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Mark Streit, wie fühlt man sich als Chef eines NHL-Teams?
Mark Streit: Grossartig und beschleunigt. Ich freue mich jetzt noch mehr, endlich wieder spielen zu können.
Haben Sie das erwartet?
Ich habe darauf gehofft, es aber nicht erwartet. General Manager Garth Snow streckte während der letzten Saison schon einmal die Fühler aus. Damals sagte ich: Ja, gerne. Danach wurde allerdings nie mehr über dieses Thema gesprochen, ich war ja die ganze Saison verletzt. Deshalb dachte ich, dass vielleicht einer der jüngeren Spieler – Kyle Okposo oder John Tavares zum Beispiel – zum Handkuss kommen werden.
Wie wird in der NHL der Captain bestimmt?
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Eine basisdemokratische Abstimmung innerhalb der Mannschaft oder ein Entscheid von Trainern und Managern. Bei uns war es ein Entscheid, den der Trainerstab zusammen mit GM Garth Snow getroffen hat.
Ein persönlicher Höhepunkt?
In der Momentaufnahme schon. Ich versuche gerade, mich an einige der grossartigen Spieler zu erinnern, die hier schon das C auf der Brust trugen: Denis Potvin, Michael Peca oder zuletzt Doug Weight, alles grosse Namen. Die Nomination für das Allstar-Game war allerdings auch ein Meilenstein in meiner Karriere.
Ein Vergleich zum NHL-Debüt vor fünf Jahren?
Hätte mir damals einer gesagt, ich sei in fünf Jahren Captain einer NHL-Mannschaft – ich hätte diesen Menschen für verrückt erklärt. Diese Ehre ist eine Bestätigung dafür, dass ich vor fünf Jahren diesen Schritt gewagt habe. Und ein Lohn für die Beharrlichkeit, mit der ich meine Ziele verfolgt habe. Ich hoffe, das ist auch ein Ansporn für weitere Schweizer.
Sie waren auch schon Captain bei den ZSC Lions und der Nati. Eine vergleichbare Situation?
Ja und nein. Die Anforderungen sind an und für sich ähnlich – aber die Bedeutung übertrifft alles Bisherige.
Sie stehen jetzt auf Augenhöhe mit anderen europäischen NHL-Captains: Nicklas Lidström, Alex Owetschkin, Henrik Sedin – um nur ein paar zu nennen.
Das macht fast ein wenig Angst, gibt aber ein erhabenes Gefühl. Ich freue mich sehr.
Am Donnerstag wurde der Entscheid bekannt, haben Sie es schon vorher gewusst?
Ich wusste es seit ein paar Tagen, durfte aber nichts sagen. Die Islanders wollten den Entscheid an einer Pressekonferenz bekannt geben.
Wird jetzt gross gefeiert?
Nach ein paar Pflichtterminen mit der Presse werde ich mit Nino Niederreiter und Goalie Dimitri Nabokow essen gehen. Nino macht sich hier übrigens ganz ausgezeichnet. Im Rookie-Camp hinterliess er einen sehr guten Eindruck, zuletzt konnte er mit John Tavares und Matt Moulson in einer Linie spielen. Man merkt schon, dass sie hier grosse Stücke auf ihn halten.