
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Acker zu Eis? Spielen die ZSC Lions und die Kloten Flyers schon in wenigen Jahren unter dem selben Hallendach? (Sven Thomann)
Das Hallenstadion wurde zwar mit 136 Millionen Aufwand zu einem modernen Unterhaltungstempel aufgemotzt, aber die Sorgen des wichtigsten Mieters sind geblieben. Die ZSC Lions spielen hier weiterhin nur die zweite Geige. Ihre Spieldaten haben Wunschcharakter. Sie sind zwar grösster Publikumsmagnet, aber alle Erlöse aus der Gastronomie fliessen in die Taschen anderer. Und stark eingeschränkt sind zudem die Vermarktungs-Möglichkeiten rund um ihre Spiele.
Was Wunder, dass bei den Lions fieberhaft nach einer neuen Lösung gesucht wird. Doch alle Bemühungen sind bisher im Sand verlaufen. Die (private) Idee eines kombinierten Fussball-/Hockey-Stadions auf dem Hardturm-Areal ist gestorben, bevor sie überhaupt richtig geboren wurde. Makulatur ist auch das vom Stadtrat vorgeschlagene 150-Millionen-Projekt auf der Offenen Rennbahn Oerlikon. Denn ein Stadion mit nur 7000 Plätzen ist für die ZSC Lions schlichtweg zu klein und statt einem Hallenbad brauchen sie ein zweites Eisfeld für das Training.
Während die Stadtväter die Suche nach einer Lösung wohl auf den St. Nimmerleinstag verlegen, eröffnet sich den ZSC Lions eine völlig neue Chance. Im Fokus aller Träume ist ein 25000 m² grosses Grundstück im Industriegebiet von Opfikon und Rümlang, das dem Kanton Zürich gehört. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist perfekt. Zur Glattalbahn sind es nur wenige Schritte, zum Bahnhof Glattbrugg und dem Autobahn-Zubringer Zürich-Seebach gerade mal einige hundert Meter.
Vorderhand trägt die Akte den Stempel «geheim». Die offiziellen Stellen wiegeln denn auch ab, reden von Visionen und Ideen. Opfikons Bauvorstand Walter Epli: «Konkret ist nichts. Für dieses Grundstück kommt jede Woche eine neue Anfrage. Da wurden schon Hotelprojekte bewilligt, die nie realisiert wurden.»
Das ist nur die halbe Wahrheit. BLICK kennt die Fakten: Am letzten Montag sassen alle Involvierten am selben Tisch und schmiedeten Pläne. Unter ihnen, laut Epli, auch eine Delegation der ZSC Lions. Jetzt wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Mit diesen Tatsachen konfrontiert, gibt Walter Epli dann doch Erstaunliches zu Protokoll: «Natürlich müssten Gemeinderat Rümlang und Stadtparlament Opfikon dem Projekt erst mal zustimmen. Aber ein neues Hockey-Stadion liesse sich hier innert drei bis vier Jahren realisieren.»
Ein Standort übrigens, der auch die Chefetage der Kloten Flyers «aus dem Busch» klopfen müsste. Denn die Infrastruktur rund um ihre Kolping-Arena in Kloten entspricht längst nicht mehr den Ansprüchen der Neuzeit. Warum nicht mit den ZSC Lions im nahen Opfikon gemeinsame Sache machen und statt einer Mehrzweck-Arena ein echtes Hockeystadion aufstellen?