Nie wieder NLA? Kloten Flyers vor dem Crash!

Auch die neuen Flyers-Besitzer aus Übersee wollen nur noch eines: So schnell wie möglich weg. In Kloten ist offenbar kein NLA-Eishockey mehr möglich.

Top 3

1 Mit 9. Assist der Saison Niederreiter jubelt nach Penaltys gegen die Oilers
2 BLICK präsentiert das Sixpack der NLA-Runde Martschini mit Zauber-Assist
3 Knapper Sieg gegen Edmonton Streit trifft bei grandiosem...

NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 ZSC Lions 31 101:75 63
2 EV Zug 29 92:64 60
3 SC Bern 28 86:63 59
4 Lausanne HC 30 91:81 48
5 EHC Biel 31 92:90 44
6 HC Lugano 31 85:102 42
7 EHC Kloten 28 93:90 41
8 HC Davos 30 86:85 41
9 Genf-Servette HC 30 77:86 41
10 SCL Tigers 30 72:91 36
11 HC Fribourg-Gottéron 28 70:95 30
12 HC Ambri-Piotta 30 70:93 29

Eishockey

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Hat James Sheppard gestern um 21.42 Uhr das letzte NLA-Tor der Flyers-Geschichte erzielt?

Sportlich haben die Zürcher Saisonende. Aber hinter den Kulissen gehen die Playoffs erst los. Und da wird ab sofort mit härteren Bandagen gekämpft als zuletzt bei den Sportfreunden auf dem Eis: Die Besitzer aus Übersee wollen den schwer defizitären Klub loswerden. Sofort. Nach den Erkenntnissen aus dieser Saison sieht die ASE Group in Kloten keine Möglichkeit, im Hochpreissektor der NLA mittelfristig aus der Verlustzone zu kommen.

Die Analyse: Man befindet sich in einem Umfeld, das auf Dauer nur in der NLB einen schuldenfreien Betrieb zulässt. Der Lohnaufwand eines NLA-Spitzenteams kann in Kloten unmöglich refinanziert werden. Das Defizit aus dieser Saison allein? Wohl zwischen sieben und acht Millionen.

Findet sich nicht in Kürze ein Mäzen, der sich dieses Fass ohne Boden aus purer Leidenschaft auf den Rücken schnallt, spielen die Besitzer aus Nordamerika verschiedene Szenarien durch: Der Verkauf von Spielern, ein freiwilliger Abstieg oder das Verschieben der Sport AG in eine andere Stadt – in Kloten muss gerade mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Wenigstens muss man sich nicht mehr wegen Ticketpreisen den Kopf zerbrechen.

Schliesst sich damit der Kreis? Die ganze Misere losgetreten hat Jürg Bircher. Er will sich einen Meistertitel kaufen und gibt dafür Geld aus, das er nicht hat. Zwei Finalteilnahmen (2009, 2011) bleiben das höchste der Gefühle. 2012 wird der Präsident in die Wüste geschickt, elf Millionen Franken Schulden lässt er zurück. Als Schlussbouquet zieht er dem ahnungslosen Ex-TV-Mann Adrian Fetscherin noch das Ersparte aus den Taschen und verscherbelt ihm für eine Million die wertlosen Aktien.

Nach verschiedenen Sammelaktionen übernimmt Philippe Gaydoul im Herbst 2012 den Klub. Er stellt die Zähler auf Null und versucht, mit unpopulären Massnahmen (Spielergehälter reduzieren, Hollenstein entlassen) einen Neubeginn. Beim Volk ist Gaydoul sofort untendurch, obwohl der Klub ohne ihn gar nicht mehr existieren würde.

Bis Gaydoul sein Aktienpaket im Sommer 2015 für einen Franken an die Investorengruppe «Avenir Sports Entertainment» verkauft, setzt der ehemalige Verbandspräsident mehr als 20 Millionen in den Sand. Als er geht, deckt er als Abschiedsgeschenk das Defizit von 7,5 Millionen und rundet grosszügig auf 8 Millionen auf. Ein Dankeschön gabs dafür nicht.

Gaydoul hilft trotzdem dabei, neue Investoren zu finden. Bill Gallacher und seine Kollegen Ken Stickney, Doug Piper und Bob Strumm von der ASE.

Die neuen Besitzer aus Übersee führen sofort ein neues Ticketing-System ein und verärgern so die misstrauischen Anhänger noch mehr. Der Zuschauerschnitt sinkt um 1000 Fans pro Spiel, die neuen Besitzer verkünden bereits im Januar, dass sie die Saison mit einem Defizit von mindestens 7 Millionen Franken abschliessen werden.

Im Februar 2016 wechselt der neue Präsident Ken Stickney die Seiten: Er übernimmt Lausanne. Dafür muss er aus der ASE Group austreten. Der Anfang vom Ende. Seit gestern ist Tatsache: Milliardär Bill Gallacher und seine ASE Group sehen in Kloten kein Potenzial mehr. 

Auch ein Grund: Die ablehnende und manchmal aggressive Haltung der Anhänger, die zuvor schon Philippe Gaydoul erfahren musste, wirkte auf die Geschäftsleute aus Übersee ernüchternd. Von Investoren, die nicht aus Klotens Dorfkern stammen, hält man hier vor allem eins: Abstand.  

Publiziert am 11.03.2016 | Aktualisiert am 14.10.2016

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64 Kommentare
  • Urs  Diethelm aus Filzbach
    12.03.2016
    Verhöhnen der Geldgeber ist auch eine Art von Fankultur aber man darf sich nachher nicht beschweren wenn man sein Team in einer tieferen Liga anfeuern muss
  • Claude  Zürcher aus Zürich
    11.03.2016
    Liebe Kloten-Fans, im Hallenstadion gibt es manchmal noch freie Plätze.
    • Marc  Tütsch , via Facebook 11.03.2016
      Aber west nächste Saison...So wie mir bekannt ist,fuhren die Lions in die Ferien ;-)
  • Peter  Fröhlich aus Niederhasli
    11.03.2016
    KHL und Stadion am Balsberg - Es braucht einen mutigen Schritt vorwärts.
    Dann sind Gallagher und co. ev noch an Board.
    Sonst ist Lichterlöschen angesagt.
    Kloten ist für ein KHL-Team der beste Platz in der Schweiz!
  • Reto  Maurer aus Zürich
    11.03.2016
    Hihi, Herr Arena meldet sich auch mal wieder! Wie läufts im B? Hihi
    • Luigi  Arena aus Zumikon
      12.03.2016
      Prächtig Herr Maurer.... Qualisieger und jetzt sogar im Final... ;-)
    • Reto  Maurer aus Zürich
      12.03.2016
      und ein Zuschauerschnitt von knapp 2000 Leuten
    • Luigi  Arena aus Zumikon
      12.03.2016
      2000, dafür treue die auch in der nlb kommen, sie Schlaumeier...
  • Luca  Gianella 11.03.2016
    In solch einer Situation frag ich mich immer, wie kann Ambri da überleben? Kann mir das bitte mal jemand erklären?
    • Urs  Saladin , via Facebook 11.03.2016
      In Ambri zählt wben noch der Stolz und die regionale Verankerung. Eine spezielle Atmosphäre im Klub, die von vielen Spielern mehr geschätzt wird als Fantasielöhne.
    • Marcel  Weber 11.03.2016
      Da fällt mir nur folgendes als Erklärung ein: Schattenwurf, Hardturmruine, peinlichstes Fussball-EM (Leichtathletik-) Stadion aller Zeiten, Unfähigkeit seit über einem Jahrzehnt trotz zwei Super League Clubs ein Stadion für 17 000 Leute (weil "überdimensioniert" und unrentabel) zu bauen ...
      Vielleicht gibt es in der Schweiz noch andere Regionen, wo im Sport das Wort Leidenschaft und nicht nur Profitgier im Vordergrund steht?
    • Peter  Bell aus Bülach
      12.03.2016
      @ Herr Weber
      Ja gerade ihre Partei hat es über Jahre geschafft ein Stadionprojekt nach dem anderen platzen zu lassen und wird es auch das nächste mal tun.
      Man kann es ja sehen wie man will aber die Kultur ist gegen über dem Sport in Zürich einfach wichtiger gewichtet in der Stadt.