Blamage vereitelt Eishockey-Nati schlägt Slowenien mit Mühe

LJUBLJANA - Erst im Penaltyschiessen erspart sich die Schweiz eine Blamage gegen Hockey-Exot Slowenien.

  • Publiziert: 14.12.2011, Aktualisiert: 10.01.2012
  • Von Stephan Roth aus Ljubljana

Im Hinblick auf den WM-Start gegen Aufsteiger Kasachstan am 5. Mai in Helsinki testet die Nati derzeit gegenMannschaften, die man als schwächer als das Team von Sean Simpson einstufen muss. «Wenn wir die Viertelfinals erreichen wollen, müssen wir solche Spiele einfach gewinnen.», sagte der Nati-Coach.

Mit der Favoritenrolle tun sich seine Spieler aber stets schwer. Sie haben Mühe, eine Partie zu dominieren und gegen einen passiven Gegner Tore zu erzwingen. Das zeigt sich auch gegen Slowenien.

Der Absteiger der letzten A-WM verfügt über eine limitierte Truppe. Der Mann mit dem bekanntesten Namen steht an der Bande. Es ist Matjaz Kopitar, der Vater von Anze Kopitar, dem Star der Los Angeles Kings und Aushängeschild des slowenischen Eishockeys.

Die Schweizer finden in der trostlosen Atmosphäre der Tivoli-Halle in Ljubljana den Tritt nie. Der souveräne Goalie Martin Gerber muss seine Klasse zwar nur selten zeigen. Doch auch das Simpson-Team ist in der Offensive harmlos.

Die Schweizer schaffen es nicht, einen höheren Rhythmus als die bescheidenen Slowenen anzuschlagen. Sie lassen jeglichen Zug aufs Tor vermissen, sind im Abschluss zu wenig entschlossen und auch wenig inspiriert.

Im Mitteldrittel braucht es gar eine Parade von Gerber, um den Rückstand zu vermeiden. Der 37-jährige Keeper der Växjö Lakers (Sd) stoppt Ales Music, der alleine auf ihn zuziehen kann.

Zu ihrem einzigen Tor kommen die Schweizer bezeichnenderweise, als sie einmal konsequent vors Tor ziehen und es nicht nur mit brotloser Schönspielerei versuchen. SCB-Stürmer Ivo Rüthemann lenkt einen Schuss von Klub-Kollege Martin Plüss zur Führung ab.

Auch gegen kleine Gegner zählen schmutzige Tore. Ob die Schweizer das begriffen haben, können sie bereits am Freitag zeigen, wenn sie mit Österreich erneut einen Absteiger vorgesetzt bekommen.

In Klagenfurt sollte die Nati auch gut auf ihr Material aufpassen. In der Nacht auf Mittwoch klauten Einbrecher eine Trainingsjacke von Austria-Coach Manny Viveiros, die Schlittschuhe von Lugano-Verteidiger Stefan Ulmers sowie 13 Stöcke.

Slowenien - Schweiz 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:0) n.P.

Tivoli, Ljubljana. – 1000 Zuschauer. – SR Dremelj/Borut Lesnjak, Ales Lesnjak/Hribar (Sln). – Tore: 31. Rüthemann (Martin Plüss, Loeffel) 0:1. 59. Gregorc (Ticar/Ausschluss Seger) 1:1. – Penaltyschiessen: Sprunger -, Ticar -; Christen 0:1, Gregorc -; Rüthemann -, Eric Pance 1:1; Ziga Pance -, Christen -; Sabolic, Sprunger 1:2. – Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Slowenien, 8mal 2 plus 10 Minuten (Martin Plüss) gegen die Schweiz.

Slowenien: Kristan; Gregorc, Robar; Tavzelj, Kuznik; Dervaric, Kovacevic; Selan, Grahut; Jeglic, Ticar, Sabolic; Razingar, Terglav, Sivic; Eric Pance, Music, Ziga Pance; Ropret, Matej Hocevar, Dolinsek.

Schweiz: Martin Gerber; Seger, Philippe Furrer; Loeffel, Hirschi; Blindenbacher, Bezina; Wellinger, Chiesa; Christen, Rubin, Simon Moser; Daniel Steiner, Martin Plüss, Rüthemann; Sprunger, Ambühl, Benny Plüss; Pascal Berger, Trachsler, Suri; Pestoni.

Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (Ersatztorhüter). Pfostenschüsse Benny Plüss (23.) und Bezina (38.). – Schüsse: Slowenien 24 (3-11-7-3); Schweiz 37 (8-18-7-4). – Powerplay-Ausbeute: Slowenien 1/7; Schweiz 0/6.

Nati-Coach Sean Simpson

«Diese Spiele sind nicht einfach. Die Slowenen haben sich zurückgezogen und mit vier Spielern die blaue Linie verteidigt. Und sie haben gut gekämpft. Ich erwarte auch am Freitag in Österreich und an der WM gegen Kasachstan ein ähnliches Spiel. Ich hatte gehofft, dass wir nach unserem Tor noch drei, vier Treffer schiessen würden. Wir haben zu oft die Scheibe nicht aufs Tor gebracht. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir aus diesem Spiel lernen müssen. An der WM wäre das wieder ein Punktverlust gewesen. So wie bei der letzten WM gegen Frankreich. Hoffentlich lernen wir aus diesem Spiel. Wir müssen auch gegen solche Gegner spielen und nicht nur gegen Kanada und Schweden.
Es gut, dass wir wenigstens gewonnen haben, wenn auch nicht nach 60 Minuten.»

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