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Hockey sei ein harter, aber fairer Sport, beschreibt Mark Streit. Der Verteidiger der New York Islanders erlebt jedoch ständig Situationen auf dem Eis, in denen er seine Emotionen kontrollieren muss. «Weil ein Gegenspieler mit Provokationen versucht, mich zu einer Dummheit zu bewegen.» Und wie kontrolliert ein NHL-Star dann seine Wut? «Ich atme tief durch und zähle bis zehn», antwortet Streit. «Oder manchmal halt bis 30», schmunzelt er.
Seine Erfahrung mit Konfliktsituationen gibt der Berner nun weiter – an die Schüler der Klasse 6a des Schulhauses Laubegg in Bern. Dort drückte Streit von 1989 bis 1994 selbst die Schulbank. Und mit dem Lehrer der 6a, Michael Füllemann (33), spielte er ein Jahr beim SCB.
Im Rahmen des Projektes «Chili» organisiert das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Konflikt- und Gewaltpräventionstraining für Kinder und Jugendliche. Als Streit vor einem Jahr bei seinem ehemaligen Schulkollegen und heutigen SRK-Mitarbeiter Thomas Hofer (33) den Wunsch äusserte, sich sozial engagieren zu wollen, wurde der NHL-Verteidiger als SRK-Botschafter ins «Chili»-Team geholt.
Bei den Themenpunkten «Teamwork-Erfahrung» und «Umgang mit Wut» ist Streit als Co-Trainer voller Elan dabei und beantwortet offen Fragen, die mit seinen eigenen Emotionen zu tun haben. Seine Motivation dafür? «Es ist beängstigend, dass Gewaltprävention bei Schülern ein Thema sein muss. Deshalb will ich mithelfen, einen besseren Weg als Gewalt aufzuzeigen.»
Ein Vorbild möchte er sein. Nicht wie jene erwachsenen Fussball- oder Hockeyfans, die nach den Spielen aufeinander losgehen. «Kaum ein Match ist ohne enorme Polizeipräsenz noch sicher. Das ist eine traurige Entwicklung.» Deshalb müsse man das Thema Gewaltprävention schon früh anpacken.
Natürlich habe es während seiner Schulzeit auf dem Pausenplatz schon mal «gräblet». «Aber nie mit einer derartigen Kompromisslosigkeit», erinnert sich das NHL-Allstar-Teammitglied von 2009. Er habe seine Energie sowieso immer beim täglichen Training rauslassen können. «Da war ich abends jeweils so müde, dass ich nur noch ins Bett wollte.»
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Mark Streit spielt bei den New York Islanders als einer der besten Verteidiger der Welt. (AP)