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HCD-Meister-Coach Arno Del Curto und der neue Verbands-Chef Philippe Gaydoul trafen sich gestern um 18 Uhr in der Autobahnraststätte Herrlisberg bei Wädenswil. Ein Festessen und ein guter Schluck nach dem Vertragsabschluss? Weder noch. Sondern ein informelles Meeting.
Der Termin stand schon fest, bevor HCD-Präsident Tarcisius Caviezel am Samstag mit seiner Äusserung, Del Curto müsse sich bis spätestens Montag entscheiden, die Initialzündung für eine landesweite mediale Hektik auslöste. Ein Ultimatum existierte gemäss Swiss Ice Hockey nicht.
Entschieden wurde gestern nichts. Del Curto hat sein Anliegen und seine Bedingungen deponiert. Das heisst wohl: Del Curto würde den Job übernehmen, aber nicht im Vollamt. Am Zug ist damit wieder Swiss Ice Hockey. Jetzt muss der sechsköpfige Verwaltungsrat Nägel mit Köpfen machen. Ohne Angst vor einem klaren Entscheid, zum Nutzen des Schweizer Eishockeys.
Zwickmühle für Gaydoul
BLICK weiss: Del Curto wird dem Verband niemals eine Zusage als Vollzeit-Nati-Trainer geben. Und das bringt Gaydoul in die Zwickmühle: Der ehemalige Denner-Chef will den Engadiner unbedingt als Nachfolger von Ralph Krueger. Die NLA-Klubs wären sogar einverstanden, allerdings nur unter der Bedingung, dass Del Curto der Nationalmannschaft nach einer Saison rund um die Uhr zur Verfügung steht.
Einen rationalen Grund gibt es dafür nicht. Oder erwartet man von Del Curto, dass er ab 2011 zehn Monate im Jahr vor ratlosen Managern den Zirkusartisten spielt?
Ein Wahnsinniger im besten Sinne des Wortes
Der leidenschaftliche Perfektionist kann die virtuelle Vollzeit-Stelle gar nicht übernehmen, weil man ihn damit entwurzeln würde. Sein Benzin ist die tägliche Arbeit mit der Mannschaft. Sein Antrieb ist die permanente Suche nach dem Fortschritt. Del Curto ist ein Wahnsinniger im besten Sinne des Wortes. Der Engadiner braucht die ständige Herausforderung, die ununterbrochene Suche nach einer noch effektiveren, härteren, schnelleren und attraktiveren Spielweise.
Diese Qualitäten sollte man nutzen. Zwar hat sich Swiss Ice Hockey mit dem etwas vorschnell kommunizierten Anforderungsprofil (Den Job gibt es nur im Vollamt) selbst unter Druck gesetzt. Aber es spricht nichts dagegen, die Situation jetzt neu zu beurteilen. Das Gesicht würde Swiss Ice Hockey damit nicht verlieren – im Gegenteil. Es wäre töricht, auf Del Curto zu verzichten, nur weil man nicht über den eigenen Schatten springen kann.