Schweizer Nati im Torrausch 10:1-Stängeli gegen Frankreich!

  • Publiziert: 15.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

PRUNTRUT – Die Schweiz präsentiert sich im Testspiel gegen Frankreich äusserst spielfreudig und torhungrig. Das 10:1-Stängeli ist der höchste Sieg in der Ära Krueger.

Die Schweizer Eishockey-Nati lädt zum Auftakt der Länderspielwoche in Pruntrut zum Torfestival. Gegen ein bedauernswertes Frankreich realisiert das Team von Trainer Ralph Krueger beim 10:1 den höchsten Sieg in dessen Ära.

Die Partie in der Ajoie findet Einzug in die Geschichtsbücher von Swiss Ice Hockey. Man muss lange zurückblättern, bis man letztmals ein Resultat in dieser Höhe findet. Den höchsten Sieg unter Krueger hatte die Schweiz davor beim 8:1 gegen Italien an der WM 2001 in Hannover gefeiert. Das letzte «Stängeli» datiert vom 15. April 1996, als die Schweizer an der B-WM in Holland die Dänen ebenfalls mit 10:1 abfertigten.

Die Schweizer legen einen Blitzstart hin. Bereits nach dem ersten Drittel liegen sie 5:1 in Führung. Verständlicherweise ist die Partie danach gelaufen. Letztmals erzielte eine Schweizer Auswahl im April 1989 (6:1 gegen Norwegen) im Startabschnitt fünf Tore.

Zur grossen Figur vor 3390 Zuschauern in der Eishalle Voyeboeuf avanciert Julien Sprunger. Rund sieben Monate, nachdem er an der WM in Bern gegen die USA (3:4 n.V.) von David Backes in die Bande gecheckt wurde, spielt er erstmals wieder im Nati-Dress und steuert nicht weniger als sechs Skorerpunkte zum 29. Sieg im 43. Duell mit Frankreich bei. Nebst fünf Assists erzielt er nach gut 15 Minuten mit dem 3:0 auch den entscheidenden Treffer. Mehr als zwei Punkte hatte Sprunger in einem Länderspiel noch nie geschafft.

Sprunger bildet zusammen mit Hnat Domenichelli und Raffaele Sannitz die eindeutig auffälligste Linie der Schweizer. Auch Domenichelli (1 Tor/4 Assists) in seinem fünften Länderspiel und Sannitz (2/2) erreichen Bestwerte in ihrer persönlichen Nati- Bilanz. Die guten Auftritte von Domenichelli, Sannitz und Sprunger – die beiden letztern hatten im November-Zusammenzug gefehlt – dürfte auch Ralph Krueger im Hinblick auf die Zusammensetzung des Olympia-Kaders notiert haben.

Die zweitklassige Auswahl der Frannzosen ist kein Gradmesser. Die beiden Schweizer Goalies Daniel Manzato und Tobias Stephan, die je eine «Halbzeit» das Tor hüten, müssen nur selten eingreifen. Im ganzen Spiel schiesst Frankreich nur elfmal auf das Schweizer Tor. Den einzigen Gegentreffer (zum 1:4) kassiert Manzato in Unterzahl in der 18. Minute.

Obwohl die Partie eher an eine lockere Trainingseinheit als an ein Länderspiel erinnert, machen die Schweizer mit dem «Stängeli» zumindest Werbung in eigener Sache. Die Partie in der Ajoie ist die letzte auf Schweizer Boden vor den Olympischen Spielen in Vancouver im Februar. (Si/msc)

Live-Ticker: So lief das Spiel

++ Das Spiel ist aus! Die Schweiz gewinnt 10:1. Chapeau!

++ Das Spiel dauert noch zwei Minuten. Die Zuschauer in Pruntrut singen lautstark und lassen die Schweizer Fahnen wehen.

43. TOOOR! Das Stängeli ist geschafft! Es steht 10:1 für die Schweiz. Der Torschütze heisst Du Bois.


++ Es geht weiter.

++ Die Franzosen reagieren und wechseln den Torhüter aus.

Pause.
Die Sirene ertönt. Drittelspause. Wahnsinn! Die Schweizer zeigen Eishockey vom feinsten heute Abend. Bleiben Sie dran.

++ Schafft die Schweiz das Stängeli gar schon im Mitteldrittel?

39. TOOOR! Sannitz trifft zum zweiten Mal heute Abend. Es steht 9:1

36. TOOOR! Thibaut Monnet lässt sich als Torschütze des 8:1 auszeichnen. Schafft die Schweiz gar ein Stängeli?

30.
Kevin Romy muss auf der Strafbank Platz nehmen.

29. TOOOR! Sannitz heisst der Torschütze. Wahnsinn!

++ Der Ref entscheidet auf TOOOR! 6:1 für die Schweiz.


++ Wars wirklich Aussennetz? Oder gar Tor? Der Ref konsultiert die Video-Wiederholung ..

28.
Roman Wick passt herrlich auf den alleinstehenden Romano Lemm. Dessen Backhand-Schuss geht aber nur ins Aussennetz.

25.
Gute Chance für Frankreich ... aber der Stürmer landet auf dem Tor und bringt es zu Fall ...

21.
Es geht weiter hier in Pruntrut. Hoffen wir auf ein weiteres torreiches Drittel.

Pause.
Ein unglaubliches Drittel. Die Schweiz präsentiert sich spielfreudig, ja gar stürmisch. Jeder Schuss ein Treffer. So kanns weitergehen.

19. TOOOR! Sprunger passt perfekt vors Tor, Wick steht bereit und netzt zum 5:1 ein!

18. TOOOR! Julien Derosiers kann für die Franzosen auf 4:1 verkürzen.

18. Romano Lemm muss auf die Strafbank.

17. TOOOR! Ryan Gardner staubt zum 4:0 ab!

16. TOOOR! Rückkehrer Sprunger erhöht auf Pass von Sannitz für die Schweiz auf 3:0!

15. TOOOR! Du Bois trifft im Powerplay zum 2:0!

14.
Ein Franzose muss in die Kühlbox.

13.
Romano Lemm kommt zum Abschluss ... aber der Keeper zeigt einen fantastischen Reflex..

10.
Sandy Jeannin fasst sich ein Herz und schiesst ... Frankreich-Goalie Ferhi hält!

8. TOOOR! Hnat Domenichelli trifft zur 1:0-Führung für die Schweiz!

4.
Daniel Mazato steht im Schweizer Tor. Der Lakers-Keeper geniesst bisher einen ruhigen Abend.

2.
Rückkehrer Julien Sprunger schiesst ein erstes Mal Richtung Frankreich-Tor.

1.
Der Puck ist eingeworfen!

++ Letztmals spielte die Nati an der WM gegen Frankreich. Damals resultierte ein hart erkämpfter 1:0-Sieg.

++ Es ist das letzte Spiel der Nati auf heimischen Boden vor der Olympiade in Vancouver.

++ Herzlich Willkommen, liebe Eishockey-Freunde. Gleich gehts los hier in Pruntrut. Die Nationalhymnen laufen.

Schweiz - Frankreich 10:1 (5:1, 4:0, 1:0)

Voyeboeuf, Pruntrut. – 3390 Zuschauer (ausverkauft). – SR Rochette/Stalder, Fluri/Niquille.

Tore: 8. Domenichelli (Sprunger, Sannitz) 1:0. 14. Du Bois (Sprunger, Domenichelli/Ausschluss Antoine Lussier) 2:0. 16. (15:07) Sprunger (Domenichelli, Sannitz) 3:0. 17. (16:03) Gardner (Romy) 4:0. 18. Desrosiers (Amar, Da Costa/Ausschluss Romano Lemm) 4:1. 19. Wick (Sprunger, Diaz/Ausschluss Da Costa) 5:1. 28. Romano Lemm (Wick, Jeannin) 6:1. 29. Sannitz (Diaz, Domenichelli) 7:1. 36. Monnet (Romy) 8:1. 38. Sannitz (Sprunger, Monnet) 9:1. 43. Du Bois (Domenichelli, Sprunger) 10:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Frankreich.

Schweiz:
Manzato (31. Tobias Stephan); Du Bois, Hirschi; Diaz, Blatter; Höhener, von Gunten; Philippe Furrer, Blum; Wick, Jeannin, Romano Lemm; Domenichelli, Sannitz, Sprunger; Gardner, Romy, Monnet; Patrik Bärtschi, Savary.

Frankreich: Ferhi (41. Hardy); Bachet, Amar; Besch, Quessandier; Manavian, Auvitu; Pain, Igier; Desrosiers, Da Costa, Bellemare; Da Costa, Gras, Antoine Lussier; Tardif, Raux, Treille; Lamperier, Henderson, Romand.

Bemerkungen: Schweiz ohne Bieber (verletzt). -- Schüsse: Schweiz 38 (19-9-10); Frankreich 11 (5-4-2). – Powerplay-Ausbeute: Schweiz 2/5; Frankreich 1/3.

Lemm vor Olympia-Aus

Romano Lemm (25) droht die Olympischen Spiele in Vancouver zu verpassen. Der Stürmer des HC Lugano schied im letzten Drittel des Länderspiels gegen Frankreich mit Verdacht auf einen Innenbandriss im Knie aus. Sollte sich die Diagnose bestätigen, wäre die Saison für Lemm wohl gelaufen. Nähere Untersuchungen erfolgen morgen Mittwoch. Ebenfalss passen muss Matthias Bieber (23). Der Stürmer der SCL Tigers hatte sich im Meisterschaftsspiel am Sonntag in Lugano eine Schnittwunde zugezogen, die bisher nicht nach Wunsch verheilte. Für Lemm und Bieber nominiert Ralph Krueger Emanuel Peter (25) vom EHC Biel und Victor Stancescu (24) von den Kloten Flyers nach. Die beiden werden am Mittwoch zum Team stossen und am Abend nach der Ankunft in der Slowkei ein erstes Mal trainieren. (Si)

Weitere Testspiele

Morgen Mittwoch dislozieren die Schweizer in die Slowakei, wo sie am Freitag und Samstag in Spisska Nova Ves gegen Weissrussland und den Gastgeber zu zwei weiteren Länderspielen antreten. Die beiden Gegner dürften wesentlich mehr Widerstand leisten als Frankreich. (Si)

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