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Es ist ein seltenes Ereignis, das im Kongresssaal «Century» des Hotels Marriott über die Bühne geht: Der Schweizer Eishockeyverband stellt einen neuen Nationaltrainer vor. Das hat es seit fast zwölfeinhalb Jahren und dem Beginn der ewigen Regentschaft von Ralph Krueger nicht mehr gegeben. Entsprechend gross sind der Journalistenauflauf und die Intensität des Blitzlichtgewitters.
Sean Simpson betritt den Raum – flankiert von Verbandsboss Philippe Gaydoul und Generalmanager Peter Lüthi. Damit ist die wichtigste Frage (wie von blick.ch exklusiv vermeldet) bereits beantwortet: Der 49-jährige Simpson, derzeit noch Trainer der ZSC Lions, übernimmt ab nächster Saison den prestigeträchtigsten Job im Schweizer Eishockey. Lüthi sagt: «Mit dem frühen Zeitpunkt der Kommunikation wollen wir dafür sorgen, dass sich die Nationalmannschaft mit Krueger in Ruhe auf die Olympischen Spiele in Vancouver und auf die A-WM in Deutschland vorbereiten kann.»
Ob es aber tatsächlich zur geregelten Stabsübergabe kommt, ist fraglich. Denn weiterhin steht Gaydouls präsidiale Vorgabe im Raum, dass Krueger in Vancouver mindestens den 8. Platz erreichen muss, um die Saison beenden zu können.
Simpson, der 1998 den EV Zug und 2000 die Munich Barons zu zwei nationalen Titeln führte und in diesem Jahr mit den ZSC Lions die Champions Hockey League sowie den Victoria Cup gewonnen hat, ist sichtlich gerührt: «Ich fühle mich geehrt. Der Posten des Schweizer Nationaltrainers ist einer der besten Jobs der Eishockeywelt.»
Simpson erhält einen Vierjahresvertrag
Das betrifft auch die Rahmenbedingungen. Simpson erhält einen Vierjahresvertrag. Zu welchen Konditionen, sagt Gaydoul nicht. Nimmt man aber das Gehalt Kruegers (geschätzte 750 000 Franken im 70 Prozentpensum) als Massstab, muss man sich um Simpson keine Sorgen machen.
Zu personellen Detailfragen will sich Sean Simpson nicht äussern. Aus seiner Absicht macht er allerdings kein Geheimnis: «Es ist normal, dass mit einem neuen Trainer die Karten neu gemischt werden. Die Türe wird für alle Spieler wieder offen stehen.»
Schliessen könnten sich die Türen für einen altgedienten Verbandsangestellten – Jakob Kölliker, den vollamtlichen Trainer der Juniorennationalmannschaft. Denn im Gegensatz zu Krueger soll sich Simpson auch vermehrt um den Juniorenbereich kümmern und seine Philosophie in die U18- und U20-Auswahlen tragen. Lüthi spricht von einem «roten Faden».
Als Spieler und Trainer ist Simpson seit 1989 (und seinem Engagement beim EHC Olten) in der Schweiz tätig. Auf Nationalmannschaftsebene bringt er unter anderem die Erfahrungen als Coach mit dem Team Canada an sechs Spengler-Cup-Turnieren sowie mit der weissrussischen Nationalmannschaft an den Weltmeisterschaften 2006 und 2007 mit.
Und was will er in seinem neuen Job erreichen? «Die Mannschaft liegt auf dem guten siebten Platz der Weltrangliste. Das will ich bestätigen – und wenn möglich verbessern.» Der öffentliche Anspruch an Simpson ist klar: Es muss an einem Grossanlass endlich wieder mehr zu gewinnen geben als Respekt und Komplimente.
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Simpson dirigiert den ZSC zum Sieg über das NHL-Team Chicago Blackhawks. (Keystone)