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Mark Streit ist stets der gefragteste Mann in der Islanders-Garderobe. Als Captain der New Yorker muss er nach jedem Spiel Red und Antwort stehen – egal, was auf dem Eis passiert. Erst recht aber, wenn der Verteidiger Tore wie am letzten Donnerstag gegen Montreal (Video oben) oder wie am Samstag in der Verlängerung gegen die Los Angeles Kings erzielt:
Ein Alleingang durch vier Gegner. Streit bleibt stets gefasst: «Ich habe den Sololauf so nicht geplant. Wenn du so etwas beim Anlauf planst, klappt es sicher nicht. Das war rein instinktiv. Und wahrscheinlich haben die Spieler der Kings mich auch unterschätzt. Darum gabs plötzlich so viel Platz…»
Auf den Lorbeeren ausruhen? Nicht in der NHL. Bereits heute Sonntag (21 Uhr MEZ) gehts mit dem nächsten Heimspiel weiter. Gegner sind die Florida Panthers, der Playoff-Zug ist für die Islanders nach wie vor nicht abgefahren. Streit spürt mit seinen 34 Jahren aber die Strapazen. «Diese Saison gehts noch einigermassen. Nach dem Jahr Pause spiele ich noch nicht so viel wie vor der Verletzung.»
Die letzte Saison hatte Streit wegen einer schweren Schulterverletzung komplett verpasst. Ob wie aktuell rund 22 Minuten Eiszeit pro Spiel oder über 25 Minuten wie vorletzte Saison – das sei ein grosser Unterschied, betont Streit. «Diese drei Minuten Unterschied spürst du extrem. Am Ende der vorletzten Saison war ich komplett kaputt.»
Energie benötigt Streit aktuell auch neben dem Eis. Hinter den Kulissen toben die Machtkämpfe zwischen Spielergewerkschaft und Liga: Der Gesamtarbeitsvertrag läuft Ende Saison aus – es droht ein Lockout wie zuletzt 2004/05.
Streit hat sich in der NHL auch neben dem Eis einen Namen gemacht: Er könnte nach der Saison als Vertreter der Spielergewerkschaft für bessere Vertragsbedingungen kämpfen.
Seine Teilnahme lässt Streit noch offen. «Ich brauche die Energie für ein gutes Sommertraining. Mein Vertrag läuft Ende nächster Saison aus. Und mein Ziel ist klar: Ich will einen neuen guten Vertrag – und zwar nicht nur für ein weiteres Jahr, sondern am besten für mindestens drei.»
Erst ein historisches Tor, dann ein ganz wichtiges: Mark Streit (34) bucht am Donnerstag gegen sein ehemaliges Team aus Montréal das Jubiläumstor bei der 2:4-Niederlage: Der 10 000. Treffer der Islanders seit der Gründung 1972. Das erste Tor überhaupt hatte Islanders-Legende Ed Westfall am 7. Oktober 1972 gegen die Atlanta Flames (2:3) erzielt.
Weils so schön war, doppelt Streit gestern gleich nach – und wie: In der Verlängerung zieht der Berner alle Register und lässt gleich vier Gegenspieler stehen. Zu guter Letzt trickst er auch noch LA-Kings-Goalie Quick mit einem ansatzlosen Backhand- Schuss zwischen die Beine aus – 2:1 für die Islanders. Mit 5 Toren und 31 Punkten ist der Berner die Nr. 10 aller NHL-Verteidiger. (D.K.)
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