Hiller spielt schlichtweg brilliant
Die Anaheim Ducks und Jonas Hiller haben am Sonntag eine exzellente Gelegenheit verpasst, im Rennen um die Playoffs an den Columbus Blue Jackets (6.) vorbeizuziehen. Die 2:3-Niederlage gegen das Top-Team der Western Conference, die San Jose Sharks, bindet Anaheim wohl etwas zurück, vermindert die Playoff-Chancen des Stanley-Cup-Siegers von 2007 aber nicht wesentlich.
Die Sharks reagierten damit auf die 5:2-Packung, die sie am Vorabend verpasst bekamen.
Trotzdem stehen die Ducks gut im Saft; von den letzten 11 Spielen haben sie deren 9 gewonnen, vor der Niederlage gegen San Jose entschieden sie gar 4 Spiele in Serie für sich. Die Gründe für den Höhenflug? Die Top-Sturmlinie der Ducks mit Ryan Getzlaf, Corey Perry und Bobby Ryan war zuletzt schlichtweg brillant, genauso wie der Schweizer Goalie Jonas Hiller.
Bis am Freitag hat Anaheim nun Zeit, sich gezielt auf die beiden letzten Spiele gegen Dallas und Phoenix vorzubereiten. Sollten die Ducks die Saison tatsächlich auf dem 7. oder 8. Platz beenden, dürfte diese Playoff-erfahrene Mannschaft in der ersten Runde ein schweres Los für die Favoriten Detroit oder San Jose darstellen.Einsatz von Streit ist fraglich
Mark Streit, der Allstar-Verteidiger der New York Islanders, wurde am 30. März für die Bill Masterton Memorial Trophy nominiert. Die Trophäe wird jedes Jahr an den Spieler vergeben, der sich durch ausserordentlichen Durchhaltewillen, Fairness und Hingabe auszeichnet. Die Auswahl wird durch die Vereinigung der professionellen Hockey-Journalisten vorgenommen.
Streit, der zuletzt 3 Spiele wegen einer Leistenverletzung ausgefallen war, sollte am Dienstag in Carolina wieder zum Einsatz kommen. Für den Verteidiger und die Schweizer Nationalmannschaft hat diese Woche einige Bedeutung. Streit hofft, die verbleibenden vier Spiele für die Islanders ohne Probleme zu absolvieren. Sollte die Verletzung nicht abklingen, wird Islanders-GM Garth Snow dem besten Schweizer Feldspieler die Erlaubnis zur Teilnahme an der Heim-WM unter keinen Umständen erteilen. Das wäre ein herber Schlag für die Schweizer Nationalmannschaft, die an der Heim-WM auf ein positives Resultat hofft – und auch eine Enttäuschung für Streit, der damit nach Québec 2008 bereits die zweite Weltmeisterschaft in Folge verpassen würde.
Gerber-Ausraster: Treffer war korrekt! (30.3.)
Martin Gerber hat die Chancen auf eine Fortsetzung seiner NHL-Karriere mit seinem Ausraster gegen die Schiedsrichter zumindest nicht gefördert.
Seine Protest-Aktion nach dem Ausgleichstreffer der Washington Capitals am letzten Dienstag zeugt wohl von sehr viel Leidenschaft, und war aus Gerbers Sicht verständlich: Der Goalie der Toronto Maple Leafs war von Washingtons Brooks Laich mitsamt dem Spielgerät über die Torlinie befördert worden. Eine spätere Video-Analyse zeigte jedoch, dass der Treffer korrekt erzielt wurde.
Für das spätere «Anschieben» von Schiedsrichter Mike Leggo und einen Handgelenkschuss in Richtung Spielleiter hat der Berner automatisch drei Spielsperren kassiert.
Nach Ablauf der Sperre werden dem ehemaligen Goalie der Ottawa Senators noch höchstens vier Spiele bleiben, um in Toronto zu zeigen, dass er immer noch das Rüstzeug für einen Job in der NHL besitzt.
Hiller voll im Playoff-Rennen (30.3.)
Der Wettstreit um die Playoffs in der Western Conference könnte spannender nicht sein: Jonas Hillers Anaheim Ducks stehen einen Punkt hinter Andy Murrays St. Louis Blues (8., 83 Punkte) und zwei Zähler hinter den Nashville Predators (7., 84 Punkte).
Am Dienstag haben die Ducks die Möglichkeit, mit einem Auswärtssieg in Edmonton wieder in die Playoff-Ränge vorzustossen. Am Sonntag buchten Hiller & Co. den vierten Saisonsieg gegen Colorado – auch weil Jonas Hiller 26 von 27 Schüssen stoppte.
Schon am letzten Mittwoch war Colorado am grossartigen Hiller gescheitert, damals gelangen dem Appenzeller gar 34 Paraden, Anaheim siegte 7:2.
Bei seinen letzten drei Einsätzen zeigte Hiller drei Glanzleistungen, und verbuchte so drei Siege; bei der 3:5-Heimniederlage gegen Edmonton am Freitag war er gleich zwei Mal für Jean-Sébastien Giguère eingewechselt worden; der Frankokanadier vermochte insgesamt nur drei von sieben Schüssen zu halten.
Hiller soll Ducks in die Playoffs führen
Jonas Hiller lässt die Anaheim Ducks gut aussehen – vor allem die Entscheidung des Trainerstabs, den Schweizer für den Rest der Saison und die Jagd auf die Playoff-Plätze (aktuell mit einem Punkt Rückstand auf Rang 9 in der Western Conference) zur Nummer 1 vor Stammkeeper Jean-Sébastien Giguère zu ernennen.
Am Sonntag bewies Hiller erneut seine Qualitäten; der Appenzeller hielt beim 6:2 gegen Phoenix 26 von 28 Schüssen. Hiller stellt im Moment unter Beweis, was ich seit seinem Transfer zu den Ducks vermutet hatte: Der Schweizer hat das Zeug zum Stammkeeper in der NHL. Wie vor ihm schon David Aebischer und Martin Gerber brauchte auch Hiller ein Jahr Zeit, um sich an die Lebensweise und den Rhythmus in Nordamerika zu gewöhnen.
In seiner zweiten Saison hat er beim Stanley-Cup-Sieger von 2007 bewiesen, dass er der Richtige ist, um Anaheim nach einer durchwachsenen Saison doch noch in die Playoffs zu führen.
Dafür brauchen die Ducks allerdings mehr als einen brillanten Hiller im Tor; der Triumph am Sonntag war der erste Heimsieg in der regulären Spielzeit seit dem 2. Februar (3:2 gegen Buffalo).
In den letzten 10 Spielen stehen für die Ducks ausschliesslich Duelle gegen die Konkurrenten aus der Western Division an: Nashville (auswärts), Colorado (auswärts), Edmonton (Heimspiel), Colorado (Heimspiel), Edmonton (auswärts), Vancouver (auswärts), San Jose (auswärts und Heimspiel), Dallas (Heimspiel) und Phoenix (auswärts). Gerber auch in Topform
Martin Gerber hat am Samstag in Toronto erneut Werbung in eigener Sache gemacht. Der Berner führte die Maple Leafs zu einem überzeugenden 5:2 gegen den verhassten Rivalen aus Montreal – und das live im populärsten TV-Format Kanadas mit Don Cherry und «Hockey Night in Canada».
Gerbers überzeugende Leistung hat nicht nur das epische Derby zwischen Toronto und Montreal entschieden; es hat den NHL-Managern auch gezeigt, dass der Schweizer die Qualität mitbringt, um einem NHL-Team mindestens als Nummer 2 von grossem Nutzen zu sein.
Mark Streit, Superstar
Seit der Trade-Deadline und dem Transfer von Bill Guerin ist Mark Streit Assistenzcaptain bei den NY Islanders. Diese «Beförderung» hat der Berner Verteidiger mit brillanten Vorstellungen und 13 Skorerpunkten in den letzten 13 Spielen quittiert.
Geradezu hervorragend war Streit in den letzten drei Spielen für die Islanders: Am letzten Donnerstag buchte er an seiner alten Wirkungsstätte in Montreal zwei Assists beim 3:2 nach Verlängerung, am Samstag zerlegte er in Boston-Allstar-Verteidiger Zdeno Chara und Goalie Tim Thomas mit einem unwiderstehlichen Solo in Einzelteile und beim Höhepunkt am Sonntag gegen Chicago gelangen ihm zwei Tore und ein Assist beim 4:2 Sieg.
Streit führt nicht nur die interne Skorerwertung der Islanders mit 52 Punkten an; seine Leistungen werden auch von Kanadas Hockey-Experten bewundert. Der Berner gilt als ernsthafter Kandidat für die Norris Trophy – die Auszeichnung für den besten Verteidiger der Regular Season. Die Experten zeigen sich aber nicht ausschliesslich von Streits Punkteproduktion beeindruckt; vor allem seine Plus-7-Bilanz in einer Mannschaft, die eine negative Tordifferenz von -48 aufweist, entlockt den Insidern geradezu die Flötentöne.
Die Playoff-Hoffnungen der Anaheim Ducks ruhen auf den Schultern von Jonas Hiller. Letzte Woche wurde der Appenzeller von der NHL zum wiederholten Mal ins Allstar-Team berufen. Seine Statistiken sind eindrücklich: Hiller ist mit 2,3 Gegentoren pro Spiel die Nummer 4 und mit 92 Prozent gehaltenen Schüssen die Nummer 7 der NHL. Stellvertretend für die Situation in Anaheim war das Spiel am Sonntag gegen San Jose: Obwohl Hiller nur ein einziges Gegentor zuliess, verloren die Ducks das Spiel.
Weil Jean Sebastien Giguere den Tritt nicht findet, hat Jonas Hiller eine grosse Chance, den Posten des 1. Goalies zu übernehmen. Das Playoff-Rennen ist für Anaheim (12., 69 Spiele, 70 Punkte) noch nicht verloren, aber der Rückstand auf den 8. Platz (Nashville) beträgt mittlerweile 5 Punkte. Anaheim-Insider haben mir versichert, dass die Hoffnungen der Ducks direkt von den Leistungen des Schweizer Natikeepers abhängig.
Erlösung für Martin Gerber
Martin Gerber feierte seine Rückkehr in die NHL mit einem standesgemässen 2:1-Sieg über Washington. Standesgemäss? Die Toronto Maple Leafs hatten den Berner von der Waiver-Liste geholt, nachdem die strauchelnden Ottawa Senators den Glauben an den Schweizer verloren hatten.
Der Sieg in Washington war eine Erlösung für Gerber; mit den Senators hatte er zuletzt fünf Auswärtsniederlagen in Serie einstecken müssen. Die Zukunft des Goalies entscheidet sich in den nächsten Wochen; wenn er in Toronto überzeugt, wissen die NHL-Manager, dass Gerber immer noch das Zeug hat um in der besten Liga der Welt eine Rolle spielen zu können.
Die Ottawa Senators hatten in Gerber einen Sündenbock für ihre katastrophalen Leistungen ausgemacht; dabei mangelte es den Senators vor allem an offensiver Potenz. Bei Gerbers letzten Auftritten für Ottawa erzielten die Senators in fünf Auswärtsspielen nur acht Tore – trotzdem wurde Gerber für die Niederlagen verantwortlich gemacht. Nun, die Senators haben auch nach Gerbers Strafversetzung in die AHL keine Fortschritte gemacht, im Gegenteil. Die Schwache Leistung der Stürmer hat Gerber aber seinen Job bei Ottawa gekostet.
So verheerend das im Moment für Gerber war; der professionelle Sport bietet praktisch immer eine zweite Chance. Gerber hat bei den Maple Leafs die Möglichkeit bekommen, seiner NHL-Karriere mit einem Kickstart neues Leben einzuhauchen. Ob Gerber seine Karriere in Toronto fortsetzen wird, entscheidet sich erst im Sommer. Erstmal kann er der NHL beweisen, dass er wieder da ist. Und dann sehen nicht nur die Manager der Maple Leafs, dass Gerber immer noch ein NHL-Goalie von Format ist.
Florida Panthers wollen Luca Sbisa
Am Mittwoch schliesst die NHL ihre Transfer-Tore, bis zu diesem Zeitpunkt können sich die Teams noch austoben und entscheiden, ob sie Käufer oder Verkäufer sein wollen. Die Crux dabei: Machen uns ein oder zwei Transfers tatsächlich zu einem besseren Team?
Die Rechnung ist einfach, nach der ersten Runde der Playoffs verbleiben nur 8 von ursprünglich 30 Mannschaften im Rennen um den begehrtesten Pokal der Eishockey-Welt – die übrigen Teams werden sich darüber ärgern, dass sie für ein klein wenig Hoffnung auf ihre Zukunft aufs Spiel gesetzt haben.
Die Schlagzeilen dominieren im Moment die UFA’s (Unrestricted Free Agents) wie Scott Niedermayer (Anaheim), Chris Neil (Ottawa), Nik Backstrom (Minnesota), Marion Gaborik (Minnesota), Derek Morris (Phoenix), Bill Guerin (Islanders) oder Keith Tkachuk (St. Louis), die bei einem Wechsel im nächsgten Sommer ohne Gegenleistung den Klub wechseln können.
Ryan Smyth zum Beispiel, der bei Colorado einen langfristigen, teuren Vertrag besitzt (7,25 Millionen pro Saison), ist dagegen nur schwer zu transferieren. Colorado würde Smyth und seinen unglaublichen Zahltag wohl für Draftpicks und junge Spieler eintauschen; das Problem ist aber, dass Stars wie Smyth Transferbeschränkungen in ihren Verträgen durchgesetzt haben. Auf Deutsch: sie können nicht gegen ihren Willen transferiert werden.
Bei den Toronto Maple Leafs ist Tomas Kaberle so ein Fall; der Tscheche steht noch für zwei weitere Saisons unter Vertrag (4,25 Millionen pro Jahr) und würde bei einem Tausch wohl eine attraktive Kombination aus Stammkräften und Draftpicks einbringen. Die Transferbeschränkung des Verteidigers wird im Sommer ungültig, wenn die Maple Leafs die Playoffs wieder nicht schaffen sollten.
Die Florida Panthers zum Beispiel sind am Tschechen interessiert, mit Jay Bouwmeester sind sie in einer ähnlichen Lage. Bouwmeester möchte gerne in Kanada spielen und zeigt kein Interesse, in Florida einen neuen Vertrag zu unterschreiben und bringt den Panthers nur noch einen Gegenwert, wenn er vor der Deadline transferiert werden kann.
Toronto ist aber nicht das einzige Team, das hinter Bouwmeester her ist. Paul Holmgren, GM der Philadelphia Flyers, hat die Möglichkeiten eines Deals mit den Panthers durchgespielt. Möglicherweise wären Holmgren die Kosten für einen Transfer (Draftpicks, Stammspieler und Talente) aber zu hoch, weil die Panthers explizit auch den Zuger First-Round-Pick Luca Sbisa (Bild) wollen, der im Moment bei den Lethbridge Hurricanes in der WHL weitere Erfahrungen sammelt.
Schlussendlich werden aber nicht viele grosse Namen den Klub wechseln, weil die Budget-Obergrenze (Salary-Cap) und die Finanzkrise den Klubs Grenzen setzen. Anaheim scheint aber entschlossen, Chris Pronger zu transferieren, die Boston Bruins werden wohl der Abnehmer sein.
Die Buffalo Sabres müssen ihren Nr.-1-Goalie Ryan Miller ersetzen und die Washington Capitals sind hinter Minnesotas Nik Backstrom her, um Jose Theodore als Nr. 1 zu ersetzen.