Fribourg, SCB und ZSC träumen in der CL Schaffens gleich drei Schweizer in den Halbfinal?

Nachdem davor nur der Halbfinal-Einzug von Davos aus dem Nebel der sonst düsteren Champions-League-Auftritte herausragte, greifen heute gleich drei Schweizer Teams nach den Halbfinals.

Top 3

1 138 Minuten bei Zug – Lugano Provokateur Lapierre sorgt für Strafenflut
2 Nachfolger ist schon bekannt Doug Shedden ist nicht mehr Lugano-Coach!
3 Niederreiter leitet Wende ein Minnesota dreht Spiel und führt nun...

NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 SC Bern 38 117:87 80
2 ZSC Lions 40 127:97 80
3 EV Zug 37 116:82 78
4 Lausanne HC 38 126:99 71
5 EHC Biel 39 115:112 56
6 HC Davos 38 114:107 54
7 Genf-Servette HC 39 98:108 53
8 HC Lugano 40 112:135 53
9 EHC Kloten 38 112:127 46
10 SCL Tigers 40 94:118 45
11 HC Ambri-Piotta 39 97:123 41
12 HC Fribourg-Gottéron 38 98:131 39

Eishockey

teilen
teilen
9 shares
Fehler
Melden

Die beste Ausgangslage hat ausgerechnet Fribourg. Die Drachen sackten am Sonntag nach der 3:6-Pleite in Ambri auf den letzten Platz der NLA ab. Sie sind die Schiessbude der Liga (106 Gegentore!). Hinten stehen mit Conz und Saikkonen zwei Goalies, die in schwierigen Zeiten kein Rückhalt sind. Aber Trainer Larry Huras lässt seinen Frust nicht an ihnen aus. «Die machen Fehler wie die ganze Mannschaft.»

Verrückt, nur zwei Tage nach dem Sturz ans Tabellenende könnte es heute zu einem Höhepunkt der Klubgeschichte kommen. Die Fribourger stehen nach dem 5:2-Sieg letzte Woche gegen Vitkovice in Ostrava vor dem Einzug in den CHL-Halbfinal.

«Die Champions League ist Spass. Und unser schnelles Eishockey macht sich gut auf europäischem Boden», sagt Huras. «Der Druck ist weit weniger gross als in der Meisterschaft.» Wohl auch deshalb spielten die Torhüter auf internationaler Bühne bisher um Welten besser.

SCB-Plüss (39): Wiedersehen mit Hlinka (40)

Nicht so komfortabel, aber immer noch intakt ist die Ausgangslage für die beiden anderen Schweizer Klubs: Sowohl der SC Bern (1:1 gegen Sparta Prag) als die ZSC Lions (0:0 gegen die Växjö Lakers) kamen daheim nicht über ein Unentschieden hinaus.

Für SCB-Captain Martin Plüss (39) kommt es heute in Prag zu einem Wiedersehen mit Jaroslav Hlinka (40). Vor 12 Jahren spielten sie in Kloten mit Kimmo Rintanen in einer Linie, schossen Tor um Tor und sorgten für Spektakel. «Es war eine tolle Zeit», erinnert sich Plüss, der Torschütze Hlinka nach dem Hinspiel (1:1) um den Hals fiel. Er fordert: «Wir müssen kaltblütiger sein.»

Keine Auswärtstor-Regel wie im Fussball

In der Liga treffen die ZSC Lions fast nach Belieben, müssen nur selten an die Grenzen gehen. In der CHL bissen die Lions im Hinspiel gegen Växjö aber auf Granit. So wird das Rückspiel zum ersten echten Härtetest. Bärtschi, Shannon und Pestoni fehlen verletzt. Wieder genesen ist Topskorer Wick, dem am Sonntag gegen Davos wegen Krankheit eine Pause gegönnt wurde. Der schwedische Trainer der Zürcher, Hans Wallson, erwartet bei der erstmaligen Rückkehr in die Heimat ein offeneres Spiel als noch vor einer Woche.

Im Gegensatz zum Fussball gibt es in der Hockey-Champions-League keine Auswärtstor-Regel. Ist das Gesamtskore nach 120 Minuten ausgeglichen, gibt es eine Verlängerung (3 gegen 3) von maximal zehn Minuten und dann, falls nötig, ein Penaltyschiessen.

Trotz des diesjährigen Schweizer Hochs dürften nächste Saison nur noch vier NLA-Klubs an der CHL teilnehmen können.

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016