Jeden Montag meldet sich NHL-Experte Doug Honegger mit seinem «Fünferpack» zu Wort. Die knackigsten Hintergrund-Infos aus der besten Liga der Welt!
1 Roman Josis Nashville Predators haben sich kurz vor Transferschluss für die Playoffs fit gemacht: Mit dem monströsen Paul Gaustad (196 cm) von Buffalo haben die Predators Einschüchterungspotenzial an Bord geholt, mit Andrei Kostitsyn (Montreal) etwas Abschlusspower. 2010 hatten die Preds schon Kostitsyns Bruder Sergei nach Nashville gelockt – ein Volltreffer. In Nashville glaubt man felsenfest an die eigene Entwicklungsstrategie und Mannschaftskultur: Die Predators und Coach Barry Trotz werden auch Sergeis Bruder Andrei wieder auf Vordermann bringen.
2 Innerhalb von wenigen Stunden hat Tampa-GM Steve Yzerman am Montag sein Abwehrcorps massiv verstärkt. Mit Keith Aulie (von Toronto), Mike Commodore (Detroit) und Brian Lee (Ottawa) hat Tampa den Schwachpunkt der Mannschaft im Handumdrehen massiv verbessert – ohne dafür auch nur einen einzigen Leistungsträger abgeben zu müssen: Aulie kommt im Austausch mit First-Rounder Carter Ashton (Stürmer), Commodore für einen 7.-Runden-Draftpick 2013 und Lee für Verteidiger Gilroy. Tampa Bay bleiben 20 Spiele, um die Playoffs zu schaffen.
3 Mit dem Transfer von Jeff Carter werden die Los Angeles Kings zum Philadelphia der Westküste. Carter trifft in L.A. auf seinen alten Philly-Kumpel Mike Richards. Flyers-GM Paul Holmgren hatte die beiden im letzten Sommer aus der Stadt gejagt – unter anderem, weil sie die Garderobe fest in ihrer Hand hatten und laut Gerüchten das Nachtleben etwas zu intensiv auskosteten. Kings-GM Dean Lombardi denkt offenbar anders: Für zusätzlichen offensiven Input riskiert er, dass die Chemie in der Garderobe auf den Kopf gestellt wird. Das muss nicht grundsätzlich falsch sein.
4 Vancouver hat offenbar die Lehren aus dem verlorenen Stanley-Cup-Final gegen die Boston Bruins gezogen. Kurz vor Transferschluss machten die Canucks zwei strategische Transfers: Mit Sami Pahlsson verpflichteten sie einen Flügelstürmer, der mit Maxim Lapierre ein defensiv orientiertes Sturmduo bilden soll. Glasklar auch die zukünftige Rolle für «Monster» Zack Kassian (21): Der wuchtige Stürmer (191 cm, 95 kg) soll wie Bostons Milan Lucic für Wasserverdrängung sorgen. GM Mike Gillis ist klar, dass Kassians technische Fertigkeiten noch nicht für eine prominente Rolle genügen – aber seine Härte und Kampfkunst ist den Canucks sehr willkommen.
5 Der Transferschluss hat bei den Fans teilweise unrealistische Erwartungen geweckt – fast jeder erhoffte sich von seinem Team den grossen Wurf. Aber selbst Ende Februar und 20 Spiele vor Quali-Ende war für viele Teams noch nicht klar, ob sie ihre Playoff-Hoffnungen schon begraben und die besten, teuersten Spieler verscherbeln – oder in einen Superstar investieren und dabei zukünftige Draft-Picks oder talentierte junge Spieler abgeben sollen. Rick Nash - der Hauptpreis der diesjährigen Deadline-Lotterie – blieb in Columbus sitzen, weil niemand bereit war, den (zu) hohen Preis für ihn zu bezahlen. Toronto-GM Brian Burke verzichtete beispielsweise auf diesen Deal, weil er nicht sicher war, ob er nach dem Basar wirklich besser dastehen würde als vorher.