; ins verwelkende Palmen-Paradies nach Lugano – als Hoffnungsträger. Die Ansprüche? Hoch. Sehr hoch. Von Aebischer wurde der sportliche Spagat erwartet: Fehlerlos spielen sollte er und dazu noch das beschädigte Image des zerfaserten Vereins korrigieren – eine unmögliche Mission.

Er sei keiner, der sich aus der Verantwortung stehle, sagt Aebischer. «Als Leaderfigur muss ich meiner Vorbildfunktion gerecht werden und auch mit Kritik umgehen können.»

Phasenweise wurden die schwachen Leistungen der Bianconeri absurderweise ausschliesslich an Aebischer festgemacht – ungeachtet der desaströsen Verhältnisse der Spielkultur des ehemaligen Spitzenklubs.

Teambildung in der Wildnis

Der neue Coach Philippe Bozon hat die Schwachstellen identifiziert und dementsprechend die Schwerpunkte gesetzt: Eine harte, konsequente Vorbereitung war das sportliche Mittel zur Korrektur, ein Teambildungs-Prozess mit Exkursionen in die Fauna und Flora die flankierende Massnahme.

Der Mannschaft wurden gar ein paar Tage in der Wildnis aufgebrummt, um die letzten Schweissnähte im internen Netzwerk zu setzen. Aebischer: «Anfangs war ich da skeptisch. Wir waren Selbstversorger, mussten uns um alles kümmern. Dieser Prozess liess uns näher zusammenrücken.»

Die Vergangenheit wolle er nun ruhen lassen, sagt Aebischer: «Es gilt, Lugano sportlich wieder salonfähig zu machen. «Der Weg ist vorgespurt, wir wollen diesem Klub wieder eine Identität geben.»

Blick-Tipp

1.
2.
3.
4.
5. HC Davos
6. Kloten
7. Lugano
8.
9. Lakers
10.
11.
12. Ambri

Morgen: EHC Biel

Team-Check

Trainer

Philippe Bozon ist ein weiterer Ehemaliger, der beim HC Lugano Cheftrainer sein darf. Die von Sportchef Habisreutinger initiierte Abkehr von Hedonismus und Arroganz dürfte Bozon zu Pass kommen: als Spieler war der Franzose ein pflichtversessener Arbeiter, gnadenlos im Umgang mit dem Gegner und mit höchsten Ansprüchen an sich selbst.

Transfers

An den Glanz vergangener Tage erinnert höchstens noch Petteri Nummelin. Sportchef Habisreutinger hat mit Sinn fürs Wesentliche transferiert: Charakter und Leidenschaft zählen erstmals mehr als klangvolle Namen. Die neuen Ausländer heissen Clymer und Hennessy, Stürmer Genoway kam auf Probe, Burki erwartet den Schweizer Pass.

Sorge

Der Schlendrian der letzten Jahre ist so tief im Bewusstsein der Spieler verwurzelt, dass selbst die spielerische Brillanz Nummelins verblasst. Geht der Kriechgang weiter, droht der Rückfall in die Selbstzufriedenheit mit Grüppchenbildung, Schuldzuweisungen und der Rückkehr zum bequemen, erfolglosen Genusseishockey ohne taktische Fesseln.

Hoffnung

Bozon hat in Genf bei Chris McSorley gelernt, dass die eigene Zone das Mass aller Dinge ist. In der letzten Saison nahm das Unheil meist bereits bei der Angriffsauslösung seinen Lauf. Wenn Bozon es schafft, Helbling so einfach und risikolos spielen zu lassen wie bei der WM in Deutschland, hat die Ordnung eine Chance.

Kader HC Lugano

Goalies

29 Aebischer David (Alter: 32)
20 Terrazzano Pasquale (21)

Verteidiger

7 Clymer Ben (USA) (32)
5 Helbling Timo (29)
8 Hirschi Steve (28)
16 Kienzle Lorenz (22)
11 Nodari Matteo (22)
33 Nummelin Petteri (Fi) (37)
12 Profico Leandro (20)
22 Ulmer Stefan (19)
3 Vauclair Julien (30)

Stürmer

15 Burki Codey (Ka) (23)
40 Conne Flavien (30)
76 Domenichelli Hnat (34)
26 Genoway Colby (Ka) (26)
9 Hennessy Josh (USA) (25)
61 Jörg Mauro (20)
79 Kamber Oliver (31)
69 Kostovic Dario (30)
14 Murray Brady (26)
32 Reuille Sebastien (29)
88 Romy Kevin (25)
38 Sannitz Raffaele (27)
89 Schlagenhauf Roman (21)
17 Vauclair Tristan (25)

Trainer

Philippe Bozon (Fr) (43)

Top 3

1 «Es braucht jetzt Macher!» Unternehmer will halbe Million in Flyers...bullet
2 «Mir sind da für dich» Kloten-Lemm singt Solidaritäts-Song für Flyersbullet
3 Für ein Jahr Verteidiger Meier leihweise zu Bielbullet

Eishockey

National League A

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40