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Die Schweizer Eishockey-Nati lädt zum Auftakt der Länderspielwoche in Pruntrut zum Torfestival. Gegen ein bedauernswertes Frankreich realisiert das Team von Trainer Ralph Krueger beim 10:1 den höchsten Sieg in dessen Ära.
Die Partie in der Ajoie findet Einzug in die Geschichtsbücher von Swiss Ice Hockey. Man muss lange zurückblättern, bis man letztmals ein Resultat in dieser Höhe findet. Den höchsten Sieg unter Krueger hatte die Schweiz davor beim 8:1 gegen Italien an der WM 2001 in Hannover gefeiert. Das letzte «Stängeli» datiert vom 15. April 1996, als die Schweizer an der B-WM in Holland die Dänen ebenfalls mit 10:1 abfertigten.
Die Schweizer legen einen Blitzstart hin. Bereits nach dem ersten Drittel liegen sie 5:1 in Führung. Verständlicherweise ist die Partie danach gelaufen. Letztmals erzielte eine Schweizer Auswahl im April 1989 (6:1 gegen Norwegen) im Startabschnitt fünf Tore.
Zur grossen Figur vor 3390 Zuschauern in der Eishalle Voyeboeuf avanciert Julien Sprunger. Rund sieben Monate, nachdem er an der WM in Bern gegen die USA (3:4 n.V.) von David Backes in die Bande gecheckt wurde, spielt er erstmals wieder im Nati-Dress und steuert nicht weniger als sechs Skorerpunkte zum 29. Sieg im 43. Duell mit Frankreich bei. Nebst fünf Assists erzielt er nach gut 15 Minuten mit dem 3:0 auch den entscheidenden Treffer. Mehr als zwei Punkte hatte Sprunger in einem Länderspiel noch nie geschafft.
Sprunger bildet zusammen mit Hnat Domenichelli und Raffaele Sannitz die eindeutig auffälligste Linie der Schweizer. Auch Domenichelli (1 Tor/4 Assists) in seinem fünften Länderspiel und Sannitz (2/2) erreichen Bestwerte in ihrer persönlichen Nati- Bilanz. Die guten Auftritte von Domenichelli, Sannitz und Sprunger – die beiden letztern hatten im November-Zusammenzug gefehlt – dürfte auch Ralph Krueger im Hinblick auf die Zusammensetzung des Olympia-Kaders notiert haben.
Die zweitklassige Auswahl der Frannzosen ist kein Gradmesser. Die beiden Schweizer Goalies Daniel Manzato und Tobias Stephan, die je eine «Halbzeit» das Tor hüten, müssen nur selten eingreifen. Im ganzen Spiel schiesst Frankreich nur elfmal auf das Schweizer Tor. Den einzigen Gegentreffer (zum 1:4) kassiert Manzato in Unterzahl in der 18. Minute.
Obwohl die Partie eher an eine lockere Trainingseinheit als an ein Länderspiel erinnert, machen die Schweizer mit dem «Stängeli» zumindest Werbung in eigener Sache. Die Partie in der Ajoie ist die letzte auf Schweizer Boden vor den Olympischen Spielen in Vancouver im Februar. (Si/msc)