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Jonas Hiller lässt sich gerne mit einem weiblichen Fan fotografieren. (Michael Scheiwiller)
«Wenn ich zurückblicke und schaue, wo ich vor fünf, sechs Jahren stand, hätte ich das auch nicht gedacht», gesteht der 27-jährige Jonas Hiller.
Es ist Dienstag und die Sonne brennt vom Himmel. «Hillsie», wie Hiller von den Amerikanern auch genannt wird, hat am Strand seines Wohnortes Newport Beach einen Termin mit dem Fotografen aus der Schweiz. Der Besitzer mehrerer Autos ist heute in seinem restaurierten VW-Bus vorgefahren, das typische Gefährt eines Surfers.
«Einen Surfer würde ich mich nicht nennen», sagt Hiller mit einem Lachen, «aber selbstverständlich habe ich schon ein paar Surf-Lektionen hinter mir.» Hiller geniesst in seiner raren Freizeit sichtlich die Vorzüge des Lebens am Pazifik.
Ein paar Tage vorher. Das samstägliche Training der Ducks im heimischen Honda Center in Anaheim ist vorbei, aber Hiller hat nur kurz Zeit für den Besuch aus der Schweiz. Denn es wartet das Highlight der Woche.
Roger Feder spielt am Tennis-Masters-Series-Turnier von Indian Wells und Hiller will den Auftaktmatch seines Landsmannes live vor Ort verfolgen. Obwohl der Autoliebhaber an diesem Tag die blaue Corvette aus seinem kleineren Autopark ausgesucht hat, wird die Fahrt durch den berüchtigten Verkehr von Los Angeles bis in die Wüstenstadt Indian Wells zwei Stunden dauern.
Am Sonntag verlieren die Ducks ihr Heimspiel gegen die San Jose Sharks mit 0:1. Hiller hat zum dritten Mal in Serie den Vorzug gegenüber Stammgoalie und Klub-Legende Jean-Sébastien Giguère erhalten. Beim Gegentreffer, einem Ablenker, trifft ihn keine Schuld. «Es war ein unglückliches Tor», zitiert ihn die «Los Angeles Times» am nächsten Tag, «wenn man keine Tore schiesst, ist es schwierig zu gewinnen.»
Zurück in Newport Beach. «Im Moment ist die Situation mit den Ducks bitter», resümiert Hiller. Nach der vierten Pleite in den letzten fünf Spielen liegen die Ducks vier Punkte hinter den achtplatzierten Dallas Stars und dem letzten Playoff-Platz in der Western Conference.
Die Heim-WM ist noch kein Thema
Mit den Playoffs im Fokus ist es kein Wunder, dass die kommende Heim-WM für den Appenzeller noch kein Thema ist. «Ich nehme seit jeher Tag für Tag und Match für Match», verrät er sein Erfolgsrezept. So sei er bisher gut gefahren. Das Spiel gegen San Jose war sein 35. Saisoneinsatz (letzte Saison 23 Einsätze). «Mit meiner bisherigen Saisonbilanz bin ich mehr als zufrieden. Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, auf so viele Einsätze zu kommen.»
Aber Hiller hat noch Grosses vor. «Ich bin nicht wegen des amerikanischen Lifestyles oder der Sonne von Kalifornien hier gelandet», betont Hiller mit ernster Miene. Er sei ein zielstrebiger Typ. Er will Stammgoalie in der NHL werden und wenn möglich eines Tages den Stanley Cup gewinnen.
Diesen Erfolgshunger hat er sich auch bei seinem sportlichen Vorbild Roger Federer abgeschaut. «Seine Konstanz über all die Jahre ist bewundernswert“, sagt Hiller. «Ich kenne den mentalen Druck, den man hat, wenn man sich nach grossen Erfolgen immer wieder neu motivieren muss.» Und dann erzählt er begeistert vom Treffen mit Federer in Indian Wells drei Tage zuvor. Der Tennis-Superstar hatte persönlich dafür gesorgt, dass sich die beiden Schweizer Ausnahmesportler zwischen Spielende und Pressekonferenz treffen und miteinander plaudern konnten. Dabei tauschten sie Nummern aus.
Sollte Federer das Viertelfinale vom Freitag erreichen, wird sich Hiller das nicht entgehen lassen und nochmals eine Spritztour mit seiner Corvette in die kalifornische Wüste unternehmen.
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Ducks-Keeper Hiller und Blick.ch-Sportredaktor Michael Scheiwiller. (zvg)