Nati-Goalie Fremdenführer Gerber in Luzern

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Nicole Vandenbrouck
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Martin Gerber (34) geniesst das Trainingslager in der Schweiz. Und staunt über russische Gepflogenheiten.

Pass, Pass, Pass» sind die einzigen Worte, die auch die fünf Nicht-Russen verstehen, wenn Trainer Fedor Kanarejkin eine Übung erklärt. Einer der fünf Ausländer bei Atlant Mytischtschi ist Martin Gerber.

Unser Nationaltorhüter kennt trotz Sprachbarriere seine Aufgabe auf dem Eis. Aufgeschmissen dagegen wären Frederik Bremberg (Sd), Mikko Luoma (Fi) und Jan Bulis (Tsch) – wenn sie Eric Landry (Bern, Basel, Lausanne) nicht hätten. Der Franko-Kanadier geht nach zwei Jahren bei Dynamo Moskau mit Atlant in seine dritte Russland-Saison. «Hockey-Russisch» spricht Landry mittlerweile und übersetzt so gut wie möglich.

Russische Gepflogenheiten

«Auch sonst ist Eric eine riesige Hilfe», erzählt Gerber. Der Schweizer ist im selben Wohnkomplex
zu Hause wie der Kanadier, der sich bestens mit dem russischen Verkehr sowie den Gepflogenheiten auskennt.

Er unterstützt seine ausländischen Teamkollegen. Dennoch werden in Mytischtschi, 19 Kilometer entfernt von Moskaus Zentrum, selbst einfachste Dinge wie Wäschewaschen zur grossen Herausforderung. «Bis ich herausgefunden habe, wie die russisch angeschriebene Waschmaschine funktioniert, vergingen Stunden», sagt Gerber. Auch Tages- und Trainingspläne werden nur in der Landessprache verfasst.

KHL-Kulturschock

Von der NHL in die KHL – einen Kulturschock jedoch hat der Emmentaler nicht erlitten, zu weit kam der 34-Jährige schon in der Hockeywelt herum, zu viel Westliches haben sich die Russen bereits angeeignet.

Über einige typische Gewohnheiten aber hat Gerber gestaunt: «Jeden Tag vor dem ersten Training schüttelt man jedem die Hand.» Auch ein gemeinsames, identisches Aufwärmen unter Aufsicht ist Pflicht. Und bereits am Abend vor einem Spiel rückt das ganze Team in eine Basis ein.

«Zwei Monate braucht Martin zum Einleben», prophezeit Landry. In Russland noch etwas unbeholfen, geniesst Gerber das Trainingslager in Engelberg umso mehr. Beim Ausflug nach Luzern fungiert der Keeper gar als Fremdenführer und ist beim Uhrenkauf behilflich.

Reiche Russen auf Shoppingtour in Luzerns Altstadt. Kaum öffnen sich die Teambus-Türen, schwärmen die Atlant-Spieler aus und ziehen durch die Läden. Die Ausbeute ist jedoch unterschiedlich ergiebig. Teamarzt Andrej Bagdasarjan leistet sich – natürlich bei Bucherer – fünf Schweizer Uhren, Oleg Petrow (Zug, Genf, Ambri) im Souvenirshop zwei Kuckucksuhr-Magnete.

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