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Wenn du es hier schaffst, packst du es überall – die legendäre Zeile aus Frank Sinatras Song «New York, New York» gilt momentan als Leitfaden für Andres Ambühl (26). Der Bauernsohn aus dem Sertig lernt bei den New York Rangers den harten Alltag der NHL kennen – quasi aus der Perspektive des Tellerwäschers.
Am letzten Freitag begann das offizielle Camp der «Blueshirts». Mit 54 Spielern, und Stars wie Goalie Hendrik Lindqvist oder die Stürmer Sean Avery und Chris Drury mit ihren Millionengehältern.
«In den ersten beiden Tagen wurden diverse Tests absolviert. Seither trainieren wir rund drei Stunden pro Tag in Gruppen und verrichten viel Laufarbeit», sagt Ambühl, der sich als ehemaliger Davoser viel Bewegung gewohnt ist. «Aber damit hat es sich dann mit den Übereinstimmungen.»
«Es stand geschrieben, dass ich mit dem Farmteam spiele»
Gesprochen wird – wie in der NHL üblich – kaum mit den Spielern: «Es wird alles für dich geregelt. Aber was du tun musst, steht auf einer Wandtafel geschrieben.»
Am Mittwoch absolvierten die Rangers ihr zweites Testspiel gegen New Jersey. Ohne Ambühl. «Am Morgen stand geschrieben, dass ich am Nachmittag mit dem Farmteam spiele.»
Beim 4:3-Sieg Hartfords gegen Lowell versenkte Ambühl einen Penalty. Dann setzte er darauf, dass er zumindest am Wochenende in Detroit (heute) oder Boston (Samstag) zum Handkuss kommt. «Ich hoffe schwer, dass man mir wenigstens die Chance gibt, etwas zu zeigen.»
Gestern Abend um 22 Uhr Schweizer Zeit wurde es für Ambühl zur Gewissheit: Die New York Rangers haben ihn offiziell aus dem Traingscamp verabschiedet. Er wird die weitere Vorbereitung beim Hartford Wolf Pack bestreiten, als Spieler des Farmteams.
Del Curto über Abschiebung Ambühls erbost
Warum holen die New York Rangers einen Spieler wie Ambühl aus Europa, wenn sie offensichtlich nicht an ihn glauben? Arno Del Curto, Ambühls langjähriger Coach, erfuhr die Neuigkeit gestern um 23 Uhr von BLICK. Del Curto: «Eine Respektlosigkeit, warum haben die ihn überhaupt geholt?»
Der frühe Marschbefehl ist eine Enttäuschung, aber kein Drama. Ambühl hat schon vor seiner Abreise beschlossen, nötigenfalls auch einen Umweg auf sich zu nehmen.
Für Mark Streit (31) ist das Camp der New York Islanders nicht viel mehr als eine gezielte Vorbereitung. Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft wurde letzte Saison ins All-Star-Team gewählt. Bewähren muss er sich darum frühestens beim Saisonauftakt gegen Pittsburgh am 3. Oktober.
Auch Streit stand mit dem Rücken zur Wand
Aber Streit kennt die Mechanismen der NHL aus eigener Erfahrung. Im Herbst 2005 rückte er in Montreal unter ähnlichen Voraussetzungen wie jetzt Ambühl ins Trainingslager ein.
Streit: «Ich stand damals mit dem Rücken zur Wand. Die Ungewissheit dominierte meinen Alltag, der Kampf um einen Platz im Team war immer in meinem Hinterkopf.» Seine momentane Gefühlswelt lasse sich nicht mit der Stimmungslage in Montreal vergleichen: «Mein Selbstvertrauen ist derzeit auf einem ganz anderen Niveau. Ich kann mich ganz auf die Arbeit konzentrieren und jeden Moment geniessen.»
Streit hat sich diesen Status erarbeitet, jetzt kann er die Früchte ernten: «Ich zähle zu den Routiniers und werde entsprechend behandelt. Zudem hat das Prädikat «All-Star» hier einen enormen Stellenwert. Diese Nomination hat meine Position im Team und in der Liga zementiert.»
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New York, die neue Heimat der beiden Schweizer Cracks. (AP)