Jetzt lernt Gerber Russisch

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Christian Bürge und Martin Arn
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Torhüter Martin Gerber wechselt zu Atlant Mytischtschi in die russische KHL. Aber das Thema NHL ist noch nicht abgehakt.

Blick: Martin Gerber, warum ausgerechnet Russland?

Martin Gerber: Ich habe lange hin und her studiert. Ich wollte etwas Neues probieren. Eigentlich stand Russland schon lange auf meiner Agenda. Ich dachte immer, wenn sich die Möglichkeit ergibt, will ich das mal sehen.

Das Geld war wohl mitentscheidend.

Ich wollte zu einem Klub, wo ich zum Spielen komme. Und nicht einfach – wie phasenweise in der NHL – mal hie und da eingesetzt werde. Für meine Zukunft ist das enorm wichtig.

Aber Sie geben den NHL-Traum auf.

Es war zweifellos eine sehr, sehr schöne Zeit in der NHL. Ich konnte Erfahrungen sammeln, hatte Erfolg. Das Drum und Dran war einmalig. Aber ich schlage die Türe ja nicht endgültig zu. Es ist für mich nicht ein Abschied für immer.

Hätten Sie in der NHL bleiben können?

Ich hätte zu Pittsburgh als Backup-Goalie wechseln können. Aber wie gesagt: Ich will spielen. Ich bin «zwäg» und gesund. Und vielleicht ergibt sich ja später nochmals etwas in der NHL.

Sportlich ist es ein Abstieg. Vergangene Saison war für Atlant in den Viertelfinals Endstation.

Im Vergleich zu den anderen Teams sind wir personell leider nicht so gut aufgestellt. Atlant musste einige wichtige Abgänge in Kauf nehmen. Von daher müssen wir schauen, wie weit es reicht. Aber ich bin ein Profi, ich will immer das Maximum erreichen.

Was wissen Sie über Myscht…

Mytischtschi.

Sie können den Namen ja schon perfekt. Kennen Sie die Stadt? Den Verein?

Ich weiss, dass es ein Vorort von Moskau ist, eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt. Im Norden, soviel ich weiss.

19 Kilometer ausserhalb, um genau zu sein. Im Nordosten der Stadt. Wo werden Sie wohnen?

Hmm, das weiss ich noch nicht so genau. Die Wohnung wird mir vom Klub zur Verfügung gestellt. Ich fliege am Montag nach Helsinki und stosse da zur Mannschaft ins Trainingslager. Dann werden wir alles organisieren.

Haben Sie schon Russisch gelernt?

Nein, aber ich werde sicher Sprachunterricht nehmen. Um am täglichen Leben teilnehmen zu können, muss man schon ein paar Wörter und einige Formulierungen kennen.

Das Heimstadion von Atlant Mytischtschi kennen die Schweizer von der A-WM 2007. Sie selbst waren ja nicht da.

Nein, aber David Aebischer hat mir erzählt, wie die Arena wirkt. Das Stadion ist schön und im Zentrum drum herum muss auch ziemlich viel neu gemacht worden sein. Ich freue mich darauf.

Warum kehren Sie nicht in die Schweiz zurück?


Ich will versuchen, noch ein paar Jahre im Ausland zu spielen. Mir gefällt es im Ausland.

Schliessen sie eine Rückkehr aus?

Nein, sicher nicht.
Martin Gerber hält das Logo seines neuen Vereins Atlant Mytischtschi.- EQ

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