Del Curto: «Ich bin bereit für die Nati»

Arno Del Curto folgt Ralph Krueger als Nati-Trainer: Eine Einigung zwischen Swiss Hockey und dem HCD-Coach ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit.

  • Publiziert: 04.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Dino Kessler

Spätestens nach der WM 2010 in Deutschland ist die Ära von Ralph Krueger (feierte am Montag den 50. Geburtstag) vorbei. Nach der sportlich missratenen WM in Bern und der absurden Krisenkommunikation («Wir hatten einen Heimnachteil») ist man geneigt zu sagen: endlich.

Auf der Hatz nach einem Nachfolger stand für den neuen Verbandschef Philippe Gaydoul ein Name im Vordergrund: Arno Del Curto.

Aber zwischen Swiss Hockey und dem vierfachen Davoser Meistertrainer (2002, 2005, 2007, 2009) fanden schon Gespräche statt, ehe entschieden wurde, Krueger doch noch für Vancouver 2010 im Amt zu belassen. Dies aus finanziellen, sportlichen und politischen Gründen.

Die damals vom Verband gesetzte Deadline für eine Zusage verstrich aber ohne Entscheid.

«Ich bin bereit, die Nati 2010 zu übernehmen»

Aber jetzt will Gaydoul Nägel mit Köpfen machen. Für Del Curto ist der Fall klar: «Ich bin bereit, die Nati nach der WM 2010 in Deutschland zu übernehmen. Vorläufig für die Dauer eines Jahres und nur im Nebenamt. So kann ich dem Schweizer Eishockey etwas zurückgeben. Aber bis zur Unterschrift kann noch etwas Zeit vergehen.»

Arno Del Curto im Nebenamt – kann das gut gehen? Ursprünglich definierte der Verband ganz klar: Wir wollen einen vollamtlichen Trainer.

Warum eigentlich? Krueger war zuletzt zu 70 Prozent angestellt. Ein Vollpensum vermögen vielleicht die Schweden zu rechtfertigen, weil Bengt-Åke Gustafsson neben der nationalen Meisterschaft auch noch die Leistungen der rund 50 NHL-Spieler überwacht.

Selbst die Russen mit Coach im Nebenamt

Aber selbst der weltmeisterliche russische Verband mit einem Einzugsgebiet von St. Petersburg bis Wladiwostok (17 000 000 km²) und 29 NHL-Söldnern leistet sich mit Slawa Bykow einen Coach im Nebenamt.

Dagegen ist der Arbeitsbereich des Schweizer Nationaltrainers fast schon lächerlich klein: Die 41 000 km² zwischen Genf und dem Ofenpass kann Del Curto locker vom Landwassertal aus überblicken. Die Leistungen unserer Legionäre Streit, Hiller, Sbisa, Weber, Ambühl und Blindenbacher bleiben dank Post und Internet nicht geheim.

Und die politischen Bedenken? In Russland trennt das Ural-Gebirge Europäer und Asiaten – Bykow hat mit seinen Erfolgen dennoch Russen, Wolga-Tataren und Kalmücken gleichermassen entzückt.

Da wird es Del Curto doch schaffen, die Schweiz links und rechts des Brünigs hinter sich zu vereinen?

Eines ist klar: Wie Ralph Krueger wird sich auch sein Nachfolger bald mit Diskussionen um die Selektion einzelner Spieler konfrontiert sehen, egal ob er Arno Del Curto, Sean Simpson oder Doug Shedden heisst.

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play Es ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit, bis Arno Del Curto die Schweizer Nati übernimmt. (Keystone)

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