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Roman Wick (25) hats geschafft! Der Klotener Powerflügel holt sich als erster Schweizer in der American Hockey League (AHL) die Calder-Cup-Trophäe. Und das mit 98 Saisonspielen in den Knochen und nach einer leichten Hirnerschütterung.
Nach zwei Spielen Pause gibt Wick in Houston ein eindrückliches Comeback. Mit einem herrlichen Powerplay-Treffer eröffnet er das Skore in der 23. Minute. Acht Minuten vor Ende der Partie verpasst er mit einem Hammer von der blauen Linie die Entscheidung nur knapp. Es bleibt beim 3:2-Sieg und dem erstmaligen Calder-Cup-Sieg für Binghamton. Auch dank Goalie Robin Lehner, der 34 Paraden zeigt und zum MVP der Playoffs ausgezeichnet wird.
Mit diesem Coup krönt Wick eine verrückte Saison. Im September war der Nati-Stürmer mit dem Ziel NHL nach Übersee gereist. Doch nach drei Testspielen mit Ottawa folgte die Ernüchterung. Senators-Coach Cory Clouston verbannte ihn in die AHL nach Binghamton.
Dort liefs lange nicht nach Wunsch. «Ich fiel in ein Loch, setzte mich zu sehr unter Druck und rannte wie ein Huhn ohne Kopf umher. Ich habe viel nachgedacht und so meine Energie verpulvert», sagte Wick damals und gestand: «Mir wurde bewusst, was für ein Luxusleben wir in der Schweiz haben. Im Gegensatz zu uns haben die Spieler in der AHL nie viel verdient.»
Erst als Wick seine mentale Blockade lösen konnte, gings bergauf. Ab Jahreswechsel avancierte er bei den «B-Sens» zum Teamleader, scorte regelmässig und wurde mehrfach zum besten Spieler seines Teams ausgezeichnet. Als Dank folgten gegen Philadelphia, die Rangers, Carolina, Tampa Bay, New Jersey und Buffalo sieben NHL-Einsätze. Clouston, der Wick nach dem Trainingscamp noch kritisiert hatte, schwärmte: «Ich mag sein Spiel. Er versteht, was wir von ihm wollen und was es auf diesem Niveau braucht.»
Trotzdem kam der Sohn des ehemaligen Kloten-Verteidigers Marcel Wick beim krisengeschüttelten Ottawa (fünftschlechtestes Team) und trotz der eingeleiteten «Verjüngungswelle» kaum zu Eiszeit und konnte dadurch seine Fähigkeiten nie richtig unter Beweis stellen. Clouston wurde nach Saisonende und dem Verpassen der Playoffs gefeuert.
Wick wird sich nun mit seiner Zukunft befassen müssen. Während den Playoffs wollte er sich mit seinem Agent André Rufener gar nicht erst darüber unterhalten. Der Fokus lag in Binghamton. Nun stellt sich die Frage, ob Wick in die Schweiz zurückkehren oder in Nordamerika bleiben will.
Klar ist: Als «Restricted Free Agent» kann er seine künftige NHL-Organisation nicht frei aussuchen. Ottawa besitzt ein Vorzugsrecht zu denselben Konditionen. Obwohl Wick den Traum von der NHL noch nicht begraben hat, ist für ihn klar: «Es muss sich im Vergleich mit dieser Saison etwas ändern.»