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Bordeleau spricht Deutsch!

  • Aktualisiert am 19.01.2012

Die BLICK-Eishockey-Redaktion begleitet Sie mit einem Blog durch die Playoffs. Heute: Der SCB-Kanadier Sébastien Bordeleau gibt sein erstes Interview in Deutsch.

SCB - Zug / 02.03.2009

Exklusiv auf Blick.ch: Das erste Interview von Sébastien Bordeleau in deutscher Sprache (Video oben).

SCB - Zug / 02.03.2009

Bordeleau ersetzt Gamache

Für das zweite Heimspiel in der Viertelfinalserie gegen den EV Zug (Stand 1:1) nimmt SCB-Trainer John van Boxmeer einen Wechsel auf einer Ausländerposition vor: Anstelle vom bisher in den Playoffs enttäuschenden Simon Gamache kommt der französisch-kanadische Doppelbürger Sébastien Bordeleau zum Einsatz.

Er wird zusammen mit Christian Dubé und Martin Gelinas die erste Sturmlinie der Berner bilden. (Peter Pflugshaupt)

ZSC Lions - Fribourg / 01.03.2009

Was ist, wenn die ZSC Lions ausscheiden?

0:2 gegen Riesentöter Fribourg zurück. Wenn sich die ZSC Lions noch zwei weitere Niederlagen leisten, dann ist der Meister und der neben dem SC Bern meistgenannte Titelfavorit bereits nach den Viertelfinals draussen.

Das wäre dann eigentlich die perfekte Konstellation, um mit Schlamm zu werfen und die Zürcher so richtig durch den Fleischwolf zu drehen. Doch das würde kaum geschehen. Wegen dem 28. Januar 2009.

An diesem denkwürdigen Tag holten sich die ZSC Lions nach einem grandiosen 5:0-Triumph über Magnitogorsk den Sieg in der Champions Hockey League. Sie feierten den grössten Erfolg in ihrer Klubgeschichte und kamen zu grosser Ehre, auch für das Schweizer Eishockey.

Die ZSC Lions wurden mit Lobeshymnen überhäuft. Die perfekte Organisation. Die perfekte Führung. Der perfekte Trainer. Die perfekten Ausländer. Der perfekte Goalie. Die perfekte Verteidigung. Der perfekte Sturm. Der perfekte Teamgeist. Die perfekten Fans.

Klar, Sport ist ein schnelllebiges Geschäft. Und Eishockey sowieso. Aber kaum jemand würde auf die Idee kommen, den ZSC Lions vorzuwerfen, alles falsch gemacht zu haben, nachdem sie einen Monat zuvor noch dafür gelobt wurden, alles richtig gemacht haben.

Die ZSC Lions würden mit einem sanften Klaps auf den Hintern aus den Playoffs verabschiedet. So wie sich das eben bei tragischen Helden gehört. Die einzige Folge eines vorzeitigen Outs der Zürcher wäre wohl, dass Champions League in Verbindung mit Playoffs in Zukunft in der Branche als Unwort gelten würde.

Aber das bräuchte dann die ZSC Lions möglicherweise nicht mehr zu kümmern. Wenn jemand anderes als der SCB Meister wird, wären sie nächste Saison in der Champions League ohnehin nicht mehr dabei. (Marcel Allemann)

Kloten - Servette / 28.02.2009

42 Jahr, graues Haar – aber in den Playoffs unentbehrlich

Es gibt unzählige 42-jährige Männer, die sich Abend für Abend auf die Couch pflanzen und sich das Zappen von Sportsendung zu Fussballmatch mit Biertrinken versüssen. Für jene unförmigen Zeitgenossen ist Aktiv-Sport ein Fremdwort.

Dann gibt es bestimmt auch einige in diesem Alter, die sich mit sportlichen Hobbys einigermassen fit halten – sofern es ihnen ihre Ehefrauen erlauben.
Aber eine Rarität sind «Ü40»-Profisportler. Das Schweizer NLA-Fussball kennt keine solchen Saurier, im Schweizer NLA-Eishockey arbeiten mit Gilles Montandon (43, Fribourg-Gottéron), Ari Sulander (40, ZSC Lions), Todd Elik (42, SCL Tigers) und Igor Fedulow (42) gleich vier solcher Koryphäen.

Jeder dieser vier eine Persönlichkeit, alle verstärken sie ihr jeweiliges Team mit unterschiedlichen Aspekten. Sulander ist Zürichs Lebensversicherung im Tor, Elik Langnaus (etwas ruhiger gewordener) Provokateur, Montandon ein Vorbild für Fribourgs Youngsters.

Und Fedulow ist Servettes Playoff-Joker. Der 42-jährige Russe avancierte bei Genfs Vizemeistertitel zum Playoff-Topskorer (18 Skorerpunkte). Fedulows Wichtigkeit hatte Trainer Chris McSorley trotz dessen sagen wir mal fortgeschrittenen Alters schon vor dem letztjährigen Playoff-Start erkannt – und dem Oldie nochmals einen Einjahres-Vertrag angeboten.

Der Stürmer soll nun – in seinen vielleicht letzten NLA-Playoffs, erneut Unbezahlbares beisteuern: seine Erfahrung. Für die nächsten beiden Saisons hat Fedulow einen Vertrag beim B-Ligisten Lausanne unterzeichnet.

Nun, zufälligerweise ist Lausanne das Partner-Team von Genf – McSorley könnte also auf seinen Dienstältesten zurückgreifen, sollte er nächste Saison eine Playoff-Verstärkung brauchen.

Es bleibt aber das Geheimnis des Russen, wie er es anstellt, auch mit 42 Jahren noch den NLA-Ansprüchen zu genügen. «Die meiste Zeit denke ich gar nicht an mein Alter», lacht Fedulow. Es komme ganz auf den Tag an, wie alt er sich fühle. «Am Morgen nach der Niederlage in Kloten fühlte ich mich etwa wie ein 37-Jähriger. Nach dem guten Training am Mittag dann wie ein 32-Jähriger», witzelt der zweifache Vater, der gestern nach der Einheit auf dem Eis auch noch einige Kilometer auf dem Home-Velo abstrampelte.

Denn er selbst hält die körperliche Verfassung für wichtiger als die Erfahrung. «Denn um meine Erfahrung optimal ausspielen zu können, muss ich auch mit dem Tempo mithalten können.»
Dennoch wird es Fedulows Erfahrung sein, die den Servettiens im Viertelfinal-Duell gegen die Kloten Flyers von Nutzen sein wird. (Nicole Vandenbrouck)

SCB - Zug / 27.02.2009

Wird Serie der Provokationen zur „Schlacht"?

Der EV Zug kann dem SC Bern in spielerischer Hinsicht nicht das Wasser reichen. Das weiss man nicht erst seit dem Playoff-Auftakt am Donnerstag. Seit 22 Spielen warten die Innerschweizer zum Beispiel auf einen Sieg in der Berner PostFinance-Arena. Letztmals gewann sie am 8. September 2001 mit 2:1.

Doch ist das gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ausscheiden der Zuger? Nein! In den Playoffs wird neben den spielerischen Fähigkeiten eine zweite Komponente zum tragenden Element. Die Provokation.

Der Begriff „Provokation“ ist zusammengesetzt aus den lateinischen Wörter PRO (hervor) und VOCARE (rufen). Das Ziel der Provokation ist es, ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Reaktion bei seinem Gegenüber HERVORZURUFEN.

Am Donnerstag war der EVZ in Bern auf dem Eis schlicht chancenlos. Vor allem im letzten Drittel versuchte der spielerisch Unterlegene dann wenigstens mit Provokationen über und unter der Gürtellinie den Favoriten zu reizen. Teilweise mit Erfolg.

Zug Spezialisten: Oppliger, der allerdings im ersten Spiel schon nach fünf Minuten unter die Dusche musste, die Camichel-Brothers, Dauerprovokateur DuPont und Topskorer Holden, der das gesamte letzte Drittel mit dem Gesichtsausdruck einer Furie absolvierte.

DuPont provozierte den SCB während 60 Minuten und hatte einige Male Glück, dass Schiri Reiber seine „Taten“ übersehen hat. Am Ende wurde DuPont für sein Verhalten von Berns Ziegler mit einer linken Geraden mitten ins Gesicht bestraft. Resultat: Ziegler kassierte eine Spieldauer, damit war die Aufgabe auf Seiten der Zuger erfüllt.

Nach dem Spiel kam Zugs Duri Camichel wutentbrannt vom Eis, fuchtelte wild mit seinem Stock und schrie in Richtung der Berner: «Das gibt noch eine Schlacht!» Provokation auch nach Spielschluss...

Eine Taktik, die diese Serie vielleicht spannender machen wird, als viele erwarten. Doch die Zuger müssen aufpassen: Denn wenn sie selber zu viele Strafen kassieren, werden sie gegen das starke Powerplay der Berner untergehen.

Kann Zug den SCB mit seinen Provokationen herausfordern oder am Ende gar bezwingen? (Peter Pflugshaupt)

26.02.2009

Playoffs – das ist, wenn die Zähler auf null gestellt werden.

Die Tabelle der Qualifikation mit Siegen und Niederlagen, die Tordifferenz – alles Gequatsche von gestern. Charakter, Leidenschaft, Disziplin und Nervenstärke sind ab jetzt gefragt, Schluss mit den Statistiken.

Dass die Mannschaft, die in der Qualifikation die wenigsten Gegentore erhalten hat, als Titelfavorit gehandelt wird, ist eine uralte Mär.

«Offense wins games, defense wins championships.» Richtig. Aber es wird sich um die beste Abwehrleistung in den Playoffs handeln, nicht um die der Qualifikation.

Aber wer hat nun die besten Karten? Prognosen, Tippspiele und virtuelle Ligen sind bei Fans und Zuschauern unheimlich beliebt.


Meine persönlichen Vorhersagen:

Bern (1.) – EV Zug (8.)


Letztes Jahr lautete meine Prognose: Der SCB scheidet aus. Dieses Jahr ist der SCB mein grosser Favorit, weil die Mischung in der Garderobe stimmt. Mit Martin Plüss, Martin Gelinas und Keith Carney haben die Mutzen Spielwitz und Esprit, Chuzpe und Schmackes dazugewonnen. Am Dienstag habe ich Paul DiPietro in der Schulthessklinik besucht; der frisch an der Achillessehne Operierte hat mir folgende Wette angeboten: 100 Franken für ein Weiterkommen seines EVZ. Ich habe akzeptiert.

Mein Tipp: Der SC Bern in 5 Spielen.

ZSC Lions (2.) – Fribourg (7.)


Die Lions haben nach zwei Titeln in Kürze genug Selbstvertrauen, um zumindest eine Weile ohne Adi Wichser bestehen zu können. Dass sie Beat Forster nicht brauchen, haben sie schon in der Champions League gezeigt: Wer Espoo und Magnitogorsk ohne Forster schlägt, schafft auch Gottéron. Ausserdem ist das Team cool und verschworen genug, um im richtigen Moment am Rad zu drehen.

Mein Tipp: Die ZSC Lions in 5 Spielen.

Kloten Flyers (3.) – Servette (6.)


Die Flyers in der Formkrise – das habe ich am letzten Wochenende gleich zwei Mal live miterlebt. Gegen Lugano und in Zug lief nicht viel. Aber meine Hoffnung lautet: Rüeger und Jenni machen Dampf, der Rest wird folgen. Diese Mannschaft hat das Potenzial, um die Wende zum Guten zu schaffen. Ausserdem spielt keiner so eifrig ohne Puck wie Rintanen. Der Finne ist dem Geschehen meist zwei oder drei Spielzüge voraus. Aber: Kloten braucht eine Initialzündung, am besten explodiert Marcel Jenni in der Garderobe, dann wirds gut.

Mein Tipp: Die Kloten Flyers in 7 Spielen.

HC Davos (4.) – Lugano (5.)


Der HC Davos baut längst nicht mehr ausschliesslich auf Reto von Arx oder Michel Riesen. In der Offensive haben Andres Ambühl und Peter Guggisberg mächtig aufgeholt, Dario Bürgler ist auf dem besten Weg dazu. Der HCD hat die anpassungsfähigste, vielseitigste und explosivste Offensive der ganzen Liga und mit Beat Forster auch noch einen Verteidiger, der die Scheibe auch einmal ins gegnerische Drittel tragen kann – eine weitere Option für Arno Del Curtos Angriff. Lugano verfügt über unglaublich viel Talent; aber der Verein müsste mal zur Ruhe kommen und sich sammeln. Das wird aber wohl erst nächstes Jahr passieren.

Mein Tipp: Der HC Davos in 5 Spielen.

Wer an meine Tipps glaubt, kann hier gleich noch die Lottozahlen für Samstag haben:

8, 11, 15, 29, 43, 45. Zusatzzahl: 7 (Dino Kessler)

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Eishockey

National League A

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Runde 46 National League A

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 EV Zug 46 160:125 91
2 HC Davos 46 140:108 90
3 HC Fribourg-Gottéron 46 146:111 87
4 SC Bern 46 145:120 83
5 Kloten Flyers 46 141:109 80
6 HC Lugano 45 141:142 69
7 ZSC Lions 44 123:117 68
8 Servette Genf 46 109:113 63
9 EHC Biel 46 103:115 62
10 HC Ambri-Piotta 46 93:138 46
11 SCL Tigers 46 114:158 46
12 Rapperswil-Jona Lakers 45 91:150 37