Auch weil «Swiss Ice Hockey» die Sponsoren davonlaufen Verband und Klubs streiten sich um TV-Millionen

Im Schweizer Eishockey rumort es gewaltig. Das Verhältnis zwischen Klubs und Verband ist angespannt. Im Kreuzfeuer: Präsident Marc Furrer und CEO Florian Kohler.

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NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 SC Bern 41 128:96 86
2 ZSC Lions 42 137:100 86
3 EV Zug 39 124:85 82
4 Lausanne HC 40 131:104 74
5 HC Davos 40 119:109 59
6 EHC Biel 41 120:117 58
7 HC Lugano 42 117:140 55
8 Genf-Servette HC 41 101:116 54
9 EHC Kloten 41 117:134 49
10 SCL Tigers 42 99:122 49
11 HC Fribourg-Gottéron 40 102:136 42
12 HC Ambri-Piotta 41 100:136 41

Eishockey

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Im letzten Sommer wurden die finanziellen Details des neuen TV-Vertrags mit dem Schweizer Eishockey bekannt: Kabelnetzbetreiber UPC und die SRG bezahlen während fünf Jahren durchschnittlich 35,4 Millionen Franken für die Übertragungsrechte.

Wie dieser Betrag zwischen Verband und Klubs aufgeteilt wird, entscheidet in erster Instanz der Verwaltungsrat von Swiss Ice Hockey mit Präsident Marc Furrer und fünf zusätzlichen «Bleistiftspitzern».

Sind die dem Verwaltungsrat also ausgeliefert? Nein, das Schweizer Eishockey funktioniert nach machiavellistischen Prinzipien: Erfüllt der Verwaltungsrat die Wünsche der Klubs nicht, könnten diese ein Abberufungsverfahren der Verbandsspitze einleiten. In letzter Konsequenz werden die Klubs also erhalten, was sie wollen: eine Rechtebewertung. Das Geld soll aufgrund des Verursacherprinzips verteilt werden.

Das heisst? Das primäre Interesse der TV-Partner gilt dem Spielbetrieb der Nationalliga. Die wenigen Testspiele der Nationalmannschaft (die Weltmeisterschaft ist nicht Inhalt des Vertrags) spielen dabei nur eine marginale Rolle. Aufgrund dieser Rechnung soll der Erlös der Fernsehrechte aufgeteilt werden. 35,4 Millionen.

Halt, nicht ganz: Da Swiss Ice Hockey das Mandat für die Verhandlungen mit den TV-Anstalten an die deutsche Firma Profile Media vergeben hat, wird eine branchenübliche Provision fällig. Kalkuliert man mit 10 Prozent Vermittlungsgebühr für die deutsche Firma, bleiben rund 32 Millionen Franken übrig.

In den Chefetagen der Klubs steigt nun die Fieberkurve, weil die Budgetplanung für die nächste Saison ansteht. Sie wollen den Kuchen für sich, wollen wissen, wie viel Geld sie bekommen. Wann wird Swiss Ice Hockey aktiv? CEO Florian Kohler: «Intern haben wir bereits eine Lösung gefunden, nächste Woche werden die Ergebnisse den Klubs präsentiert.» Spätestens im Januar wollen die Teams konkrete Zahlen vorliegen haben. Die Messer sind gewetzt.

«Skoda steigt aus, aber mit Tissot sind nur noch Details zu klären»

Die Klubs werden auf jeden Franken schauen. Warum? Weil Swiss Ice Hockey und CEO Kohler gerade die Sponsoren davonlaufen: Die PostFinance hat ihr Engagement wohl eben erst verlängert, aber der langjährige Partner Skoda lässt den lukrativen Vertrag (eine hohe sechsstellige Summe) im nächsten Frühling auslaufen.

Der Vertrag mit Uhrenhersteller Tissot soll auf der Kippe stehen. Eine Migros-Tochter (Shakeria/Ice Tea) ist schon seit dieser Saison nicht mehr mit an Bord. Und der einzige nationale Event im Dezember hat seit dem Abschied der Tourismusdestination Arosa keinen Sponsor mehr. Schon beim Deutschland Cup im November machten die Spieler deshalb mit dem Logo der «Swiss Ice Hockey Challenge» Werbung in eigener Sache.

Kommuniziert wurden diese Missstände allerdings nie. Kohler: «Skoda steigt aus, aber mit Tissot sind nur noch Details zu klären. Aber es ist so, dass wir eines der Sponsoring-Pakete bis jetzt nicht verkaufen konnten. Wir arbeiten daran.» Im Dunstkreis der Klubs wird nun die Befürchtung laut, der Verband könnte sein Marketing-Defizit durch einen ungerechtfertigt hohen Anteil am Fernsehgeld kompensieren.

Die Exponenten von Swiss Ice Hockey, Präsident Furrer und CEO Kohler, stehen im Durchzug. Präsident Furrer wird von verschiedenen Seiten fehlende Präsenz angelastet, obwohl er mit 80'000 Franken im Jahr alimentiert wird (60'000 Franken Lohn plus 20'000 Spesenpauschale). So blieb er zum Beispiel der wegweisenden Ligaversammlung im November fern.

Bei Florian Kohler ist die Mängelliste etwas länger: Ihm werden die hohe Fluktuation und die schwindende sportliche Kompetenz beim Verband, mangelhaftes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Sponsoren sowie diverse Strategiepleiten und Kommunikationspannen (Simpson, Hanlon, Schläpfer, Cup) vorgeworfen.

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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8 Kommentare
  • Hans Jakob  Rölli , via Facebook 15.12.2016
    Warum soll ich für diese Übertragungen Zwangsgebühren zahlen?
    Ich schaue diesem Sport jährlich genau 0 (Null) Minuten zu.
    • Tashunka  Blue aus Watt
      15.12.2016
      Guter Herr Rölli...Das ist jedem frei, was er anschauen will.
      Was mich mehr überrascht, weshalb sie sich dann über das Finanzielle Sponsoren Problem im Eishockey so aufregen???
  • Juri  Gniom aus Aarau
    15.12.2016
    Kohler? Raffeiner? Wie lange können diese zwei absoluten Fehlbesetzungen eigentlich noch wursteln? Gibt es beim Verband eigentlich keine Ziele und Erfolgskontrollen? Furrer? Im fehlt es schon alleine an Fachkompetenz und scheinbar ist er auch im Marketing nicht gerade ein Überflieger. Was bleibt? Viel Bockmist und keine Leistungskultur!
  • Doris und Sandro  Hartmann aus Tauranga
    15.12.2016
    Die Verbandsspitze ist die Schlechteste seit Menschengedenken, vergleichbar mit den Bundesräten im Bundeshaus. Wie soll da was gutes raus kommen? Anstatt dass man gemeinsame Wege geht, gibt es wie in der Politik Grabenkämpfe zwischen Verband und NL. Sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. :-P
  • Tashunka  Blue aus Watt
    15.12.2016
    Streiten...es ist lediglich eine Frage der Höhe und Wollen von Seite der Sponsoren. Und immer regiert das Geld und Ego.....aufs Neue.
  • Tashunka  Blue aus Watt
    15.12.2016
    Kurz und bündig...Kohler und Furrer sind ganz einfach unfähig in ihren Jobs und absolut zu wenig mit Herzblut dabei. Abkassieren und nicht viel dafür tun. Nur...da sind sie in bester Gesellschaft...FIFA und viele andere mehr.
    • Anna  Rusch 16.12.2016
      @Blue: Sie vergassen Raffeiner! Er hat alle seine Kollegen eingestellt: Fischer, Camichel. Wohlwend und fast alle Nachwuchstrainer der U- Mannschaften!! Was macht eigentlich der Ex.- Spieler Markus Graf im Verband seit Jahren?