Dallas-Goalie Stephan: «Bereit, falls Krueger anruft»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Michael Scheiwiller
Gemeinsam frieren in Downtown Dallas: Tobias Stephan (links) und Blick.ch-Sportredaktor Michael Scheiwiller. Im Hintergrund ist das Backsteinhaus zu sehen, von wo aus der Attentäter Lee Harvey Oswald 1963 den US-Präsidenten John F. Kennedy erschoss.- zvg

Die Dallas Stars befinden sich in der nordamerikanischen NHL im knallharten Kampf um die letzten Playoff-Plätze. Mittendrin steht der Zürcher Goalie Tobias Stephan, dessen Namen auch im Notizblock von Ralph Krueger steht.

Ralph Krueger, Trainer der Schweizer Nati, hat vor der kommenden Heim-WM einige Optionen auf der Goalie-Position. Ein Kandidat ist Tobias Stephan, der bisher fünf Länderspiele betritten und seit dieser Saison im Kader der Dallas Stars steht. Die WM hat der 25-Jährige aber höchstens im Hinterkopf. Die volle Konzentration gilt seinem kriselnden Klub, wo sich Stephan einen Stammplatz im Tor erkämpfen möchte.

Es kriselt in Dallas

Trotz nasskalten Temperaturen draussen brodelt es am Mittwoch in den Katakomben des Dr. Pepper Stars Center, der luxuriösen Trainingsanlage der Stars. Am Vorabend hatte es für die Stars in St. Louis eine 2:5-Niederlage gegen die Blues abgesetzt, einem direkten Konkurrenten im Kampf um die letzten Playoff-Plätze.

«Chancenlos in St. Louis» titelte die «Dallas Morning News». Stars-Coach Dave Tippett hat darum am Mittag das geplante Training gestrichen und zur Teamsitzung gebeten. Eine Stunde später ist sie vorbei, der Coach wird von drei Lokal-Reportern in die Mangel genommen und die Spieler breiten sich in den Weiten der Mega-Garderobe aus. Stephan genehmigt sich am Buffet eine Portion Teigwaren.

Stephan kommt zu einem raren Einsatz

«Ja, es war eine Krisensitzung», bestätigt Stephan den Eindruck, «wir haben schon die ganze Saison mit massiven Leistungsschwankungen zu kämpfen. Seit drei Wochen spielen wir wieder eher schlecht.»

Bei der Pleite in St. Louis konnte der ehemalige Kloten-Goalie aber mit seinem neunten Saisoneinsatz einen persönlichen Erfolg für sich verbuchen. Stammgoalie Marty Turco, in Dallas eine feste Grösse, musste nach drei Gegentreffern in den ersten zwölf Minuten bereits im ersten Spielabschnitt Stephan weichen. Coach Tippett wollte wohl ein Zeichen setzen. Der Kampf um die Playoff-Qualifikation in der Endphase der Regular Season ist brutal.

Die aktuell auf dem zehnten Rang der Western Conference platzierten Stars kämpfen in den letzten 15 Spielen mit acht weiteren Teams um die verbleibenden Plätze. Die Stars liegen zurzeit einen Punkt hinter dem achten Platz, der noch zur Teilnahme berechtigen würde.

Nächste Woche

Blick.ch besucht die Schweizer NHL-Stars. Nächste Woche: So geht es Jonas Hiller bei Anaheim.

Zukunft in Dallas offen

Stephan hat sich in der texanischen Millionenmetropole gut eingelebt. Freundin Andrea ist im Dezember von der Schweiz übergesiedelt und bewohnt mit dem FCZ-Fan ein Appartement im Vorort Plano, das fünf Fahrminuten vom Trainingszentrum entfernt liegt.

Andrea, die für Besucher aus der Schweiz auch gerne die Fremdenführerin gibt, will sich noch keine feste Beschäftigung suchen, da die Zukunft ihres Liebsten in Dallas noch offen ist. Der Vertrag von Stephan läuft Ende Saison aus und er wird im Sommer Free-Agent sein.

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