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ZSC-Sportchef Salis über die eigenen Fans: «Das sind potenzielle Massenmörder»

Die ZSC-Chaoten, die mit einer Petarde in Zug den Spielabbruch verursacht haben, sind Wiederholungstäter. Trotzdem weist der Klub jede Verantwortung von sich.

  • Publiziert: 12.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Thomas Renggli

So viel vorweg: Die Lüftungs-anlage im Hallenstadion funktioniert einwandfrei. Dort, wo vor der Totalrenovation die Dunstschwaden zum Eishockey gehörten wie Stock und Puck, herrscht heute eine Luftqualität wie auf einer Alp.

Statt der Glimmstängel rauchen seit dem Spielabbruch in Zug aber die Köpfe.

Salis: «Nach elf Klubs haben wir auch noch eigene Fans gegen uns»

ZSC-Sportchef Edgar Salis kann seine Bestürzung nicht zurückhalten: «Es reicht nicht, dass wir gegen elf Klubs kämpfen. Jetzt haben wir auch noch die eigenen Fans gegen uns.» Und dann wird der Churer sonst ein durch und durch besonnener Typ – in seiner Situationsanalyse radikal: «Die Leute, die das zu verantworten haben, sind für mich potenzielle Massenmörder. Denn sie nehmen eine Panik in Kauf, die verheerende Folgen haben kann.»

Und was sagt er zur absehbaren Forfait-Niederlage? «Wenn es so im Reglement steht, müssen wir das wohl akzeptieren.» Salis befürchtet aber – je nach sportlichem Verlauf – gravierende finanzielle Konsequenzen: «Stellen Sie sich vor, wir haben deswegen in den Playoffs ein Heimspiel weniger!»

Lions-CEO Peter Zahner steht der Sache mit Ohnmacht gegenüber. Auf die Verantwortung des Klubs angesprochen, verwirft er die Hände: «Wie sollen wir die Täter identifizieren, wenn sie in der anonymen Masse untertauchen?»

Auch die in Zug anwesenden Zürcher Sicherheitskräfte nimmt er in Schutz: «Angesichts der Übermacht der Fans können die doch auch nichts machen.» Stellt sich allerdings die Frage, weshalb der Klub überhaupt auf ein (nutzloses) Sicherheitskonzept setzt.

Das gestrige Treffen mit den Fanklub-Präsidenten brachte ebenfalls keine konkreten Lösungsvorschläge. Es sei nur von informeller Bedeutung gewesen, so Zahner. In einem Communiqué setzt man auf den Spürsinn der Zuger Instanzen: «Der EVZ wird in Zusammenarbeit mit der Polizei die Videobänder auswerten. Es ist zu hoffen, dass der oder die Verursacher ausfindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden können.»

Die Zürcher Ratlosigkeit in Ehren. Völlig unerwartet kann der Rauch-Anschlag die Lions aber nicht getroffen haben.

Krawall-Brüder schalten und walten nach Belieben

SCB-Manager Marc Lüthi erinnert sich an einen Vorfall «vor etwa fünf Jahren in der Allmendhalle, als bei einem ZSC-Gastspiel ebenfalls eine Rauchbombe gezündet wurde. Und der Match nur stattfinden konnte, weil das Stadion damals noch auf einer Seite offen war».

In diesem Sommer kam es anlässlich des Turniers in Salzburg zu einem identischen Zwischenfall. In der Mozartstadt hat man den ZSC deshalb von der Einladungsliste gestrichen.

Für den Klub bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung der Saisonvorbereitung. Für die Krawallbrüder ist es eine weitere Bestätigung, dass sie schalten und walten können, wie sie wollen –und jemand anderer die Rechnung bezahlt.

play «Es reicht nicht, dass wir gegen elf Klubs kämpfen. Jetzt haben wir auch noch die eigenen Fans gegen uns.»: ZSC-Sportchef Edgar Salis (Toto Marti)

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Runde 50 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 50 173:131 98
2 HC Davos 50 155:117 98
3 HC Fribourg-Gottéron 50 156:120 94
4 Kloten Flyers 50 158:117 91
5 SC Bern 50 153:130 87
6 HC Lugano 50 152:150 79
7 ZSC Lions 50 136:129 77
8 EHC Biel 50 114:128 68
9 Servette Genf 50 117:126 67
10 SCL Tigers 50 124:166 52
11 HC Ambri-Piotta 50 102:153 49
12 Rapperswil-Jona Lakers 50 99:172 40